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Borna Frauen sind Inspiration fürs Männer-Trio
Region Borna Frauen sind Inspiration fürs Männer-Trio
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05:02 02.06.2018
Der Neue beim Pegauer Bildhauer-Pleinair: Christoph Hundhammer aus Leipzig hat einen Frauentorso in dem Sandstein erkannt und arbeitet ihn heraus. Quelle: Olaf Krenz
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Pegau

Frauen sind beim Bildhauer-Pleinair in Pegau als Akteure von Beginn an in der Minderheit. Umso mehr dienen sie als Inspiration und sind sie in den Ergebnissen des Schaffens zu finden. Besonders deutlich wird das bei der zwölften Auflage im Klostergarten, die an diesem Wochenende in ihre zweite Hälfte geht.

Das 12. Bildhauer-Pleinair im Pegauer Klostergarten mit Gastgeber Rainer Pleß (v. l.) sowie den Leipzigern Christoph Hundhammer und Rainer Strege. Quelle: Olaf Krenz

Wieder rücken nur drei Männer dem Sandstein zu Leibe. Zwar war eine Künstlerin, Linda Blüml aus Berlin, angekündigt gewesen, doch hatte sie kurzfristig abgesagt. Unter den Händen der laut Gastgeber Rainer Pleß „zwei alten Hasen und eines Neulings“ aber entstehen Frauenfiguren – natürlich ganz verschiedener Art. Da das große Motto „Skulpturen für Pegau“ heißt, sollen diese auf jeden Fall später wie die Vorgänger an öffentlichen Orten aufgestellt werden.

Christoph Hundhammer: Der Einladung gern gefolgt

Erstmals dabei ist Christoph Hundhammer. „Immerhin war ich schon mal in Pegau auf einer Fahrradtour von der Elsterquelle nach Leipzig“, meint er gut gelaunt. Und da er vom Pleß’schen Wirken – „ist kein Unbekannter“ – gehört hatte, folgte der Messestädter der Einladung gern. Er arbeitet am liebsten im Freien. „Lärm, Schmutz und Staub in einer Halle finde ich furchtbar. Und hier ist doch ein wunderschöner Ort.“

Seine geknetete Vorbereitung musste der 51-Jährige über den Haufen werfen, da er die nach der Absage „frauenlos“ gewordenen kleineren Steine erhielt.

Christoph Hundhammer mit dem entstehenden Frauen-Torso. Quelle: Olaf Krenz

„Aber dieser hier ist interessant, mit der roten und der weißen Seite.“ Weil er Fragmente mag, entschied er sich für einen Torso. „Das ist ein Fruchtbarkeitssymbol und damit für eine kleine, aufstrebende Stadt wichtig. Davon kann sie nicht genug haben“, meint er schmunzelnd. Vor allem gefallen ihm prächtige große Formen. Und die Skulptur passt zu seinem Thema „Garten der Lust“, dem er

Rainer Strege hat zwei eng umschlungene Frauen im Stein entdeckt, der dann aufgerichtet werden soll. Quelle: Olaf Krenz

daheim im Blockstellwerk Elsteraue (Marienweg) am 23./24. Juni eine Ausstellung widmet.

Rainer Strege ereilte der Hilferuf aus Pegau zwei Tage vor Pleinair-Beginn. Kein Problem für den zweiten Leipziger, „da es immer Ideen gibt, die man mal angehen will“. Natürlich muss der Stein mitspielen, so der 63-Jährige. Offensichtlich ist das bei dem etwas größeren Exemplar der Fall. Zwei eng umschlungene Frauen sind

Gastgeber Rainer Pleß schaut aufs Modell für seine Sohn-Figur. Die Mutter (r.) „kann ich auch ohne Vorlage“, sagt er. Quelle: Olaf Krenz

bereits in Ansätzen zu sehen. „Weil sie liegen, haben Besucher skeptisch reagiert. Aber das ist nur für die Arbeit, der Stein wird dann aufgestellt“, sagt Strege. „Bei mir gibt es aber Köpfe und sogar Frisuren“, fügt er mit Blick zum Kollegen hinzu.

Einfach geht für Rainer Pleß nicht. Bei 32 Grad hat er seinen Stein mit der Fuchsschwanz-Handsäge geteilt, mit mehreren, weil die Zähne nachgaben. „Ja, ein bisschen verrückt. Aber ich habe ein Kilogramm verloren. Das gelang noch nie beim Pleinair“, lacht der 66-Jährige. Erneut schafft er zwei Figuren, Mutter und Sohn, den Dickkopf. „Nö!“ soll die Skulptur deshalb heißen,ist schon klar.

Besucher sind willkommen

Gearbeitet wird auch am Wochenende von 10 bis 18 Uhr (kleine Mittagspause). „Besucher sind jederzeit gern gesehen“, sagt Pleß. „Am Sonntag gibt es ab 15 Uhr zudem nebenan am Volkshaus das Geburtstagskonzert vom Elster-Chor.“ Das Ensemble tritt auch zum Pleinair-Abschluss am 9. Juni ab 15 Uhr auf. Bis dahin aber hat das Männer-Trio mit seinen Frauen täglich noch reichlich zu tun. Zuschauer sind willkommen.

Von Olaf Krenz

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