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Freiherr von Friesen: Den Vorfahren verpflichtet

Freiherr von Friesen: Den Vorfahren verpflichtet

Er fühle sich seinen Vorfahren verpflichtet. Mitzuerleben, dass Teile des Schlossinventars wieder nach Rötha kommen, „ist für mich ein großes Erlebnis", sagt Heinrich Freiherr von Friesen und dankt denen, die sich dafür eingesetzt haben.

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Heinrich Freiherr von Friesen fühlt sich seinen Vorfahren verpflichtet.

Quelle: Jakob Richter

Rötha. Die „Heimkehr" des Speisezimmers aus dem 1969 gesprengten Schloss steht unmittelbar bevor. Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September wird es offiziell in Rötha begrüßt.

Bis dahin war es weiter Weg: Vor drei Jahren hatte sich von Friesen verzweifelt an Walter Christian Steinbach gewandt und ihn gebeten, einen Förderverein zu gründen, um in dieser Angelegenheit voranzukommen. Steinbach, damals noch Präsident der Landesdirektion Leipzig, hatte für ein solches Projekt schlicht keine Zeit. Mit der Pensionierung anderthalb Jahre später aber änderte sich seine Haltung. „Wir sind auf der Zielgeraden", sagt Steinbach jetzt, wohl wissend, dass bis zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht im Oktober 2013 noch viel zu tun ist.

Friesen, mittlerweile 77 Jahre alt, möchte Rötha all das zurückgeben, was noch machbar ist. Seine finanziellen Verhältnisse seien geordnet, er ist eigenen Worten zufolge „in der Lage, großzügig zu sein."

Letzteres im wahrsten Sinne des Wortes: Das restituierte Inventar des Speisezimmers vereint wertvolle Möbel, Meißener und chinesische Porzellane, wertvolle Gläser und andere Accessoires einer vergangenen Zeit. Möbel mit üppigem Zopfwerk, Konsolen, Wandspiegel, Prunkvasen – vieles sei „in vorzüglichem Zustand", sagt Kunsthistorikerin Sabine Schneider. Wie durch ein Wunder wurden diese Stücke erhalten. Denn die Bergung durch Mitarbeiter des damaligen Institutes für Denkmalpflege sei nicht in jedem Fall „mit sehr viel Sachverstand gemacht" worden.

Schon als Kind habe ihn „die glanzvolle Atmosphäre" des Speisezimmers tief beeindruckt, erinnert sich der Wahl-Münchener. Tief bewegt erzählt er von einem Erntedankfest, das seine Mutter 1944 für alle Bediensteten des Hofes veranstaltete. „Ich habe sie weinen sehen vor Glück, dass sie für ein paar Stunden wie Menschen behandelt wurden", so von Friesen.

Mehr als 60 Jahre später empfinde er „Glück und ein wenig Genugtuung", der Heimat etwas zurückgeben zu können. Rechtlich wurde mit einem Leihvertrag alles geregelt, nun werden die äußeren Bedingungen geschaffen. Ein Teil des Zimmers in einer musealen Variante von 1938 wird in der Patronatsloge von St. Marien ausgestellt, die noch restauriert wird. Ein anderer Teil im Heimatmuseum. Auch dort wurde bereits ein Raum im Erdgeschoss geräumt – für das künftige Schaumagazin. Zum Jubiläum 2013 werden ein paar Gegenstände für eine Woche im ehemaligen Verhandlungssaal des einstigen Königlichen Amtsgerichts – dem heutigen Mehrgenerationenhaus – gezeigt.

Saskia Grätz

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