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Borna Freistaat fördert Trockenlegung der Kunigundenkirche in Borna
Region Borna Freistaat fördert Trockenlegung der Kunigundenkirche in Borna
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00:30 28.11.2015
Die Kunigundenkirche in Borna gehört zu den frühesten Backsteinbauten in Mitteldeutschland. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Die Erneuerung der Regenentwässerung des Gebäudes ist bereits abgeschlossen. Jetzt laufen die Sanierungsarbeiten im Inneren der Kunigundenkirche von Borna. Nach der Ablehnung durch den Bund ist der Freistaat Sachsen eingesprungen, um die Trockenlegung der historisch wertvollen Basilika zu fördern. Bis zu 70 Prozent der 140.000 Euro teuren Baumaßnahme sollen mit Landesgeldern unterstützt werden. Denn die Kirche gehört zu den frühesten Backsteinbauten in Mitteldeutschland und steht auf der Denkmalliste ganz oben.

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Die Kunigundenkirche gilt als einer der frühesten Bausteinbauten Mitteldeutschlands. Etwa um 1170 entstanden steht die romanische Basilika ganz oben auf der Denkmalliste des Freistaates. Die Landesregierung hat jetzt Fördermittel bewilligt, um eine Sanierung des Kirchenbaus zu beginnen.

Die Feuchtigkeit ist seit Jahrzehnten das größte Problem des Bausteinbaus, dessen Entstehungsdatum ins 12. Jahrhundert zurückreicht, klagte Jürgen Schmidt. Nachdem 2009 das Schieferdach des Gotteshauses erneuert worden war, drang zwar kein Regen mehr von oben in das Gebäude ein. „Aber das vom Dach ablaufende Wasser versickerte weiter am Fuß der Kirche“, so das Mitglied im Vorstand der Bornaer Kirchgemeinde. Zusammen mit der Feuchtigkeit im Mauerwerk sorgte es für ein unbehagliches Raumklima. Da das Problem schon viele Jahre auf der Agenda der Kirchgemeinde stand, war die Ablehnung einer gemeinsamen Förderung durch den Bund und das Land sowie die Landeskirche und die Kirchgemeinde ein Schlag ins Gesicht der Bornaer Christen. Doch sie ließen sich nicht entmutigen. Aus Mitteln der Kirche brachten sie rund 40.000 Euro auf, um das Regenwasser über Dachrinnen und Abflussrohe sowie ein ausgeklügeltes System von unterirdischer Verrohrung weit weg von der Kirche abzuleiten. Als die Arbeiten im Gange waren, gab der Freistaat das Signal, auch im Inneren des Gotteshauses für Trockenheit zu sorgen.

„Im gegenwärtigen Bauabschnitt geht es um die Sicherung und eine Notrestaurierung“, sagte Arnulf Dähne, der als Restaurator die Baumaßnahme koordiniert. Als das Epitaph des 1568 verstorbenen Ratskämmerers Peter Breiting von der Wand entfernt worden war, sei das Ausmaß der Schäden sichtbar geworden. In einer Höhe von zwei Metern sei von den Sockeln des Kirchenschiffes der Putz, der aus einer Rekonstruktion der Kirche in den 1920er- und 30er-Jahren stammt, abgenommen worden. Vor allem auf der Westseite, der Wetterseite der Kirche, sei die Feuchtigkeit bis zu vier Meter hoch gekrochen. Ein sogenannter Opferputz soll aufgebracht werden, der das Salz im Mauerwerk bindet. „Die Maßnahme wird wissenschaftlich begleitet“, so Dähne. Die Experten vom Institut für Diagnostik und Konservierung von Denkmalen würden im vorübergehenden Putz die Aufnahme von Mineralien und Feuchtigkeit messen und danach die weitere Vorgehensweise festlegen. Außerdem wird Dähne zufolge im Altarraum der gesamte Sandsteinfußboden aufgenommen. Hier soll der Boden rund 40 Zentimeter ausgehoben und erneuert werden, um aufsteigende Nässe künftig zu vermeiden.

Wegen der historischen Bedeutung der Kirche sind im Vorfeld mittelalterliche Malereien im Langhaus und an der Nordseite gesichert worden. Auch der spätgotische Altarschrein, der 1999 aus der abgetragenen Dorfkirche in Görnitz nach Borna übersiedelte und aufwendig restauriert worden ist, hüllt sich derzeit in Tücher. Für Restaurierungsmaßnahmen, die vor wenigen Jahren im Zuge einer Diplomarbeit untersucht worden waren, wird derzeit das Geld nicht reichen. „Das ist Zukunftsmusik“, so der Restaurator. „Hier steht momentan die Erhaltung im Vordergrund“, ergänzte Schmidt.

Obwohl der Park rund im die Kunigundenkirche in unscheinbares Herbstgrau abgetaucht ist, hat er in diesem Jahr für Aufsehen gesorgt. Bei archäologischen Grabungen zur Vorbereitung der Bauarbeiten sind zahlreiche Gebeine gefunden worden. Schmidt erinnerte daran, dass der Park vor rund 140 Jahren als Friedhof der Stadt diente, bevor dieser an die Leipziger Straße umsiedelte. Die menschlichen Überreste sind wieder beigesetzt worden. Der Kirchenvorstand würde sich wünschen, dass die Stadt – ihr gehört der Park – mehr Pflege walten ließe. „Leider verschwinden nicht nur Wege unter dem Wuchs von Sträuchern, auch Gedenksteine wuchern zu“, bedauerte er.

Von Birgit Schöppenthau

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