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Borna Fremdenverkehrsverband „Kohrener Land“: Jubiläum in schwerem Fahrwasser
Region Borna Fremdenverkehrsverband „Kohrener Land“: Jubiläum in schwerem Fahrwasser
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12:22 07.06.2016
Der Fremdenverkehrsverband Kohrener Land wirbt seit 25 Jahren für die Region, so wie auf der Messe Haus-Garten-Freizeit im Februar in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Kohren-Sahlis

Seit einem Vierteljahrhundert kümmert sich der Fremdenverkehrsverband Kohrener Land (FVV) darum, Ausflugsverkehr und Tourismus im Südteil des Landkreises Leipzig zu beleben und zu organisieren. Sein Wirken in diesen 25 Jahren eine Erfolgsgeschichte zu nennen, fällt schwer angesichts des schweren Fahrwassers, in dem der Verein sich seit Monaten befindet, und angesichts seiner ungewissen Zukunft. Doch ging es an den Realitäten vorbei, nähme man die aktuelle Lage zum einzigen Maßstab für eine Bilanz.

Zwar verspürten die Mitglieder des 1991 gegründeten Verbandes auf ihrer kürzlichen Zusammenkunft im Lindenvorwerk wenig Feierlaune. Doch zeigte der Geschäftsbericht des Vorstandes, dass nicht nur im vergangenen Jahr, sondern von Beginn an gemeinsam eine Menge erreicht wurde, um dem Kohrener Land als Naherholungs- und Urlaubsregion Impulse und Struktur zu geben. Was erreicht wurde, führte auch ein Jubiläumsheft vor Augen, das kürzlich der Leipziger Volkszeitung beilag.

Der „Entwicklung des Tourismus‘ als wirtschaftlichem Faktor in der Region“ hätten sich seit 1991 der FVV und der kurz zuvor gegründete Dachverband Sächsisches Burgen- und Heideland gleichermaßen verschrieben, und in den zweieinhalb Jahrzehnten seither agiere man „gemeinsam und auf Augenhöhe“, meinte Manfred Graetz, Vorstandsvorsitzender des Burgen- und Heidelands, in seinem Grußwort an die Kohrener Partner. Das betreffe das Marketing ebenso wie die Einführung von Qualitätsstandards. Auf die heutige sächsische Tourismusstrategie, die von großen, Destinationen genannten Räumen ausgeht, habe man sich langfristig vorbereitet. Wenn man das Marketing inzwischen an die Destination Leipzig Region abgegeben habe, bleibe die Qualitätsentwicklung an der Basis, im ländlichen Raum verankert und deshalb Pflicht. Den Kommunen müsse es gelingen, mahnte Graetz angesichts vieler Finanzierungsdebatten auch im Kohrener Land, beides – Marketing und Basisarbeit – zu sichern, „wenn der Tourismus Wirtschaftsfaktor in der Kommune bleiben soll“.

Dass zum Beispiel die Zahl der Übernachtungen im Bereich des FVV Kohrener Land wie auch des Burgen- und Heidelandes seit 2012 anstiegen, zeigte der Rechenschaftsbericht. 2015 wurden im Kohrener Land 172 800 Übernachtungen gezählt; insgesamt waren es knapp über zwei Millionen. Doch beschränken sich die Aktivitäten des 128 Mitglieder zählenden FVV nicht allein darauf.

Ob Leipziger Handwerksmesse oder die Berliner Grüne Woche, ob Kohren-Sahlis Topf- und Krügemarkt oder das Stadtfest Borna, ob 7-Seen-Wanderung oder Bundestreffen der Landsenioren: Auf zahlreichen Veranstaltungen wirbt der FVV nicht nur für das Kohrener Land; er bringt sich auch als Organisator ein. Er entwickelt Pauschalangebote und Informationsmaterialien, arbeitet mit an der Radverkehrskonzeption und am Lutherweg in Sachsen – und er ist mit dem Heimat- und Verkehrsverein Rochlitzer Muldental Träger der Leader-Förderregion Land des Roten Porphyrs. Gerade diese Förderung werde als unverzichtbare Unterstützung verschiedenster Investitionen und Projekte betrachtet, sagt Regina Heinze, FVV-Mitarbeiterin seit der Stunde eins. „Das Interesse ist groß, nicht nur bei den Kommunen, sondern vor allem auch bei privaten Anbietern.“ Zurzeit sei man dabei, die Förderstrategie zu überarbeiten.

Über die Zukunft des FVV debattieren die Mitglieder des Vereins seit Monaten. Im Frühjahr fand dazu auch ein Workshop in der Evangelischen Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis statt. Demnächst wird es eine neuerliche Mitgliederversammlung geben, die sich mit der Beitragsordnung 2017 und damit mit alles entscheidenden finanziellen Fragen befasst. Die Gnandsteiner Geschäftsstelle wird der FVV aufgeben und bis zum Jahresende den Umzug nach Borna organisieren. Hier betreibt er seit 2003 eine gut frequentierte Touristinformation; seit 2005 ist sie in der sanierten Alten Wache neben dem Rathaus untergebracht.

Von Ekkehard Schulreich

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