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Borna Frisch eingeweiht: Experimente im neuen Groitzscher Chemiekabinett
Region Borna Frisch eingeweiht: Experimente im neuen Groitzscher Chemiekabinett
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18:08 24.11.2016
Bei der Einweihung des neue Chemiekabinetts an der Oberschule Groitzsch experimentieren die Neuntklässler Adelina Friedrich (v. r.) Bastian Schneider und Benjamin Schwarze. Quelle: Andreas Döring
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Groitzsch

Zur Feier des Tages ließ sich Fachlehrerin Ina Drbal zu einem klitzekleinen Feuerwerk hinreißen. Mit sprühenden Funken demonstrierte sie zu Beginn des Unterrichts bei der Klasse 9 a eine der Möglichkeiten des neuen Chemiekabinetts der Oberschule Groitzsch: die Gaszufuhr über ein Deckensystem, aus dem die Stationen mit Energie- und Medienträgern an den Lehrer- und Schülerarbeitsplätzen ausgeklappt werden. Die Bildungseinrichtung hat am Donnerstag mit Vertretern von Stadtverwaltung und Sponsoren den Spezialraum nach der Modernisierung offiziell eingeweiht.

„Es ist so ein schönes Gefühl, hier morgens reinzukommen“, schwärmte Drbal. In den ersten drei Monaten des Schuljahres musste sie aufgrund der Sanierung Chemie in normalen Räumen unterrichten. „Das war schwierig zu machen. Ich bin oft mit einer Kiste heimlich durchs Haus.“ In der aber nichts Gefährliches gewesen war, hatte sie – mehrfach „ertappt“ – Schulleiterin Gudrun Meier erklärt. Die ergänzte jetzt: „Frau Drbal hat viel improvisiert, um die Schüler bei Laune zu halten. Die haben ja in der Zeit wenig von Chemie gemerkt, konnten nicht experimentieren.“

Die frühere Einrichtung des Fachraumes stammte von Anfang der 90er-Jahre und entsprach längst nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Chemieunterricht. „Die Stadt hat lange für die Erneuerung angespart und das Projekt dann Anfang dieses Jahres angeschoben“, so Meier. Im Juni wurde es ernst: ausräumen, Wände abhacken, Leitungen und Fußboden raus. In den Sommerferien sorgten die Handwerker für das Neue. Nach einer Idee von Hausmeister Reiner Gräber wurde die geforderte Entlüftung übers Dach vermieden, die Durchbrüche zur Aula erfordert hätte. „Es konnten tatsächlich alte Lüftungsschächte, die das Haus schon hatte, genutzt werden“, sagte er. „Die waren damals nicht dumm.“

Dennoch zog sich die Bauphase hin, weil eine Art Führungsschiene fürs Deckensystem nicht mit bestellt worden war und nun mühsam nachgefertigt werden musste. „Zwölf Wochen haben wir dadurch verloren“, erklärte Schulleiterin Meier. „Aber am 27. Oktober war dann die Abnahme, und auch die kleinen Mängel sind nun abgestellt.“ Einzig die interaktive Tafel könne noch nicht genutzt werden, weil gerade erst die Auswahl für die PC-Technik laufe.

Das Vorhaben kostet rund 100 000 Euro. Knapp ein Fünftel, 19 500 Euro, steuern die Unternehmen Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag), Dow Olefinverbund und EnviaM bei. Damit hat die „altehrwürdige Schule, die im nächsten Jahr 115. Geburtstag feiert, ein Stück modernes Innenleben mehr“, sagte Meier. Sie freue sich, dass die Stadt nun die Oberschule – das mittlere der drei „Kinder“ der Kommune, das als Sandwichkind zwischen Erstgeborenem (Gymnasium) und Nesthäkchen (Grundschule) nicht immer gleich viel Beachtung erhalte – intensiv gefördert hat.

Bürgermeister Maik Kunze (CDU) griff das Bild auf. „Die Stadt hat um diese drei ,Kinder‘ gekämpft, sie sind ein Vorteil für uns.“ Nach den Duftmarken mit den Anbauten an Grundschule und Gymnasium sei nun wieder die Oberschule dran gewesen. Wobei dort mit Kellertrockenlegung, Außenanlagen und anderem Fachkabinett auch viel passiert sei. „Alle unsere Kinder sind wichtig. Wir werden uns auch weiter um sie kümmern – wenn uns der Freistaat nicht hängen lässt.“

Die Dow, sagte deren Leiterin Aus- und Weiterbildung, Ines Mayer, sei als chemisches Unternehmen angewiesen auf guten Nachwuchs. „Wenn nicht nur Kreide-Unterricht gemacht wird, kommt das doch viel besser bei den Schülern an.“ Auch Maik Simon von der Mibrag hob die Bedeutung moderner Lernmittel hervor: „Für die spätere Ausbildung, aber auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Schule.“ Deshalb hat Leiterin Meier weitere Verbesserungen im Blick. Zumal Stadtchef Kunze sie aufforderte: „Sie dürfen nicht so viel wünschen, Sie müssen mehr fordern.“

Von Olaf Krenz

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