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Borna Frischer Glanz nach Kirchenbrand -Eulas Jugendstilkreuz wird neu versilbert
Region Borna Frischer Glanz nach Kirchenbrand -Eulas Jugendstilkreuz wird neu versilbert
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11:14 14.03.2018
Konzentrierte Arbeit: Restauratorin Claudia Nikolaisen-Luckenbach malt Fehlstellen auf den floralen Ornamenten des Jugendstil-Kreuzes der Eulaer Wiprechtkirche nach. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna/Eula

Der Altarraum blitzt mit frischen Farben. Restauratorin Claudia Nicolaisen-Luckenbach zeichnet mit ruhiger Hand die versilberten Ornamente am Holzkreuz nach.

Optisch erinnert nichts an den verheerenden Brand, der in der Nacht zum 30. Januar die Sakristei zerstörte und einen Rußfilm in der gesamten Wiprechtkirche von Eula hinterließ. Der beißende Geruch und der Rußfilm sind inzwischen aus einem der ältesten Gotteshäuser Sachsens wieder verbannt. Es war Brandstiftung, stand bald fest. In den Seelen der Gläubigen hat das Spuren hinterlassen. "Für die Gemeinde war das ein Schock", sagte Pfarrerin Barbara Vetter. Die materiellen Verluste habe die Versicherung geregelt. "Aber es bleibt die Erschütterung, dass jemand in unserer Kirche Feuer gelegt hat", stellte Vetter fest. Der Umstand jedoch, dass nur die Sakristei brannte, das Gotteshaus in seinen Grundmauern unversehrt blieb, stärke ihren Glauben, dass Gott seine schützende Hand darüber hält.

Mit diesem Optimismus managen die Pfarrerin und Kirchnerin Simone Winter die noch anstehenden Arbeiten bis zum ersten Gottesdienst im September. "Da müssen wir uns ganz schön anstrengen", so Vetter. Denn Ziel sei es, zur 925-Jahr-Feier von Eula die Kirche zu öffnen. Dann müsse alles wieder an seinem Platz stehen. Das Jugendstilkreuz auf dem Altar, das lebensgroße Kruzifix an der Nordwand des Altarraumes.

Obwohl die Feuerwehr ein Übergreifen der Flamen auf die Kirche verhindern konnte, geben sich seit Monaten die Handwerker die Klinke in die Hand. Spezialreiniger haben die gesamte Kirche ausgewaschen und die Malerei unter dem Rußfilm wieder zum Vorschein gebracht. Die Kreutzbach-Orgel wurde vom Sächsischen Orgelbauer Frank Peiter komplett auseinander genommen. Die Pfeifen mussten nach der Reinigung wieder zusammengefügt und das Instrument gestimmt werden.

Eine Herausforderung ist jetzt noch die Restaurierung der Kirchenkunst. Wenn in wenigen Tagen die Arbeiten an dem Holzkreuz und seinen floralen Elementen abgeschlossen sind, dann wird sich Nicolaisen-Luckenbach dem gekreuzigten Christus widmen. Vereinzelte Stellen an Beinen und Armen zeugen von Versuchen, mit Hilfe verschiedener Lösungen die Rußablagerungen zu entfernen. Wegen der starken Schollenbildung geht die Expertin behutsam vor, versucht die Fassung zu festigen oder die Fehlstellen einzufärben. "Wir haben eines der wenigen und seltenen Exemplare mit Echthaar", stellte sie mit Blick auf die Einstiche am Kopf, die von einer Perücken-Halterung stammen, fest. Mit der Hand fährt sie über die schlanken Beine der etwa im 15. Jahrhundert aus Holz gefertigte Skulptur. Eingearbeitete Schnüre deuten Adern an. Der Zipfel des Tuches um die Lenden zeigt, wie vom Winde verweht, in die Höhe. "Die Schnitzereien sind gut gemacht und lassen die Figur realistisch wirken", so die Restauratorin.

Bereits über 150 000 Euro sind schon in die Beseitigung der Brandschäden investiert worden. "Und wir sind noch nicht am Ende", sagte Barbara Vetter. Neben der Versicherung hätten sich auch viele Freunde der Kirchgemeinde für den Erhalt des Gotteshauses engagiert. So spendeten Künstler wie der Filmproduzent Eberhard Görner und der Indianer-Darsteller Gojko Mitic sowie die Mundartbühne Borna ihre Einnahmen aus Veranstaltungen der Kirchgemeinde. Aber auch privates Geld floss in die Kollekte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.08.2015
Birgit Schöppenthau

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