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Frischzellenkur für die SPD im Landkreis

Drei junge Neu-Mitglieder Frischzellenkur für die SPD im Landkreis

Donald Trump ist schuld. Petra Köpping auch. Und natürlich Martin Schulz. An dem Tag, als der neue SPD-Vorsitzende von seinem Vorgänger zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde, entschloss sich Carlo Hohnstedter, ernst zu machen.

Carlo Hohnstedter bei einem Besuch im Berliner Bundestag.

Quelle: Julia Tonne

Landkreis Leipzig. Donald Trump ist schuld. Petra Köpping auch. Und natürlich Martin Schulz. An dem Tag, als der neue SPD-Vorsitzende von seinem Vorgänger zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde, entschloss sich Carlo Hohnstedter, ernst zu machen. Mit dem Eintritt in die SPD. Der 20-jährige Bornaer ist einer von drei jungen Leuten, die im Rahmen der Aktion „10 unter 25 – Mach mit – Gestalte Politik und (er-)lebe Demokratie!“ in die SPD im Landkreis Leipzig eingetreten sind. Ein bundesweites Projekt, mit dem sich die älteste deutsche Partei aktiv um Nachwuchs bemüht.

Hohnstedter und eine Hand voll anderer Interessenten kamen dabei mit der großen Politik ebenso in Berührung wie mit der Basisarbeit vor Ort. So gab es ein Gespräch mit dem Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD), der die Jugendlichen auch zu einer Sitzung des Brandiser Stadtrates einlud. Im Dresdner Landtag erlebten sie eine Plenarsitzung und sahen die Fraktionsräume von innen. Dafür sorgte Doreen Haym, stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende und Mitarbeiterin im Dresdner Ministerium für Gleichstellung und Integration. „Wir wollten zeigen, wie Politik mitgestaltet werden kann.“ In Gesprächen mit Integrationsministerin Köpping bekam der potenzielle SPD-Nachwuchs mit, „wie Politik funktioniert“. Dass die jungen Leute auch Fragen stellten, gehörte dazu. Haym: „Sie wollten zum Beispiel wissen, warum die Anträge der AfD immer abgelehnt werden.“

Carlo Hohnstedter konnte dabei allerdings schon auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Schließlich war der junge Mann, der an der Leipziger Universität Kulturwissenschaft studiert, mehrere Jahre Aktivposten im Bornaer Kinder- und Jugendparlament. „Das hat mich geprägt“. Für einen wie Hohnstedter, der auch ein Jahr soziale Arbeit in Mazedonien geleistet hat, war der Schritt in eine politische Partei deshalb nur logisch. Dass er dabei am Ende in der SPD landen würde, war allerdings nicht von vorneherein ausgemacht. Der junge Mann, der in Bornaer Stadtratssitzungen für das Jugendparlament oft das Wort ergriffen hat, war durchaus offen für andere politische Impulse. Etwa bei einem Praktikum beim Bornaer Linken-Bundestagsabgeordneten Axel Troost. Allerdings standen nicht alle politischen Mitbewerber für ihn gleichermaßen zur Debatte. „Alles rechts von der Mitte war kein Thema für mich.“

Dass dann schließlich die SPD zu seiner politischen Heimat wurde, lag natürlich am neuen sozialdemokratischen Hoffnungsträger Martin Schulz. „Mit dem kann ich mich hundertprozentig identifizieren“, sagt Hohnstedter. Er hatte bereits vor dessen Nominierung erklärt, dass er in die SPD eintreten würde, wenn der frühere EU-Parlamentspräsident zum SPD-Spitzenmann werden würde. Auch die frühere Bornaer Landrätin Köpping beschleunigte seinen Entschluss. Nicht nur, „weil die mich schon in meiner Kindheit geprägt hat“. Die 58-Jährige habe die Eigenschaft, nach verlorenen Abstimmungen die Fehler nicht bei anderen, sondern bei sich zu suchen. Nicht zuletzt der Bornaer SPD-Ortsvereinschef Oliver Urban habe ihn überzeugt. Der spricht dann in Bezug auf Hohnstedter sowie ein weiteres junges Neu-Mitglied von einer „Frischzellenkur für die Bornaer SPD“.

Die SPD-Vizechefin Haym, mit dem Frohburger SPD-Ortsvereinschef Christopher Schramm federführend bei der Aktion „10 unter 25“, sieht das Projekt als Erfolg, auch wenn nicht zehn junge Leute um ein SPD-Parteibuch gebeten haben. Immerhin gab es seit Juni 14 Parteieintritte den etwa 200 Mitglieder starken SPD-Kreisverband. Das Projekt sei zudem keineswegs zu Ende, so Haym, Es gehe darum, das Heimatgefühl junger Leute zu stärken. Die sollten zwar in die Welt gehen, „aber bitte auch wieder zurückkommen“.

Auch dafür ist Carlo Hohnstedter ein gutes Beispiel. Er studiert zwar in der Großstadt Leipzig. Zu Hause ist er aber nach wie vor in Borna, wo er mit seiner Freundin wohnt.

Von Nikos Natsidis

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