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Borna Für den Notfall gibt’s den roten Knopf
Region Borna Für den Notfall gibt’s den roten Knopf
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21:23 28.08.2012
In der Pawlowstraße feiern Bewohner und Gäste die Einweihung der neuen Seniorenwohnanlage in den ehemaligen Schwesternhäusern. Quelle: Jakob Richter
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Borna

Am Dienstagvormittag wurde die neue Seniorenwohnanlage des Kreisverbandes Borna der Volkssolidarität offiziell eingeweiht.

Bunte Luftballons an den Eingängen künden vom freudigen Ereignis. In dem Saal, der als Verbindungsglied zwischen die beiden ehemaligen Schwesternhäuser gebaut wurde, lauschen viele der seit Juni hier eingezogenen Bewohner der Eröffnungsrede von Joachim Arndt. Dem Vorsitzenden des Kreisverbandes folgen Darbietungen der Knirpse des Kindergartens „Grashüpfer" sowie der beiden Musikschüler Tina und Paul. Unter den Gästen sind auch der 79-jährige Gustav Schöner und der ein Jahr jüngere Konrad Hoppe. Gustav Schöner war der erste Mieter in der neuen Wohnanlage, Konrad Hoppe zog ein paar Tage später in die Wohnung direkt über ihm. Beide sind noch weitgehend mobil und erledigen beispielsweise ihre Einkäufe mit dem Fahrrad. Doch beide genießen die Sicherheit, im Bedarfsfall jede mögliche Hilfe zu bekommen. „Hier haut alles hin", ruft Hoppe vergnügt über den Tisch. Er ist seit neun Jahren Witwer. Als sich gesundheitliche Probleme einstellten und ihm die Arbeit an seinenm Grundstück in Zedtlitz zu viel wurde, entschied er sich für das betreute Wohnen in der Kreisstadt.

Das taten auch Käthe Eckardt und Rudolf Starke. Beide sind 77 Jahre alt und lernten sich vor vier Jahre beim Arztbesuch kennen. Seitdem lebten sie zusammen in der Semmelweis-straße, also nur ein paar Häuser von den einstigen Schwesternhäusern entfernt. Weil sie beide gesundheitlich angeschlagen sind – sie nach mehreren Knieoperationen und mit schwerem Rheuma, er nach einer Herzoperation –, zogen sie am 13. Juni in die neue Wohnanlage in eine 65 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung mit einem großen Bad und Balkon. „Der einzige mit Blumenkästen", sagt die Seniorin stolz. Und sie fügt hinzu: „Hier ist es sehr schön."

Das Paar scheint den Argumenten von Jörg Mierbach recht zu geben, mit denen der Geschäftsführer der Investorengesellschaft anfänglich offenbar vorhanden gewesenen Vorbehalten der Stadt gegenüber diesem Projekt entgegentrat. Die Firma Mierbach und Schädlich aus Chemnitz ist Eigentümerin des Objektes, die Volkssolidarität Betreiber. Die Stadt, sagte Mierbach gestern bei der Eröffnungsfeier, habe anfänglich Bedenken gehabt, weil die Bewohner des Stadtteils Nord im Durchschnitt ohnehin schon älter sind, als die Bornaer Bevölkerung insgesamt. Das habe man mit einer Seniorenwohnanlage nicht noch manifestieren wollen, erinnerte sich Mierbach. Sein Gegenargument: Die Nord-Bewohner, die gern in ihrer vertrauten Umgebung bleiben wollen, ziehen in die neue Anlage, und in die frei werdenden Wohnungen ziehen jüngere Leute nach.

Grüße kamen gestern auch vom Landratsamt. Kreissozialamtsleiterin Karin Keßler erinnerte daran, dass die Kreisverwaltung bis 2005 selbst die beiden Häuser nutzte, in denen früher angehende Krankenschwestern während der Ausbildung wohnten.

Heute gehört zu jeder der 43 Wohnungen, die alle schon bewohnt, vergeben oder reserviert sind, eine Notruftaste. Eine Pflegeschwester ist rund um die Uhr vor Ort und kann im Bedarfsfall helfen. Rebecca Baum, die stellvertretende Pflegedienstleiterin, schmunzelt bei der Frage, wie oft der Hausnotruf seit Anfang Juni schon benutzt wurde und sagt: „Manche drücken nicht nur bei einem Notfall." Es könne schon vorkommen, dass jemand nur mal plaudern will. Vielleicht meinte Joachim Arndt ja auch das, als er sagte, in den betreuten Wohnanlagen der Volkssolidarität „hat der ältere Bürger so viel Hilfe wie notwendig, und er ist so unabhängig wie möglich".

André Neumann

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