Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Für den Notfall gibt’s den roten Knopf

Für den Notfall gibt’s den roten Knopf

Angenehmes Wohnen im Alter und bei Bedarf Vollverpflegung und Rundumbetreuung – das bieten die beiden Wohnhäuser mit angebauter Begegnungsstätte in der Bornaer Pawlowstraße.

Voriger Artikel
Besucherrekord
Nächster Artikel
Regis hat seine Schule

In der Pawlowstraße feiern Bewohner und Gäste die Einweihung der neuen Seniorenwohnanlage in den ehemaligen Schwesternhäusern.

Quelle: Jakob Richter

Borna. Am Dienstagvormittag wurde die neue Seniorenwohnanlage des Kreisverbandes Borna der Volkssolidarität offiziell eingeweiht.

Bunte Luftballons an den Eingängen künden vom freudigen Ereignis. In dem Saal, der als Verbindungsglied zwischen die beiden ehemaligen Schwesternhäuser gebaut wurde, lauschen viele der seit Juni hier eingezogenen Bewohner der Eröffnungsrede von Joachim Arndt. Dem Vorsitzenden des Kreisverbandes folgen Darbietungen der Knirpse des Kindergartens „Grashüpfer" sowie der beiden Musikschüler Tina und Paul. Unter den Gästen sind auch der 79-jährige Gustav Schöner und der ein Jahr jüngere Konrad Hoppe. Gustav Schöner war der erste Mieter in der neuen Wohnanlage, Konrad Hoppe zog ein paar Tage später in die Wohnung direkt über ihm. Beide sind noch weitgehend mobil und erledigen beispielsweise ihre Einkäufe mit dem Fahrrad. Doch beide genießen die Sicherheit, im Bedarfsfall jede mögliche Hilfe zu bekommen. „Hier haut alles hin", ruft Hoppe vergnügt über den Tisch. Er ist seit neun Jahren Witwer. Als sich gesundheitliche Probleme einstellten und ihm die Arbeit an seinenm Grundstück in Zedtlitz zu viel wurde, entschied er sich für das betreute Wohnen in der Kreisstadt.

Das taten auch Käthe Eckardt und Rudolf Starke. Beide sind 77 Jahre alt und lernten sich vor vier Jahre beim Arztbesuch kennen. Seitdem lebten sie zusammen in der Semmelweis-straße, also nur ein paar Häuser von den einstigen Schwesternhäusern entfernt. Weil sie beide gesundheitlich angeschlagen sind – sie nach mehreren Knieoperationen und mit schwerem Rheuma, er nach einer Herzoperation –, zogen sie am 13. Juni in die neue Wohnanlage in eine 65 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung mit einem großen Bad und Balkon. „Der einzige mit Blumenkästen", sagt die Seniorin stolz. Und sie fügt hinzu: „Hier ist es sehr schön."

Das Paar scheint den Argumenten von Jörg Mierbach recht zu geben, mit denen der Geschäftsführer der Investorengesellschaft anfänglich offenbar vorhanden gewesenen Vorbehalten der Stadt gegenüber diesem Projekt entgegentrat. Die Firma Mierbach und Schädlich aus Chemnitz ist Eigentümerin des Objektes, die Volkssolidarität Betreiber. Die Stadt, sagte Mierbach gestern bei der Eröffnungsfeier, habe anfänglich Bedenken gehabt, weil die Bewohner des Stadtteils Nord im Durchschnitt ohnehin schon älter sind, als die Bornaer Bevölkerung insgesamt. Das habe man mit einer Seniorenwohnanlage nicht noch manifestieren wollen, erinnerte sich Mierbach. Sein Gegenargument: Die Nord-Bewohner, die gern in ihrer vertrauten Umgebung bleiben wollen, ziehen in die neue Anlage, und in die frei werdenden Wohnungen ziehen jüngere Leute nach.

Grüße kamen gestern auch vom Landratsamt. Kreissozialamtsleiterin Karin Keßler erinnerte daran, dass die Kreisverwaltung bis 2005 selbst die beiden Häuser nutzte, in denen früher angehende Krankenschwestern während der Ausbildung wohnten.

Heute gehört zu jeder der 43 Wohnungen, die alle schon bewohnt, vergeben oder reserviert sind, eine Notruftaste. Eine Pflegeschwester ist rund um die Uhr vor Ort und kann im Bedarfsfall helfen. Rebecca Baum, die stellvertretende Pflegedienstleiterin, schmunzelt bei der Frage, wie oft der Hausnotruf seit Anfang Juni schon benutzt wurde und sagt: „Manche drücken nicht nur bei einem Notfall." Es könne schon vorkommen, dass jemand nur mal plaudern will. Vielleicht meinte Joachim Arndt ja auch das, als er sagte, in den betreuten Wohnanlagen der Volkssolidarität „hat der ältere Bürger so viel Hilfe wie notwendig, und er ist so unabhängig wie möglich".

André Neumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

20.08.2017 - 10:24 Uhr

Gruhne-Elf feiert nach dem Fehlstart vergangene Woche einen späten Heimsieg gegen die Mannen vom Muldezusammenfluss.

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr