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Für die Schweinezucht reicht es in der Agrar GmbH Auligk hinten und vorne nicht mehr

Russland-Embargo und China-Krise Für die Schweinezucht reicht es in der Agrar GmbH Auligk hinten und vorne nicht mehr

Es reicht hinten und vorne nicht. Deshalb werden in der Agrar GmbH Auligk die Konsequenzen gezogen. „Wir betreiben in Zukunft keine Schweinezucht mehr“, sagt Geschäftsführer Bernd Barfuß.

Hält liebevoll ihre Ferkel in den Händen. Anlagenleiterin Michéle Hesse von der Agrar GmbH Auligk & Co. KG.

Quelle: Andreas Döring

Groitzsch. Es reicht hinten und vorne nicht mehr. Deshalb werden in der Agrar GmbH Auligk die Konsequenzen gezogen. „Wir betreiben in Zukunft keine Schweinezucht mehr“, sagt Geschäftsführer Bernd Barfuß. Dabei hatte das Unternehmen, das 70 Mitarbeiter beschäftigt und im Jahr 1990 aus zwei Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) hervorging, in früheren Zeiten 6000 Schweine in seinen Stallungen. Künftig, sagt Barfuß, werden in dem Unternehmen mit Sitz im Groitzscher Ortsteil Gatzen nur noch ausgewachsene Jungschweine bis zur Schlachtreife gemästet.

Schuld daran sind nicht etwa irdische Unbilden wie schlechtes Wetter oder Krankheiten, die Landwirten schon seit Menschengedenken immer wieder zu schaffen machen. Die Ursachen für die durchaus wesentliche Umstellung in der Auligker Agrar GmbH liegt zum einen sehr viel weiter weg und ist dennoch so nah. „Wir leiden unter dem Russland-Embargo“, sagt Geschäftsführer Barfuß und verweist auf den riesigen Markt, der deutschen Fleischerzeugern als Folge der Ukraine-Krise weggebrochen ist. Hinzu kommt die Wirtschaftskrise in China, was die Überproduktion an Fleisch in Deutschland noch spürbarer macht. Probleme, die sich nur politisch lösen lassen, sagt GmbH-Chef Barfuß und die auch nicht durch die staatliche Einmalzahlung von 10 000 Euro für betroffene Betriebe ausgleichen lassen. Nicht zuletzt wirkt sich die Konzentration im Lebensmittelmarkt aus, in dem wenige Handelsketten die Preise diktieren.

Ein Kilo ausgeschlachtetes Schwein, also das, was üblicherweise von Innereien befreit als Schweinehälfte am Fleischerhaken hängt, kostet derzeit 1,31 Euro. Ein Preis, von dem Erzeuger wie die Auligker Agrar GmbH nicht leben können. Geschäftsführer Barfuß: „1,50 Euro pro Kilo wäre kostendeckend.“ Die haben Betriebe wie das Unternehmen in Gatzen zwar auch sonst nicht immer erzielt, „aber das hat sich über die Jahre ausgeglichen“. Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Am Negativtrend für die Auligker Landwirte, die auch Milchwirtschaft und Pflanzenproduktion betreiben, hat auch eine beachtliche Produktivitätssteigerung nichts ändern können. Lieferte eine Sau bei der Auligker Agrar GmbH noch vor wenigen Jahren 25 Ferkel übers Jahr, so sind es mittlerweile 28.

Ferkel werden künftig nicht mehr aufgezogen. Die letzten Sauen, die im September besamt wurden, haben abgeferkelt, also den Nachwuchs zur Welt gebracht. Und wenn der seine 25 Kilo Gewicht hat, ist Schluss. Künftig kauft die Agar GmbH Auligk Tiere mit diesem Gewicht, um sie dann binnen 100 Tagen auf ein Gewicht von 120 Kilo und damit zur Schlachtreife zu bringen. Auch das ist kein Geschäft, bei dem der ganz große Reibach winkt. Immerhin, sagt Geschäftsführer Barfuß, kostet allein das Futter, das sein Schwein braucht, um später seiner Bestimmung auf den Schlachthöfen in Weißenfels oder Altenburg zugeführt zu werden, 57 Euro. „Die Kosten für Heizung oder auch der Lohn der Mitarbeiter kommen auch noch dazu“, sagt Barfuß. In Jahren gerechnet aber scheint auf diese Weise ein leichter Gewinn möglich.

Dennoch fuchst es einen Landwirt, dass er mit den Abprodukten der Schweinemast unter dem Strick mehr Geld einspielt als mit der Fleischproduktion. Mit Gülle, die bekanntlich zur Biogaserzeugung und als Dünger verwendet wird.

Von Nikos Natsidis

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