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Borna GPM kauft zwei Blöcke und macht Kitzscher Strich durch die Rechnung
Region Borna GPM kauft zwei Blöcke und macht Kitzscher Strich durch die Rechnung
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09:00 11.02.2017
Diese beiden Blöcke in Kitzscher kamen für das Fünffache des Verkehrswertes unter den Hammer Quelle: André Neumann
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Kitzscher

In Kitzscher ist der Wohnungsmarkt in Bewegung. Während die Stadt erfolgreich daran kurbelt, ihr Eigenheimbaugebiet am Eichholz zu vergrößern, wechseln jetzt auch etliche Wohnungen in Plattenbauten den Besitzer.

Im jüngsten, Ende der Achtzigerjahre gebauten Plattenbauviertel an der Leipziger Straße sind gerade zwei Wohnblöcke versteigert worden. Es handelt sich um die beiden südlichsten Blöcke, die am nächsten zur Feuerwehr stehen. Die Zwangsversteigerung hatte die Stadt Kitzscher beantragt, dabei aber ein anderes städtebauliches Ziel verfolgt: Abriss. Die Hoffnung war, einen Käufer zu finden, der die noch wenige Jahre zur Verfügung stehenden Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost für den Rückbau nutzt und später das Grundstück entwickelt. Nach dem Modell war vor einem Jahr bereits ein Block abgerissen worden.

Dass der neue Eigentümer andere Pläne verfolgt, dafür spricht schon der Preis, der bei der Versteigerung gezahlt wurde. Das Grundstück mit den beiden Wohnblöcken sollte laut Gutachten bei 52 000 Euro Wert sein. Verkauft wurde es für das rund Fünffache.

Peter Jugl, Geschäftsführer des in Markkleeberg ansässigen Immobilienunternehmens Global Project Management (GPM) bestätigt, dass Abriss für ihn keine Option sei. Er sehe vielmehr angesichts der verstärkten Nachfrage nach Wohnungen und dem Mietpreisanstieg in Leipzig auch für Kitzscher Perspektiven im Mietwohnungsbereich. Die Mieter in den beiden Blöcken, versichert Jugel, könnten dort wohnen bleiben. Konkrete Pläne für die beiden Blöcke gebe es im Moment noch nicht. „Darüber“, sagt Jugl, „müssen wir uns noch Gedanken machen. Für den Abriss sind die Blöcke aber zu schade.“ Das Unternehmen hat seit rund 20 Jahren Erfahrungen mit Wohnimmobilien. Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) ist da eher skeptisch, sagt: „Wir haben viele leer stehende Wohnungen in Kitzscher. Und diese beiden Blöcke sind unsaniert. Da muss Geld in die Hand genommen werden.“

Noch vor der Versteigerung stehen 141 überwiegend bewohnte Eigentumswohnungen in mehreren Wohnblöcken in der Pappelstraße, in der Birkenstraße und in der Straße der Feuerwehr. Die Wohnungen gehören noch zur Insolvenzmasse der einstigen städtischen Wohnungsbaugesellschaft Stadtbau Kitzscher. Als die im Mai 2006 in Insolvenz ging, gehörten rund 1100 Wohnungen und 24 Gewerbeeinheiten zur Insolvenzmasse. Ein großer Teil davon wurde von Insolvenzverwalter Görge Scheid gleich zu Beginn des Verfahrens in zwei Paketen verkauft.

Die jetzige Zwangsversteigerung, die am 26. April im Amtsgericht Leipzig stattfindet, kommt auf Antrag von Gläubigern zustande. Der Verkehrswert der Wohnungen beträgt zusammen rund 1,2 Millionen Euro.

Von André Neumann

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