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Gärtner bleiben auf den Blumen sitzen

Gärtner bleiben auf den Blumen sitzen

Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt-, heißt es in einem alten Volkslied. In diesem Jahr wird nichts daraus, denn den Landwirten sind die Hände gebunden.

Rötha. Nur drei, vier Tage Anfang des Monats konnten sie auf die Felder, seitdem bestimmen Schnee und Frost das Bild. Noch aber ist kein Grund zur Sorge. "Wir sind zwar mit der Arbeit nicht weit, aber in der Region ohne Schaden über den Winter gekommen", konstatierte gestern Dietmar Mühlberg von der Außenstelle Rötha des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Will heißen: Der üppige Schnee in diesem Winter hat die im Herbst ausgebrachte Saat geschützt. Und die macht den Großteil der Kulturen aus, die von den hiesigen Bauern angebaut werden. Auf einem Drittel der Ackerfläche ist Winterweizen im Boden, auf 20 Prozent Winterraps und auf 13 Prozent Wintergerste. Zwar müsste im März das Sommergetreide ausgesät werden, "aber so hoch ist dessen Anteil bei uns nicht", sagt Mühlberg. Verzögerungen haben auch die Kartoffelbetriebe in Kitzscher und Frohburg in Kauf zu nehmen. Die Knollen brauchen eine Bodenwärme von mindestens sieben bis acht Grad Celsius. Rüben und Mais, so Mühlberg weiter, würden ohnehin erst Mitte April in den Boden gebracht. "Die Natur gleicht viel wieder aus", weiß Mühlberg aus langjährigen Erfahrungen. Ein langer Winter sei nicht ungewöhnlich, ebenso wenig Schnee im März.

Allerdings droht ein Arbeitsstau, wenn sich nicht bald der Frühling einstellt. "Die Felder brauchen Nährstoffe", weiß Mühlberg. Es sei an der Zeit, den Dünger auszubringen und für den Pflanzenschutz zu sorgen. Zudem hoffen die Landwirte, dass das Wetter nicht von einem Extrem ins andere fällt. Zu hohe Temperaturen würden die Natur regelrecht explodieren lassen, eine zu schnelle Entwicklung der Kulturpflanzen aber würde den späteren Ertrag schmälern, so der Fachmann aus dem Röthaer Amt. Wenn der Raps zum Beispiel zu kurz blüht, bilden sich weniger Schoten aus.

"Viel, viel schlimmer sind die Gartenbaubetriebe dran", betont Mühlberg. Ob Primeln oder Stiefmütterchen, die in den Gewächshäusern herangezüchteten Blumen müssten jetzt ausgepflanzt werden, doch der Boden ist noch nicht frostfrei. "Die Betriebe werden wohl etliche Blumen nicht vermarkten können", sagt Mühlberg. "Die Pflanzen sind schon zu weit." Hinzu kämen die enormen Heizkosten, die die Gartenbaubetriebe zusätzlich belasten. "Das holt man nicht mehr rein", meint der Fachmann vom Landwirtschaftsamt

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2013

Frank Prenzel

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