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Borna Garagen in Lobstädt werden komplett privatisiert
Region Borna Garagen in Lobstädt werden komplett privatisiert
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00:21 22.10.2017
Der Garagenhof in Lobstädt wird komplett privatisiert. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch/Lobstädt

Die Gemeinde Neukieritzsch trennt sich von ihrem Teil des Garagenkomplexes am Friedhof in Lobstädt. Nach einem Beschluss des Gemeinderates vom Juni verkauft Neukieritzsch etwa die Hälfte des Garagenhofes für 29999 Euro an einen in der Schweiz lebenden Deutschen. Der Handel ist noch nicht unter Dach und Fach. Ein Lobstädter übt Kritik am vorgehen der Gemeinde.

Dietmar Priemer (64), besitzt zwei Garagen auf dem noch kommunalen Teil des Garagenareales. Der andere Teil gehört dem jetzigen Käufer schon. Die Grundstücksteilung liegt lange zurück. Eigentümer des anderen Grundstücks war die Landestalsperrenverwaltung und damit der Freistaat Sachsen. Der hatte sein Grundstück schon vor einigen Jahren verkauft. Die Grenze verläuft diagonal durch das Gelände, deswegen mussten beim damaligen Verkauf gegenseitige Überfahrtsrechte ins Grundbuch eingetragen werden.

Als Priemer von der Absicht der Gemeinde hörte, ihren Teil des Garagenhofes nun auch an den privaten Eigentümer zu verkaufen, wollte er das verhindern. Er stellte einen eigenen Kaufantrag.

Das war im Januar. Von der Verwaltung erhielt er die Auskunft, dass es noch keine konkreten Verkaufsverhandlungen gebe. Der Gemeinderat hatte damals beschlossen, die Verwaltung solle den Verkauf vorbereiten. Danach hörte Priemer nichts mehr von der Gemeinde, erfuhr erst in der Leipziger Volkszeitung vom beschlossenen Verkauf. „Ich fühle mich verarscht“, hält der Lobstädter seinen Ärger nicht zurück. Wenigstens eine Information hätte er erwartet, um seinen Hut für den anstehenden Verkauf noch einmal in den Ring werfen zu können. Priemer hat sich auch ans Landratsamt gewand, dort habe man am Vorgehen der Gemeinde nicht auszusetzen gehabt, wundert er sich.

Aus Sicht der Gemeinde war ein Verkauf an einen Dritten aber gar nicht vorgesehen, bestätigt indirekt Bauamtsleiter René Hertzsch. Das sei dem Lobstädter auch so mitgeteilt worden. Sowohl wegen des Wegerechtes als auch wegen der Abrechnungen für Pacht und Strom, sagt Hertzsch, sei es günstig, wenn der Komplex in eine Hand kommt. Bei zwei Eigentümern, die womöglich nicht unter einen Hut kommen, „haben wir langfristig ein Problem“, sagt Hertzsch.

Was Priemer nicht so sieht. Mit der Abrechnung der Pacht habe es nie Probleme gegeben, sagt er. Und das Geld für den Strom werde ohnehin in Eigenregie kassiert. „Warum“, fragt er, sollte es besser sein, wenn das komplette Grundstück nur einem gehört. Zumal, wie er meint, es der Gemeinde egal sein könnte, wenn zwei Eigentümer sich abstimmen müssten. Dem widerspricht der Bauamtsleiter: „Es geht um unsere Bürger“. Und man wolle Konflikte nicht auf andere abwälzen.

Dietmar Priemer hätte das Grundstück gekauft, um den jetzigen Zustand zu erhalten, sagt er. Wobei er vor allem die Kosten im Blick hat. Im bereits privatisierten Teil der Garagen hat sich die Pacht nämlich offenbar bereits erhöht. Aus zwei Schriftstücken geht hervor, dass der Freistaat 2012 noch 40,90 pro Jahr kassierte, der neue Eigentümer nahm 2014 schon 96 Euro für eine Garage.

Einige, sagt Priemer, hätten ihre Garage schon aufgegeben.

Von André Neumann

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