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Borna Gartenverband: Polizeieinsatz zum Ende einer Ära
Region Borna Gartenverband: Polizeieinsatz zum Ende einer Ära
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14:03 19.05.2015
Musste seinen Stuhl räumen: Rolf Steinert. Quelle: Frank Prenzel

Am Dienstag wurde der langjährige Geschäftsführer und Vorsitzende des Regionalverbandes, Rolf Steinert, vom Vorstand fristlos entlassen. Damit hat die Kette der Auseinandersetzungen im Verband der Kleingärtner einen neuen Höhepunkt erreicht.

Steinert habe auf der Vorstandssitzung ein Dokument verlesen, demzufolge der Vorstand das Haus verlassen sollte, sagte Vorstandsmitglied Frank Neumann. Zuvor habe es eine Zusammenkunft von Steinert mit mehreren Vereinsvorsitzenden gegeben, die das Dokument abgesegnet hätten. Der Vorstand habe sich aber geweigert, Steinerts Aufforderung Folge zu leisten und stattdessen auf seinem Hausrecht bestanden. Am Ende, so Neumann weiter, habe Steinert die Polizei geholt und der Vorstand einen Anwalt. Der 76-Jährige Steinert habe die Schlüssel seines Dienstwagens abgeben müssen. Einen Tag später sei eine protokollarische Übergabe erfolgt.

Über die Gründe für die ungewöhnliche Art der Trennung vom langjährigen Aushängeschild des Verbandes wollte sich Neumann nicht allzu konkret äußern. Er bestätigte aber, dass sie wohl primär in der Person Steinert liegen. Dessen Umgang mit anderen Menschen sei schon lange ein Problem gewesen. Steinert soll dem Vorstand auch wichtige Informationen vorenthalten haben.

In der Tat hatte es immer wieder Auseinandersetzungen um den Geschäftsführer und Vorsitzenden gegeben. So hatte er erst kürzlich die Behauptung zurücknehmen müssen, der langjährige Vorsitzende der Bornaer Gartensparte "Gärtnersglück 82", Hansjürgen Dietzschold, hätte Geld in vierstelliger Höhe aus der Vereinskasse genommen. Das hatte Steinert auf der Vereinsversammlung im Mai zu Protokoll gegeben, bei der Dietzschold nach einer turbulenten Veranstaltung von seinem Chefposten zurückgetreten war. Steinert hatte sich bei Dietzschold schließlich entschuldigt.

Der hatte dem bisherigen Regionalverbandschef bereits vor Jahresfrist vorgeworfen, er herrsche allein und stoße Menschen vor den Kopf. Eberhard Schneidenbach, Ehrenmitglied des Regionalverbandsvorstands, hatte erklärt, in der Verbandsführung dürfte nicht autoritär, sondern müsse sozial agiert werden. Auf dem Verbandstag im letzten Jahr hatte sich aber eine Mehrheit für den Frauendorfer Steinert entschieden. Zudem war ein fast komplett neuer Vorstand in den Sattel gesetzt worden.

Steinert bestätigte auf LVZ-Nachfrage die Vorgänge auf der Vorstandssitzung am Dienstag. Dagegen wolle er sich wehren. "Ich werde klagen", erklärte er und kündigte den Gang zum Rechtsanwalt an.

Der stellvertretende Vorsitzende des Regionalverbandes, Frank Kwiezinski, teilte mit, dass so bald wie möglich ein Verbandstag einberufen werden soll. Am Dienstag nächster Woche will der Vorstand über die neue Lage beraten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.09.2014
Nikos Natsidis

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