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Borna Gasthof Großprießligk fest in Hippie-Hand
Region Borna Gasthof Großprießligk fest in Hippie-Hand
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14:26 24.02.2019
Flower-Power beim Groitzscher Carneval Club: die Candy Girls. Quelle: Bert Endruszeit
Groitzsch/Großprießligk

Flower-Power, bunte Kleider, dicke Sonnenbrillen – die Hippies führten am Sonnabend im Gasthof Großprießligk das Zepter. Bei der dritten Abendveranstaltung des Groitzscher Carneval Clubs (GCC) von 1965 drehte sich alles um die 60er-Jahre. Ein Motto, von dem sich auch die meisten Gäste inspirieren ließen. „Ich habe im Schrank bestimmt 20 Faschingskostüme, ein Hippie war aber nicht dabei. So musste ich mich rechtzeitig um das passende Outfit kümmern“, verriet die 32-jährige Maria Maluschka, die traditionell mit Kollegen und Freunden Fasching feierte.

Der Gasthof Großprießligk war am Sonnabend fest in Hippie-Hand. Nicht nur das Programm richtete sich natürlich am Motto aus, auch viele Gäste hatten sich entsprechend gekleidet.

Aktuell zählt der GCC 94 Mitglieder, von der fünfjährigen Tanzmaus bis zum 77-jährigen Mann fürs Organisatorische. Wer einmal dazu gehört, bleibt oft über Jahrzehnte. „Seit meinem fünften Lebensjahr bin ich dabei, damals war ich bei den Tanzmäusen“, sagte Laura Naumann, die in diesem Jahr als Moderatorin, Sängerin und Akteurin des Schwarzlichttheaters mitwirkte. „Ich bin sogar mitten in der Faschingszeit geboren, drei Tage vor dem Ende der Amtszeit meiner Eltern als Prinzenpaar Kerstin und Hendrik.“ Die Mitarbeit im GCC sei eine Leidenschaft, für die man sehr viel Zeit mitbringen muss. Geprobt werde meist einmal pro Woche, kurz vor den Auftritten sind es dann deutlich mehr Termine. Über mangelnden Zuspruch muss sich der Verein nicht beklagen, für eine zweite kleine Garde gibt es bereits erste Pläne. Die ganz kleinen Interessenten rennen dem GCC buchstäblich die Bude ein, rar sind da eher die mittleren Jahrgänge.

Das vereinseigene Schwarzlichttheater sei ein Alleinstellungsmerkmal der Region, betonte Kerstin Naumann. „Kurz nach der Wende habe ich das als ,Eintagsfliegen’ auf die Bühne gebracht und später wieder aufleben lassen.“ Die Kostüme für eine solche Aufführung könne man nicht einfach so von der Stange kaufen. „Für das Bienenkostüm haben wir die weiße Farbe auf die schwarzen Kostüme gesprüht und gemalt. Wir wollen ja etwas zeigen, das sonst niemand hat.“

Manchmal müsse man auch improvisieren, sagte Programmchef René Dietzschold, bei dem alle Fäden zusammenliefen. Denn am Sonnabend stellte sich heraus, dass die Büttenrednerin buchstäblich ohne Stimme aus ihrem Skiurlaub zurückkam. „Dafür haben wir dann einfach einen Extratanz eingefügt. Manchmal muss man eben noch zehn Minuten vor dem Start das Programm umstellen. Das gehört zum Alltag“, so Dietzschold.

„GoldCehlChen“ thematisieren Klimawandel

Das aufwendige Abendprogramm zeigte die ganze Vielfalt der GCC-Talente. Ob große oder kleine Tanzgruppe, ob frecher Sketch oder das unverzichtbare Männerballett – immer war die Leidenschaft für den Karneval spürbar. Selbst nachdenkliche Zwischentöne beherrschen die Groitzscher souverän: Ein Beweis war der Auftritt der „GoldCehlChen“, die mit ihrem Lied „In ein paar Jahren“ auf Umweltverschmutzung und Klimawandel hinwiesen. Und das Prinzenpaar Jenny und Robert sprach die Schließung von vertrauten Geschäften des örtlichen Einzelhandels an – ein Thema, das sicher so manchen Groitzscher beschäftigt.

Von Bert Endruszeit

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