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Borna Gedächtnistrainer macht Station in der JVA Regis
Region Borna Gedächtnistrainer macht Station in der JVA Regis
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18:31 17.05.2012
Überzeugte in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen mit Sprachwitz und einer gehörigen Portion Humor: der Schweizer Gedächtnistrainer Gregor Staub. Quelle: Roger Dietze
Regis-Breitingen

Der bekannte Schweizer Gedächtnistrainer Gregor Staub bediente sich am Mittwochnachmittag in der JSA-Aula der asiatischen Sprache, um zu demonstrieren, wie leicht es ist, eine gängige Lehrmeinung zu widerlegen. Nämlich die, derzufolge sich ein durchschnittlich gebildeter Mensch maximal sieben bis 15 Wörter einer fremden Sprache über Nacht einzuprägen vermag. „Ich sage, dass bis zu 300 Wörter möglich sind, und ich trete in meinen Seminaren immer wieder den Beweis dafür an", so der Eidgenosse, dessen Gedächtnistraining-Methode megamemory® auf einer Kombination von Logik und Gedächtnis basiert. In diese Methode hineinschnuppern konnte am Mittwochnachmittag nicht nur die interessierte Öffentlichkeit, unter der die Lehrerschaft die Mehrheit stellte, sondern auch 85 in der JSA einsitzende Jugendliche im Alter zwischen 17 und 22 Jahren. „Sie stehen unmittelbar vor den Haupt- und Realschulprüfungen, und deshalb wollte ich ihnen noch etwas Handwerkszeug für diese für sie große Herausforderung an die Hand geben", so Lehrerin Maike Martin. Denn viele der Prüflinge besäßen Abgangszeugnisse der 6., 7. und 8. Klasse, hätten zum Teil vor dem Antreten ihrer Haftstrafe viele Jahre keine Schulbank mehr gedrückt oder eine Förderschule besucht. „Umso erstaunlicher ist es, dass viele es hier dennoch packen, und um so dankbarer bin ich, dass ein gefragter Mann wie Gregor Staub die Zeit gefunden hat, nach Regis-Breitingen zu kommen." Dieser bestätigte denn auch die JSA-Pädagogin umgehend mit der Bemerkung, dass er zum Teil schon bis ins Jahr 2016 hinein gebucht sei, für Schulen und Spezialaufgaben wie die in Regis-Breitungen aber immer versuche, Termine möglich zu machen. „Es war eine sehr herzliche und fröhliche Stimmung mit den Jugendlichen, und meine spontanen Gedanken, möglicherweise Mördern gegenüber zu sitzen, wurden schnell von dem Gefühl überlagert, hier Menschen zu begegnen, für die diese Prüfungen und die Vorbereitung auf diese die ersten Schritte in eine neue Zukunft bedeuten." Dabei gelang es Staub, die Jugendlichen für sich aufzuschließen, indem er von seiner Gedächtnismethode Gebrauch machte und sich Namen wie Geburtsdaten von einigen seiner Kurzzeit-Schüler in kürzester Zeit einprägte. Dass er diese Methode zur Perfektion getrieben hat, bewies der Mann aus dem Heidi-Land vor einiger Zeit vor rund Tausend Managern der IT-Branche aus seinem Heimatland. „Ich wusste, dass diese Leute sehr skeptisch sind und ich sie nur für meine Methode aufschließen kann, wenn ich den ganz großen Hammer heraus hole." Auf einer Autofahrt von Leipzig nach Zürich habe er sich dann alle Vornamen eingeprägt und damit für jede Menge große Augen gesorgt

.

„Fast alle Teilnehmer haben danach meine Selbstlernkurse gekauft."

Roger Dietze

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