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Gedenken an Erich Loest

Gedenken an Erich Loest

Bei schönem Wetter wolle sie wiederkommen und am Loest-Ehrenhain, wo sechs Eichen gepflanzt wurden, und im Park spazieren gehen. Mit diesen Worten verabschiedete sich Linde Rotta, die Lebensgefährtin des verstorbenen Leipziger Schriftstellers Erich Loest am Samstagnachmittag in Rötha.

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Beim Gedenken an Erich Loest: Hans-Joachim Keil (in der Zaren-Uniform), Loests Lebensgefährtin Linde Rotta und Walter Christian Steinbach.

Quelle: Ulrike Wolf

Rötha. Rotta und die Mitglieder des Fördervereins Rötha -"Gestern. Heute. Morgen" erinnerten mit einer Kranzniederlegung und der feierlichen Einweihung der neu gestalteten Stele an den ersten Todestag von Loest.

Um dem verstorbenen Autor zu gedenken, hatten die Vereinsmitglieder Uwe Herrmann, Brigitte Steinbach und Klaus Rostalski nicht nur die Stele neu gestaltet, sondern auch die Wiese des Ehrenhains neu eingesät und gepflegt. "Erich Loest hat uns einen kleinen Schatz hinterlassen", sagte Walter Christian Steinbach, der Vereinsvorsitzende über die Loest-Erzählung "Sechs Eichen bei Rötha". "Wir sind hier spazieren gegangen", erinnert sich Linde Rotta an die gemeinsamen Momente mit ihrem Mann im Schlosspark. "Die Erzählung hatte er innerhalb von drei Tagen geschrieben", so Rotta. Für sie sei der Loest-Gedenkhain eine sehr schöne Erinnerung. Steinbach würdigte in seiner Rede auch die großen Romane Loests. "Wer hütet nicht wie seinen Augapfel die erste DDR-Ausgabe "Es geht seinen Gang", kaum erschienen war der Roman nicht nur vergriffen, sondern auch schon wieder verboten", so Steinbach.

Röthas Bürgermeister Ditmar Haym erinnerte an die Pflanzung der sechs Eichen am 17. November 2012. Das Datum war auch der Beginn der Schlossparksanierung. "Das große Projekt Schlosspark, wir haben das gemeinsam geschafft, Stadt und Verein", sagte Haym. Auch durch eine großzügige Förderung der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig war die Neugestaltung des Parks und der erste Aufbau des Loest-Haines möglich geworden. Am Samstag erinnerte Gabriele Greiner von der Sparkasse Leipzig an den Schriftsteller Loest. "Wir sind dankbar, seinen literarischen Nachlass im Erich-Loest-Archiv pflegen und bewahren zu dürfen", sagte Greiner. Mehr als 30 Gäste waren zur Gedenkfeier gekommen, einige Mitglieder des Fördervereins kannten Erich Loest persönlich.

"Loest soll einen würdigen Platz in Rötha erhalten. Er hat von Anfang an unseren Verein unterstützt", erinnerte sich Rolf Körner (90). "Er war bei Lesungen in der Georgenkirche dabei oder bei unseren Weihnachtsfeiern." Loest ist für einige Vereinsmitglieder als in sich gekehrter, ruhiger Mensch, als guter Zuhörer, in Erinnerung geblieben. Gabriele Kämpfner, Leiterin des Museums Borna, traf Loest am 3. Oktober 1995 in Düsseldorf bei der Feier zur Deutschen Einheit. "Die Begegnung war für mich eindrucksvoll, ich habe viele seiner Bücher interessiert gelesen, es ist die Offenheit, die mir gefällt." Kämpfner erinnert sich, dass Loest mit einem Tag der Einheit weit weg von Ostdeutschland nicht zufrieden war. "Er hatte eine eigene Vorstellung vom Tag der Einheit", sagte Kämpfner. Erich Loest ließ sich 2011 in "Sechs Eichen bei Rötha" von den Vorbereitungen zum 200. Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig inspirieren. Die Feierlichkeiten zu den Geschehnissen hier in Rötha hat er nicht mehr miterlebt. Die Geschichte um das Hauptquartier zur Völkerschlacht und die Erinnerung an Loest, all das sammelt sich hier im Röthaer Schlosspark.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2014
Ulrike Wolf

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