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Gedenkstein-Weihe in Neukieritzsch

Gedenkstein-Weihe in Neukieritzsch

Die Kirche zu Kieritzsch fasste am Sonnabend kaum die vielen Besucher. Die niederländischen Freunde der Stiftung "16. Juli 1944" aus Beverwijk und Umgebung mit ihrer Begleitung aus dem Raum Merseburg in Sachsen-Anhalt waren auf Einladung der Neukieritzscher gekommen, um der Opfer der Zwangsarbeit in der Kriegszeit zu gedenken.

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Ein Gedenkstein am Fuße der Kieritzscher Kippe soll an das Schicksal niederländische Zwangsarbeiter erinnern.

Quelle: Detlef Bergholtz

Neukieritzsch. Pastor Lambertus Hermanus Stuifbergen aus Beverwijk forderte auf, immer wieder die Erinnerung wachzuhalten und das Gedenken zu pflegen. "Die Lebenden werden eine Antwort bekommen, wenn die Bilder von den Toten in den Hirnen und Herzen bleiben", sagte er. Der Gemischte Chor Neukieritzsch umrahmte auf eindrucksvolle Weise die Feier. Im Altarraum der Dorfkirche waren die Fotos von Opfern aufgestellt.

Während einer Razzia in Beverwijk/Velsen-Noord am 16. April 1944 waren 486 unschuldige junge Männer von den Besatzern festgenommen und zur Zwangsarbeit deportiert worden. Von 1944 bis 1945 haben 96 von ihnen mit Hunderten weiteren Niederländern in den sogenannten Arbeitserziehungslagern "Höhensonne" auf der Hochhalde und im nahen Lager Peres gelitten. 102 Menschen haben dies nicht überlebt. Die Freunde aus der Stadt Beverwijk/Velsen-Noord im holländischen Kennemerland gaben diesen Toten wieder ein Gesicht: Elis de Bie (19), Cor Heslinga (17), Gerard Wijsman (21), Cornelis Bart (19), Johan Detmar (22) ... Sie und viele mehr wurden Opfer von Gewalt, Hunger und Krankheit in den Zwangsarbeiterlagern.

Viele Jahre schon besuchten die niederländischen Angehörigen der Opfer und die letzten Überlebenden die Stätte der Erinnerung im Ehrenhain Pulgar. Im Zentrum des Gedenkens stand diesmal ein neuer Gedenkstein im Trachenauer Weg zu Füssen der Kieritzscher Kippe, den die Gemeinde und der Heimatverein Lippendorf-Kieritzsch mit freundlicher Unterstützung der Mibrag, der Firma ER-TI sowie der Firma Video Süd GmbH gestiftet hatten.

An der Weihe des Steins, die von einem Bläser-Quartett des Musikvereins Neukieritzsch eingeleitet wurde, war auch Alexander von Einsiedel in Vertretung von Geschäftsführerin Amalie von Einsiedel zugegen. Diese Familie begründet ihr Engagement mit ihren demokratischen Traditionen und den historischen Bindungen in Westeuropa.

"Wir haben hier unter uns ein Kleineuropa", sagte Cor Bart, Sprecher und Organisator der Reise. Unter den Gästen befand sich auch eine Gruppe junger Leute, Niederländer und Deutsche, die enge Kontakte zu Gleichaltrigen in Polen, der Ukraine und Russland im Namen der Stiftungen aufbauen und pflegen. Die Schülerinnen Liane Rühlemann, Victoria Overkamp, Michele Dumitru, Lisa Vessies und Frederique van Tiel sind der Kern dieser Gruppe, die gemeinsam die Geschichte der beiden Weltkriege sowie von Menschenschicksalen aufarbeiten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.06.2014
Detlef Bergholtz

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