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Gefährliches Pflaster in Gnandorf

Gefährliches Pflaster in Gnandorf

Gnandorf, letztes Neubaugebiet zu DDR-Zeiten, ist im wahrsten Sinne des Wortes ein gefährliches Pflaster. Bürgersteige sind vollkommen marode und oft nur noch eine Aneinanderreihung von Löchern, an Treppen fehlen zum Teil ganze Stufen oder brechen stückchenweise ab, wenn jemand drauftritt.

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Holger Heynold zeigt, wie es derzeit in Gnandorf um Gehwege und Treppen bestellt ist.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Das genau ist Holger Heynold passiert, als er an der Bushaltestelle Gnandorf die Treppe benutzte, um nach Hause zu kommen. Die Folge war ein gebrochener Fuß. Das ist mittlerweile anderthalb Jahre her, "doch getan hat sich seitdem hier überhaupt nichts", sagt er. Im Gegenteil: stellenweise werde es immer schlimmer. Und das, obwohl er sich immer an die Stadt wende und auf die Missstände hinweise. Doch bisher hat sich die Stadt weder ihm noch der LVZ gegenüber zu den Anfragen geäußert.

Besonders schlimm ist es um die Neue Platekaer Straße bestellt, die für Autos gesperrt ist und von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird. Doch wer hier läuft, muss gut hingucken: herausgebrochener Asphalt, knöcheltiefe Löcher und Risse prägen den Gehweg. "Für die vielen Kinder und die älteren Menschen hier ist das eine Katastrophe", macht Heynold deutlich. Allerdings gibt es im Wohngebiet sichtbare Ausnahmen. Laut Heynold sind alle Bürgersteige, die zu den Wohnblöcken der Wohnungsgenossenschaften gehören, vollkommen in Ordnung. "Das, was die Stadt bewirtschaften muss, wird hingegen völlig vernachlässigt", beschwert er sich.

Auch der Weg vom Haus, in dem Senioren altersgerecht wohnen, bis zur Bushaltestelle ist für die dortigen Mieter schlichtweg unzumutbar. Hier fehlen gleich mehrere Gehwegplatten. "In der letzten Zeit sind immer mehr verschwunden, wahrscheinlich braucht die jemand für seinen eigenen Weg", mutmaßt Heynold. Während des kurzen Gangs durch das Wohnviertel begegnen ihm etliche Fahrradfahrer, die mit ihrem Drahtesel Slalom fahren müssen.

Fußgängerin Brigitte Illgen setzt vorsichtig einen Fuß vor den anderen. "Das ist kein Weg mehr, das ist eine Katastrophe", sagt sie kopfschüttelnd. Jeden Tag seien die Senioren hier unterwegs, um zur Bushaltestelle zu gelangen. Zurück kommen sie dann mit Einkaufstüten oder Rollis, "und dann wird es wirklich schwer". Zwar habe es in den vergangenen Monaten immer mal einige Ausbesserungen gegeben, "aber nur halbherzig", nach Heynolds Ansicht. "Wenn jetzt nicht was passiert, und zwar grundlegend, wird es im Winter richtig prekär", sagt Illgen.

In gewisser Weise fügen sich auch die Wiesen in das verwahrloste Viertel ein. Laut der Anwohner sind Rasenmäher ein seltenes Bild. Was Heynold und Illgen jedoch ein noch größerer Dorn im Auge ist, ist die alte Kaufhalle neben der Halfpipe und dem Kinder- und Jugendhaus, die bereits mehrmals brannte. Türen und Tore seien ständig offen, so dass Kinder und Jugendliche jederzeit Zugang dazu haben und die Brandruine als Abenteuerspielplatz nutzen. "Das ist richtig gefährlich, niemand weiß, was da drin noch passieren kann", meint Heynold. Er habe schon mehrfach die Polizei informiert, weil immer wieder Kinder dort spielten.

Gnandorf sei wegen der sanierten Wohnungen und der ländlichen Umgebung ein "echt schönes Viertel", wie Heynold betont. Doch die Stadt müsse sich dringend kümmern, damit das Viertel nicht verwahrlose.

© Kommentar Seite 25

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.11.2013
Julia Tonne

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