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Borna Geflügelpest: Veterinäramt drängt auf Umsetzung von Seuchenschutz
Region Borna Geflügelpest: Veterinäramt drängt auf Umsetzung von Seuchenschutz
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06:00 24.11.2016
Vorsicht, Erreger H5N8 sind im Kommen: Deshalb gelten strenge Maßnahmen im Seuchenschutz für Geflügel, die bei Missachtung streng geahndet werden. Quelle: Frank Schmidt
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Landkreis Leipzig

Mit dem Ausbruch der Geflügelpest bei Wildvögeln sind sachsenweit umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Nutzgeflügel getroffen worden. Besonders drastisch ist die Auflage, ab sofort sogenanntes Hausgeflügel aufzustallen, sprich nicht mehr unter freiem Himmel zu halten. „Und davon sind alle Tierhalter betroffen, unabhängig davon, ob sie in den bereits ausgewiesenen Beobachtungs- oder Sperrbezirken ansässig sind oder nicht“, drückt das zuständige Lebensmittel- und Veterinäramt des Landkreises (LÜVA) den Daumen drauf.

Um Tierhalter und Öffentlichkeit zu informieren, hat das LÜVA unmissverständliche Verhaltensregeln veröffentlicht. Dennoch würden Unsicherheiten bei der Umsetzung dieser Schutzmaßnahmen bestehen, mancherorts würden diese gar ignoriert. „Die Erfahrung der letzten Tage zeigt, dass die Stallpflicht nicht überall konsequent oder gar nicht sichergestellt wird“, informiert das Veterinäramt. Dessen Mitarbeiter seien deshalb täglich unterwegs, um Anzeigen bei betroffenen Tierhaltern nachzugehen und im schlimmsten Fall Bußgelder zu verhängen. Dabei beruft man sich auf das Tiergesundheitsgesetz, das für Verstöße Geldstrafen von bis zu 30000 Euro vorsieht. Gerechtfertigt sei das mit der „enormen Gefährdungslage für die Nutztierhaltung, insbesondere in großen Stallanlagen. Deshalb werden bei einem Erstverstoß schon 500 Euro fällig“, lässt das Veterinäramt aufhorchen.

Damit es nicht soweit kommt, wird massiv auf die Einhaltung der Seuchenschutzmaßnahmen gedrängt und auf einige Schwerpunkte dafür hingewiesen. Demnach sei grundsätzlich die Haltung von Nutzgeflügel wie Hühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Perlhühnern, Rebhühnern, Tauben, Truthühnern, Wachteln und Laufvögeln beim LÜVA anzeigepflichtig und ziehe eine Melde- und Beitragspflicht bei der Sächsischen Tierseuchenkasse nach sich. Alle in diesem Sinne geltenden Tierhalter haben sicherzustellen, dass ihre Tiere nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind, nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben sowie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Treten innerhalb von 24 Stunden überproportionale Verluste im Geflügelbestand auf, ist ein Tierarzt zu konsultieren, der geeignete Untersuchungen auf eine mögliche Seuche einleitet. Um auch dieses Szenario zu vermeiden, ist das unbefugte Betreten und Befahren der Stallanlagen zu unterbinden. Die Tierhalter selbst sind gefordert, das volle Programm der Seuchenschutzmaßnahmen abzuspulen. Schutzbekleidung, Seuchenmatten, Desinfektion und persönliche Hygiene durch Händewaschen, heißt es in der amtlichen Anordnung.

Im Zuge der sachsenweit angeordneten Stallpflicht besteht im ganzen Freistaat ein befristetes Ausstellungsverbot. Folglich sind derartige Veranstaltungen und Märkte mit Ente, Gans und Co. sowie mit in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln anderer Arten im Landkreis Leipzig bis auf Widerruf durch das LÜVA untersagt. Zusätzlich sei es für Tierhalter im Beobachtungs- und Sperrbezirk untersagt, darin gehaltene Vögel sowie deren Bruteier aus dem Bestand zu verbringen.

Von Frank Schmidt

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