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Borna Gegen Asyl: NPD-Stadtrat macht in Borna mobil – Kundgebung in Regis-Breitingen
Region Borna Gegen Asyl: NPD-Stadtrat macht in Borna mobil – Kundgebung in Regis-Breitingen
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00:28 04.11.2015
Regis-Breitingen: Etwa 200 bis 250 Teilnehmer sind zu der Kundgebung am Freitag gekommen. Quelle: André Neumann
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Borna/Regis-Breitingen

Bei Einbruch der Dunkelheit setzte sich der Demonstrationszug, der von zahlreichen Beamten der Polizei gesichert wurde, in Bewegung. Zahlreiche Zaungäste beobachteten die Demonstranten, die mit lautstarken Parolen durch die Bahnhofstraße, die Stauffenbergstraße und die Altenburger Straße zogen, um auf dem Markt eine Kundgebung abzuhalten. Dort sprach Schubinski von einer verfehlten Asylpolitik, die zu einer Überfremdung führen würde. Männer, die vor Krieg in ihren Heimatländern fliehen würden, bezeichnete er als Deserteure. Später setzte der Demonstrationszug den Weg durch die Stadt bis zur Pawlowstraße in Borna-Nord fort.

Auf heftige Kritik stieß die von Schubinski angemeldete Veranstaltung bei Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Die Stadt habe keine nennenswerten Probleme mit Asylbewerbern. "Durch eine solche Demonstration wird das friedliche Zusammenleben in Borna zerstört", sagte sie am Rande der Veranstaltung.

Friedlich und ohne Zwischenfälle verlief bereits am Freitagabend an der Freilichtbühne in Regis-Breitingen eine Kundgebung, zu der die Initiative "Regis-Breitingen wehrt sich" aufgerufen hatte. Übereinstimmenden Schätzungen der Polizei und der Veranstalter zufolge, waren rund 200 bis 250 Einheimische und Auswärtige zum Bergmannsring gekommen, wo sie mehreren Rednern zuhörten. Das Thema, das vielen Regisern derzeit auf den Nägeln brennt, kam dabei vergleichsweise kurz weg. Nur der aus Regis-Breitingen stammende Alexander Koch sprach über die Absicht des Landratsamtes, in der Pleißestadt nach der ehemaligen Berufsschule auch noch in der früheren Poliklinik eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. "Das können wir nicht hinnehmen", rief er von der Bühne. Auf seine Bemerkung, dass weitere Unterkünfte gebraucht werden, folgte unter Gelächter der Zuruf aus dem Publikum: "Landratsamt - macht das leer." Koch sprach davon, Flüchtlinge würden saufen und herumlungern. Im gegenüberliegenden Netto-Markt würden die Verkäuferinnen aufgefordert, kleinere Diebstähle nicht zu melden, behauptete der Redner.

Ansonsten war die Kundgebung viel mehr Legida als konkreter Regiser Protest. Hauptredner Markus Johnke vom Legida-Vorstand befeuerte die Menge mit einer geschliffenen Rede voller teils unbewiesener, teils spekulativer Zahlen und Behauptungen und spielte geschickt mit den aktuellen Ängsten und Sorgen, die die Menschen in der gegenwärtigen Flüchtlingskrise umtreiben. Den meisten zustimmenden Beifall erhielt er für die Forderung: "Die Grenzen müssen dicht gemacht werden." Nach gut einer Stunde war die Kundgebung beendet. Niemand nutzte das Angebot, am so genannten Bürgermikrofon selbst zu den Kundgebungsteilnehmern zu sprechen.

Birgit Schöppenthau und André Neumann

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