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Geheimnisse rund um den Schlosspark

Geheimnisse rund um den Schlosspark


Rötha. 50 Bürger und Stadträte sind in dieser Woche der Einladung zum „Schlossgeflüster" des Fördervereins „Rötha – Gestern.

.Heute.Morgen" in das Röthaer Mehrgenerationenhaus gefolgt, um mit Fördervereinschef Walter Christian Steinbach und dem Landschaftsarchitekten Dirk Seelemann über den Stand des Teilprojektes 4 „Schlosspark" zu diskutieren und Vorschläge zur perspektivischen Gestaltung des geschichtlich bedeutsamen Areals zu unterbreiten.

Bereits 1592 hatte die Familie von Friesen das Gut Rötha erworben und von 1666 bis 1669 zu einer Schlossanlage umgebaut. Vom 16. bis 19. Oktober 1813 – während der Völkerschlacht bei Leipzig – kamen die alliierten Fürsten Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Alexander I. von Russland und der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. zu Gesprächen zusammen, erkoren das Schloss zum Hauptquartier. Im Dezember 1969 wurde das Schloss unter Protesten abgerissen.

Zeitgleich mit der Errichtung des Schlosses erfolgte nördlich die Anlage des barocken Schlossgartens. Mehrmals wurde der Park erweitert, landschaftlich umgestaltet, mit Skulpturen oder Wasserbecken bereichert. Heute ist von der ursprünglich barocken Anlage nicht viel erhalten und der 8,5 Hektar große Schlosspark erfährt seit Jahren keine Pflege mehr.

Die engagierten Bürger des Fördervereins mit ihrem Vorstand Walter Christian Steinbach, Uwe Wellmann, Dieter Kunze und Dieter Reich stellten sich zum Ziel, in kleinen Schritten das Schlossareal in seiner historischen Bedeutung zu beleben, mit Mitteln der gärtnerischen und Freiflächengestaltung aufzuwerten.

Steinbach dankte dem Landesamt für Denkmalschutz, dass das Vorhaben unterstützt. Er betonte, dass es fast einmalig ist, dass eine Schlossanlage 300 Jahre in dem Besitz seiner direkten Nachkommen geblieben ist, der Familie von Friesen, die der Gartenkunst viel Interesse entgegenbrachten und auch um den Obstanbau in Rötha eine wichtige Rolle spielten. Landschaftsarchitekt Seelemann zeigte anhand alter Karten und Fotos, wie der Park einst ausgesehen hat und was vorgesehen ist. Vor allem soll der Altbaumbestand erhalten, die jungen Bäume entfernt werden, um den großen Bäumen den Vorrang einzuräumen. Auch der Efeubewuchs soll zurückgedrängt werden. Ebenso ist angedacht, die alten Wasserläufe vielleicht wieder an die Oberfläche zu bringen.

Da der Park unter Naturschutz steht, muss beim Fällen eines Baumes die Forstwirtschaft erst von Denkmalschutz und Naturschutz die Genehmigung einholen. Im Herbst soll nun die erste Aktion Baumschnitt starten. Wichtig ist es dem Förderverein, dass viele ältere Bürger, die den Schlosspark von früher kennen, sich mit einbringen, sei es durch alte Fotos, Erzählungen, Erinnerungen.

Auch Stephan Seeger von der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, die als Hauptsponsor die Projekte Schlosspark, Schlossaral und Familien-Treffen exklusiv fördert, stellte sich an diesem Abend den Röthaer Bürgern zum Gespräch und erhielt Beifall für seine Ausführungen.

Auch Dr. Schneider, die Historikerin, sicherlich vielen bekannt durch die Restaurierung der St. Marienkirche, an der sie mit Erfolg mitwirkte, sitzt mit im Boot für Ideen rund um den Park.

Natürlich ging es auch ums Geld und da wurde eindeutig, dass die Mittel für die Schlossparkverschönerung durch Fördermittel erfolgen soll.

Der Anfang ist gemacht, das anspruchsvolle Ziel will der Förderverein zum Gedenkjahr 2013 zur 200-Jahrfeier der Völkerschlacht ins Auge fassen.

Übrigens soll das ehemalige Mobiliar des Friedenszimmers, nicht das Original, sondern eine museale Variante zum 125-jährigen Gedenken an die Völkerschlacht 1938 der Öffentlichkeit zugänglich werden. Es befindet sich im Eigentum von Heinrich Freiherr von Friesen. Dieser ist bereit, das Zimmer an die Stiftung zu geben und es dauerhaft in Rötha auszustellen. Das Relikt aus dem Schloss wird noch in diesem Jahr einen würdigen Platz in der St. Marienkirche finden.

Jochen Schmalz

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