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Borna Geithain-Visite mit Überraschungen
Region Borna Geithain-Visite mit Überraschungen
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14:09 19.05.2015
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (M., r.) besuchte gestern das Geithainer Unternehmen Ladenburger, Betriebsleiter Markus Hauber (Mitte links) führte ihn durch die Produktion. Quelle: Jens Paul Taubert

Einmal im Jahr versucht der Landesvater, alle Landkreise zu besuchen. Verbunden ist das jeweils mit einer Bürgermeisterkonferenz, die gestern im Geithainer Unternehmen Ladenburger stattfand, das anschließend besichtigt wurde.

Landrat Gerhard Gey (CDU) waren zwei Ankündigungen von Tillich besonders wichtig. Entgegenkommen will der Freistaat den Landkreisen und kreisfreien Städten künftig bei den Kosten zur Unterbringung von Asylbewerbern. Im Schnitt eine Million Euro bringt der Landkreis Leipzig dafür pro Jahr als Zuschuss aus seinem Haushalt auf. Angesichts steigender Asylbewerberzahlen wachsen diese Ausgaben. "Das sind eigentlich Kosten, die von staatlicher Seite übernommen werden müssten", erklärte Gey, der hofft, dass der Zuschuss des Kreises künftig kleiner werden kann. Man warte nun gespannt auf die konkreten Regelungen, von denen gestern noch nicht die Rede war. Gleiches gilt für die Kosten der Jugendhilfe, bei denen nun ebenfalls eine Entlastung in Aussicht steht. "Sie explodieren", erklärte der Landrat am Rande der Veranstaltung. Für den Landkreis Leipzig würden sie jährlich um eine bis 1,5 Millionen Euro steigen - und das bereits seit etwa sechs Jahren. Die Ursache sieht Gey vor allem in steigenden Fallzahlen, aber auch in den Standarts für den Kinderschutz.

Tillich kündigte auch eine Überarbeitung des Gesetzes für Schulen im öffentlichen Bereich an und zitierte in diesem Zusammenhang den Landrat, der in Sachen Schulnetzplanung mehr Kompetenz für den Landkreis für wünschenswert hält.

Auch das Thema zusätzlichen Personals für Kindereinrichtungen, die Krankenhausfinanzierung und die Erschließung des ländlichen Raumes mit schnellem Internet seien mit den Bürgermeistern besprochen worden, berichtete Tillich auf einer Pressekonferenz.

Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos) hatte in der Runde ihrer Amtskollegen darauf aufmerksam gemacht, dass die Kommune Unterstützung bei der Unterhaltung von Gewässern und der Landschaftspflege und somit beim Hochwasserschutz benötige. Weiteres Anliegen war ihr, dass die Kommunen Förderung für Schulen, Radwege und Straßenbau benötigen - über das Programm hinaus, das bislang unter dem Namen Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) lief. Sollte kommunaler Straßenbau in der bevorstehenden Förderperiode nicht mehr bezuschusst werden, würde es dafür aus Dresden eine andere Form der Unterstützung für die Städte und Gemeinden geben, stellte Tillich in Aussicht. Für Überraschung beim Ministerpräsidenten sorgte die Stadtchefin, als sie ihm die Patenschaft für einen Bewohner des Geithainer Tierparks anbot. Er schließe das nicht aus, reagierte Tillich.

Abschließend fand ein Rundgang durch das Unternehmen Ladenburger in Regie von Markus Hauber statt. Er ist einer von drei Geschäftsführern der Ladenburger-Gruppe, zu der das Holzwerk in Geithain gehört. Hauber fand sehr gut, dass nicht nur der Ministerpräsident, sondern auch der Landrat erstmals das Unternehmen besuchte. Die aktuell 240 Mitarbeiter fertigen vor allem Fassadenverkleidungen und Terrassenoberflächen, aber auch verschiedenstes Holz für den konstruktiven Bereich. Hauptkunden sind die Fertighausindustrie, der Handel und das verarbeitende Gewerbe. Das Unternehmen liefert nicht nur deutschlandweit, sondern auch ins Ausland, rund ein Viertel der Produktion geht in den Osten Europas. "Was wir machen, ist hemdsärmelige Arbeit", doch es handele sich um sehr innovative Produkte, erklärte Hauber dem Gast aus Dresden. So fertige das Unternehmen beispielsweise Elemente für Akustikdecken. Die Idee für den Besuch in der Geithainer Firma stammte vom CDU-Landtagsabgeordneten Georg-Ludwig von Breitenbuch. Anlass war für ihn der große Brand im August 2013 gewesen, bei dem im Unternehmen ein Schaden von über 20 Millionen Euro entstanden war. Alle Feuerwehren der Region waren im Einsatz, Landwirte halfen mit Löschwasser. "Das wäre ganz gut, wenn der Ministerpräsident sich das anschaut", erklärte von Breitenbuch seine Überlegung. Der Betriebsleiter zeigte den Gästen, wo die beiden Produktionshallen standen, die komplett abgebrannt sind. Rund 30 Prozent des Schadens sei unterdessen behoben, erklärte Markus Hauber auf LVZ-Nachfrage. Bis Jahresende sollen es möglichst 50 Prozent sein. Bauanträge sind gestellt.

Am Nachmittag besuchte der Ministerpräsident das Ferienresort Störmthaler See und die Filzfabrik Wurzen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2014
Inge Engelhardt

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