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Geithain hat nun ein Henning-Frenzel-Stadion

Geithain hat nun ein Henning-Frenzel-Stadion


Geithain. Schwarz auf gelb steht es seit Sonntagabend am Giebel: Henning-Frenzel-Stadion. Die Namensgebung, bei der neben dem gebürtigen Geithainer Frenzel Lok-Größen wie Wolfram Löwe und Manfred Geißler zugegen waren, war ein durchaus bewegender Höhepunkt zum Ausklang der Geithainer 825-Jahr-Feier.

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„Wir wissen ja, dass unser Stadion seit 20 Jahren oben ohne ist. Mit Henning Frenzel glauben wir, dass wir eine gute Wahl getroffen haben", sagte Ludbert Schmuck, der die Namensweihe des Geithainer Stadions am Sonntagabend moderierte. Beifall im vollen Festzelt, in das der Festakt wegen eines Schauers verlegt worden war. Frenzel, laut Schmuck „nach Peter Ducke der beste Fußballer der DDR", der in der Stadt das ABC des erfolgreichen Kickens erlernte, sollte „der Geithainer Jugend zeigen, dass man gerade von Geithain aus Nationalspieler werden kann". In der Tat, denn Frenzel schoss bei 56 Einsätzen für die DDR-Elf 19 Tore. Kein Mann großer Worte, beließ es der 69-Jährige auf der Bühne bei zwei Sätzen. Einer davon: „Ich möchte den jungen Spielern ein bisschen als Vorbild dienen."

Die hörten es wohl trotz steigender Dezibel-Werte. In einem Henning-Frenzel-Stadion spielen? „Ich finde es gut", sagte Johannes Steinfeld von Alemannias A-Jugend, auch wenn er selbst viel zu jung sei, um für den Mann, der 1978 seine aktive Laufbahn beendete, zu brennen. Zustimmung auch bei Ronny Brauner vom FSV Union 90: „Außerdem ist es gut, dass das Stadion endlich einen Namen hat." An der Namensgebung selbst haben Thomas Wilde und Jens Müller, die Alemannias B-Jugend trainieren, nichts auszusetzen. Allerdings, so Müller, müsse man schon fragen, „was Henning Frenzel für den Geithainer Fußball tut".

Glück hatte an diesem Abend Peter Schäfer aus Geithain, der in den fünfziger Jahren mit Frenzel in den Geithainer Jugendteams kickte. „Man hat sich ja wenig gesehen all die Jahre", meinte er. Den Stadionnamen findet er „einwandfrei". Aus Aachen, wo er seit mehr als zwei Jahrzehnten lebt, war Klaus Lory gekommen. Drei Jahre habe er einst mit Frenzel gespielt, sagt der gebürtige Niedergräfenhainer. Zu Wolfram Löwe habe er immer noch Kontakt.

Ein großer Augenblick war die Namensverleihung auch für Frenzels Team-Kollegen vom 1. FC Lok Leipzig. „Wir freuen uns als Mannschaftsgefährten mit ihm", sagte Karl Drößler, der mit ihm ein Jahrzehnt lang spielte, heute Ehrenspielführer ist und Wert legt auf die launische Feststellung: „Als der Henning kam, war ich schon da." Thomas Barth, der heute bei Lok die alten Herren betreut, übergab Henning Frenzel eine Flasche Champagner, auf der die Mitstreiter unterschrieben hatten. Auch Manfred Geisler, der mit Frenzel 1964 bei Olympia für die DDR angetreten war. „Verdient hat er es in meinen Augen, aber auch in den Augen der Mannschaft." Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer adaptierte bewegt einen berühmten Satz, indem sie Hennig Frenzel versicherte: „Sie sind ein Geithainer. Wir sind stolz auf sie." Das war es auch völlig marginal, dass der Regen noch immer anhielt und sich die offizielle Freigabe des Namenszuges am Stadiongebäude ein bisschen verzögerte. Die 825-Jahr-Feier in seiner Geburtstadt Geithain mitzuerleben, Henning Frenzel ging das nahe, unabhängig von der Ehrung. Möglicherweise ist er jetzt öfter im in doppeltem Wortsinn seinen Stadion unter den Zuschauern zu sehen. Fakt aber sei, sagte er: „Was der Geithainer Fußball macht, das verfolge ich schon immer – in der LVZ."

Ekkehard Schulreich

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