Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Geithainerin verstrickt Wollreste
Region Borna Geithainerin verstrickt Wollreste
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:50 28.12.2011

. Oder Handschuhe. Oder einen Schal. Die wärmenden Kleidungsstücke sind nämlich ihre eigenen Werke. Dann freut sich die Geithainerin, denn sie strickt grundsätzlich nur für andere – zuerst für die Tafel in Geithain, jetzt für die Volkssolidarität. Bei den Weihnachtsfeiern in diesem Jahr gingen die Wollsachen an Kinder aus Familien, die von der Familienhilfe der Organisation betreut werden.

Weil sie alles genau nimmt, hat Brigitte Max aufgeschrieben, was seit 2009 unter ihren geschickten Händen entstanden ist: 107 Socken, 96 Handschuhe, 75 Mützen, 41 Strickjacken, 18 Schals, 14 Pullunder, 29 Pullover und elf kleine Hosen. In jedes Stück hat die 71-Jährige eine gehörige Portion Liebe mit hineingewoben. Ihr Fotoalbum mit den kleinen Wunderwerken sieht aus wie ein Modekatalog – das allerneueste sind gedrehte Socken, die wie kleine Schläuche aussehen.

Alle Kleidungsstücke zaubert sie aus Wollresten, die für das Strickprojekt gespendet werden. Kein Aufhebens macht sie davon, dass sie sämtliche Knöpfe dazu kauft. Im Herbst fand erstmals eine kleine Ausstellung mit Werken fleißiger Strickerinnen in der Geithainer Begegnungsstätte der Volkssolidarität statt. Alle, die Wolle gebracht hatten, konnten sehen, was daraus geworden ist. „Herzlichen Dank für die gespendete Wolle!" Diese Botschaft ist Brigitte Max wichtig.

„Stricken ist mein Leben. Man kann sich beschäftigen und ablenken", sagt die Geithainerin. Früher hat sie viel mit der Maschine gearbeitet, doch das würde viel zu schnell gehen, meint sie heute. Wenn sie nicht schlafen kann, klappern ihre Stricknadeln bis in die Nacht, nicht selten sitzt sie früh halb fünf schon wieder über der Arbeit.

Als das Strickcafé in der Begegnungsstätte startete, war sie von Anfang an dabei. Oft wird sie gefragt, wie denn nun eine Ferse gestrickt wird oder der Daumen vom Handschuh. Sie kann auch immer ein „Max-Muster" empfehlen, das ganz einfach geht und gut aussieht. Jeden Dienstag und Donnerstag ist sie im Treff, liebt die Gespräche und den Spaß dort.

Die resolute Seniorin fährt aber auch täglich zehn Kilometer auf ihrem Radtrainer. Und die Mutter dreier Kinder hat unterdessen Enkel und Urenkel. Beruflich war die geborene Leipzigerin übrigens in ganz verschiedenen Bereichen tätig.

Das Stricken erlernte sie schon als Kind. „Handarbeit wird wieder geliebt und geschätzt", freut sie sich und strickt jetzt schon für die Weihnachtsfeiern der Volkssolidarität im kommenden Jahr.

Inge Engelhardt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:phppuDVIx20111227183435.jpg]
Groitzsch. Der Orgelbaumeister Conrad Geißler würde sich bestimmt über die Nachricht freuen: Sein Instrument in der Groitzscher Frauenkirche soll den ursprünglichen Klang zurückerhalten.

27.12.2011

[image:phpsemYv420111227182210.jpg]
Borna. Es ist die Traditionsgaststätte schlechthin in Borna: der Ratskeller. Allerdings steht gerade hier schon bald wieder ein Wechsel bevor.

27.12.2011

Es sind nicht die Nachrichten, die man zum Heiligabend lesen möchte. Der Bornaer SV hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Leipzig eingereicht. BSV-Präsident Marko Seidel nennt es einen „unausweichlichen letzten Schritt".

23.12.2011