Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Gemeinde greift nach Strohhalm: Abgespecktes Förderprogramm für Deutzen
Region Borna Gemeinde greift nach Strohhalm: Abgespecktes Förderprogramm für Deutzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 31.03.2018
In Deutzen haben nach dem Wintereinbruch die Arbeiten an der August-Bebel-Straße wieder begonnen. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Deutzen

Jetzt muss Neukieritzsch ganz schnell sein. Bis zum Sonnabend kann beim Innenministerium noch ein Antrag eingereicht werden, mit dem der Ortsteil Deutzen doch noch in einem Förderprogramm untergebracht werden kann. Allerdings sind die Maßnahmen, für die Zuschüsse fließen könnten, gegenüber den bisherigen Vorstellungen deutlich abgespeckt worden.

Als die ehemalige Gemeinde Deutzen im Sommer 2014 nach Neukieritzsch eingemeindet wurde, war allen klar, dass in dem hoch verschuldeten Ort ein erheblicher Bau- und Reparaturstau an öffentlicher Infrastruktur bestand. Die Bevölkerung hoffte auf die mutmaßlich potente Gemeinde. Neukieritzsch zeigte auch sofort guten Willen.

Vorhabenliste bleibt Wunschvorstellung

Der Gemeinderat beschloss schon kurz nach der Eingemeindung, dass die Verwaltung mit dem Sanierungsbüro DSK ein ganzes Paket von Baumaßnahmen vorbereitet. Herausgekommen war damals eine Liste mit 27 Vorhaben im Gesamtumfang von knapp zwanzig Millionen Euro. Damit wollte Neukieritzsch den Ortsteil in einem Förderprogramm anmelden, um mit öffentlichen Zuschüssen bis 2025 Straßen zu bauen, marode Infrastruktur abzureißen, die Schule und den Kindergarten zu sanieren und sogar eine Turnhalle zu bauen.

Bis heute blieb die Liste eine Wunschvorstellung. Bei einem Ortsrundgang im Mai 2016 stellten leitende Beamte des Innenministeriums zwar fest, dass es in Deutzen noch fast genau so aussehe wie 24 Jahre zuvor, geholfen hat das aber nicht. Deutzen wurde in kein einziges Förderprogramm aufgenommen.

Unterdessen gelang es immerhin, zwei kleine Straßen zu erneuern und eine Finanzierung für den dringend nötigen Neubau der August-Bebel-Straße zusammen zu bekommen. Die Bauarbeiten begannen im zurückliegenden Herbst. Nach einer Zwangspause wegen des Wintereinbruchs wird seit dieser Woche wieder gearbeitet.

Anfang des Jahres unternahm Neukieritzsch einen neuen Anlauf für ein Förderprogramm. Beim nach der Regierungsumbildung neuen Staatssekretär im Innenministerium stieß Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) im Februar offenbar auf Verständnis. Jetzt besteht die Chance, Deutzen doch noch ins Förderprogramm mit dem Namen „Kleine Städte und Gemeinden“ zu bekommen. Obwohl der Ort mehrere Bedingungen dafür nicht erfüllt: zu wenige Einwohner, keine überörtliche Bedeutung.

Hoffnung für Kita, Friedhof und Radweg

Das Maßnahmepaket ist freilich stark zusammengestrichen worden. Vor allem die Straßenbaumaßnahmen sind herausgefallen. Allerdings gibt es für Gemeindestraßen andere Fördermöglichkeiten, die die Gemeinde nutzen will.

Über das Programm könnten lediglich noch die energetische Sanierung des Kindergartens, die Umgestaltung von Teilen des Friedhofes zum Waldfriedhof und der Bau einer Anbindung an den Pleißeradweg gefördert werden. Zusammen mit der Fortschreibung eines Stadtentwicklungskonzeptes für Deutzen und den Kosten für das Sanierungsbüro würden die Investitionen rund 2,2 Millionen Euro ausmachen, von denen der Gemeinde knapp 1,5 Millionen als Zuschüsse in Aussicht stünden. Die Zahlen sind bisher nur mündliche Zusagen des Innenministeriums.

Weil man sich im Gemeinderat einig war, den Strohhalm zu nutzen, wurden zwei eilig auf die Tagesordnung gesetzte Beschlüssen einstimmig gefasst. Der Bürgermeister wird darin beauftragt, mit dem Sanierungsträger einen Vertrag abzuschließen und den Antrag für das Förderprogramm beim Innenministerium zu stellen.

Von André Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach Ostern beginnen umfangreiche Wartungsarbeiten im Chemiewerk Böhlen. Nach Ostern könnte deswegen wieder die Hochfackel über den Anlagen der Dow brennen. Grund sind umfangreiche Inspektions- und Wartungsarbeiten.

28.03.2018

Bauarbeiten am Harthsee: Die Telekom lässt dort von dem Bonner Unternehmen Deutsche Funkturm einen Turm errichten, um in Borna ihre Mobilfunkversorgung zu verbessern. Eingebunden werden soll der Turm im Sommer.

28.03.2018

Im Unterricht sollte es stumm bleiben. Auf dem Schulhof wird es geduldet. Und wenn das Handy während der Stunde klingelt, wird es einkassiert. So klar sind die Regeln für den Gebrauch von Smartphones in der Schule.

28.03.2018