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Borna Gemeinderat Neukieritzsch fordert erste Klasse für Grundschule in Deutzen
Region Borna Gemeinderat Neukieritzsch fordert erste Klasse für Grundschule in Deutzen
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12:52 27.04.2016
Künftige Erstklässler haben mit ihren Eltern im Kultusministerium in Dresden die Forderung nach Einschulung einer ersten Klasse in Deutzen übergeben. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch

Die Gemeinde Neukieritzsch bittet das Kultusministerium, die Bildung einer ersten Klasse in der Grundschule „4 Jahreszeiten“ im bevorstehenden neuen Schuljahr zuzulassen, obwohl die nur elf Schüler hätte. Einmütig bei nur zwei Stimmenenthaltungen hat der Neukieritzscher Gemeinderat am Dienstagabend die Stellungnahme der Gemeinde zum angedrohten Mitwirkungsentzug beschlossen.

In dem zweiseitigen Schreiben wird ausführlich begründet, warum die Ausnahme aus Sicht der Gemeinde gerechtfertigt ist. So seien für die nächsten beiden Schuljahre wieder je 15 Kinder prognostiziert. Außerdem wird darauf verwiesen, dass mit dem geplanten neuen Schulgesetz keine Ausdünung der Schulstandorte im ländlichen Raum erfolgen solle.

Unter den zahlreichen Besuchern der Gemeinderatssitzung waren diesmal nicht nur Eltern von künftigen Deutzener Grundschülern, sondern auch mehrere, deren Kinder vor der Einschulung in Neukieritzsch stehen. Dabei wurde schon in der Bürgerfragestunde ein Konflikt deutlich, der die Eltern gegeneinander aufbringen könnte. Worum es dabei geht, schilderte Gemeinderätin Sabine Rauschenbach (Freie Wähler/Sport), die stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Neukieritzsch.

Seit gut zwei Wochen stehe fest, dass die Grundschule Neukieritzsch 29 Anmeldungen für die erste Klasse hat. Zwar dürfe eine Klasse nur 28 Schüler haben, bei 29 müsste also eine zweite aufgemacht werden, sagte Rauschenbach. Allerdings befürchten Lehrer und Eltern, dass das Kultusministerium wegen des vielzitierten Lehrermangels eine Ausnahme vom Schulgesetz machen und die Klasse nicht teilen könnte. Eine Ausnahmesituation, die laut Roman Schulz, Sprecher der Bildungsagentur (BA) Leipzig, zumindest juristisch möglich sei, wenn die Schulkonferenz zustimme. Im Bornaer Ortsteil Neukirchen, den Sabine Rauschenbach als Beispiel nannte, hat die aktuelle erste Klasse 29 Schüler. Das geht auf einen Antrag der Schulkonferenz zurück. Man wollte an der einzügigen Schule nicht ein Kind an eine andere Schule schicken.

„Wäre es nicht eine Überlegung, die Deutzener würden zu uns kommen und wir würden zwei Klassen aufmachen“, appellierte Rauschenbach an die Solidarität der Deutzener Eltern. „Wir wollen nicht, das die Deutzener Grundschule schließt, nur, dass es allen Kindern gleich gut geht“, beteuerte die Gemeinderätin.

Der Appell, erstmals überhaupt in dieser Weise vorgetragen, fruchtete am Dienstagabend nicht. Mit dem Verweis auf das Schulgesetz versuchte Sylvette Hinz, Elternvertreterin von Deutzen, die Furcht der Neukieritzscher vor einer übergroßen Klasse beizulegen. Maik Rakow (CDU-Fraktion) regte an, die Neukieritzscher Grundschule könnte mit Eltern darüber sprechen, ob sie unter Umständen ihre Kinder auch in Deutzen einschulen lassen.

Von der Idee hält Sabine Rauschenbach, wie sie der LVZ sagte, nichts. Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) verwies in dem Zusammenhang auf die drei Neukieritzscher Schulbezirke (Neukieritzsch, Deutzen, Lobstädt). Neukieritzscher müssten dann für Deutzen eine Ausnahmegenehmigung erhalten, außerdem würde der Landkreis, vermutet Hellriegel, die Kosten für diese Fahrten nicht übernehmen.

Der Deutzener Gemeinderat Jens Buder betonte, es gehe nicht um ein Gegeneinander, es solle jetzt aber nur über die Stellungnahme der Gemeinde zur ersten Klasse in Deutzen entschieden werden. „Was hindert uns daran, den Mitwirkungsentzug abzulehnen?“

Das tut die Gemeinde nun mit einem starken Gemeinderatsbeschluss im Rücken. Was nichts daran ändert, dass Eltern in Deutzen und Neukieritzsch gut drei Monate vor Beginn des neuen Schuljahres noch keine Klarheit haben.

Laut BA-Sprecher Schulz, werde das Kultusministerium am 9. Mai den Bescheid zur ersten Klasse in Deutzen erlassen, und „am 17. Mai erfahren die Eltern, in welche Schule ihre Kinder gehen.“ Zur Klassenbildung in Neukieritzsch wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Das hänge auch von der Entscheidung zu Deutzen ab.

Von André Neumann

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