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Gemeinderat Neukieritzsch lehnt Umsiedlung von Ortsteil ab

Gemeinderat Neukieritzsch lehnt Umsiedlung von Ortsteil ab

Der Gemeinderat von Neukieritzsch lehnt eine Umsiedelung des Dorfes Kieritzsch ab. Ein Teil der Einwohnerschaft hatte per Unterschrift angeregt, genau darüber mit der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft (Mibrag) zu verhandeln.

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Gemeinderatssitzung unter Polizeibeobachtung in Neukieritzsch.

Quelle: André Neumann

Neukieritzsch. Dem Gemeinderat lag eine Unterschriftensammlung vor, die offenbar nicht ganz konkret formuliert, deren Ziel aber deutlich erkennbar war: "Die Unterzeichner wollen eine Umsiedlung analog Pödelwitz", sagte Bürgermeister Henry Graichen (CDU) der LVZ. Der Ort Pödelwitz liegt im Vorbehaltsgebiet für den Braunkohleabbau. Die Mehrzahl der Dorfbewohner stimmte einer Umsiedelung zu, der Stadtrat von Groitzsch beschloss im vorigen Jahr entsprechende Verträge mit der Mibrag.

Das Beispiel hat jetzt offenbar Schule gemacht. Und wie in Pödelwitz und wie vor Jahren in Heuersdorf gibt es auch in Kieritzsch Menschen, die lieber gehen und solche, die lieber bleiben. Dies war der Ausgangspunkt vor der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Gut 40 Kieritzscher beider Fraktionen wollten sich nicht damit zufrieden geben, dass die Abgeordneten hinter verschlossenen Türen beraten wollten, sie brachten das Thema in der Bürgerfragestunde auf die Tagesordnung. Der Gemeindesaal war übervoll, einige standen vor der Tür. Auch Bürgerpolizist Horst Moser und zwei Streifenbeamte waren anwesend. "Eine Entscheidung des Polizeireviers", sagte Graichen über die ungewohnte Polizeipräsenz bei einer Ratssitzung. Die hatte offenbar mit einem Vorfall vom Vortag zu tun. Gegen das Wohnhaus eines Kieritzschers, der gegen eine Umsiedlung ist, war ein Anschlag mit einer gefährlichen Chemikalie, vermutlich Buttersäure, verübt worden.

 

 

Die kurze, emotionale Debatte offenbarte: Bürger fürchten einen Wertverlust der Grundstücke, man will nicht mit den Belästigungen am Tagebaurand leben, aber man hat auch Angst, dass der Ort Kieritzsch, der aktuell nicht als potenzielles Abbaugebiet vom Braunkohlenplan für den Tagebau Vereinigtes Schleenhain erfasst ist, bei einer unwägbaren Energiepolitik eines Tages doch noch ins Visier der Bagger geraten könnte. Andere machten wiederum klar, sie fühlten sich nicht belästigt und wollten ihren Ort nicht verlassen. Es bestehe Verunsicherung unter einigen Bewohnern, sagte die Lippendorf-Kieritzscher Ortsvorsteherin Christine Eißner der LVZ. Ein Initiator der Unterschriftensammlung lehnte es ab, mit der LVZ über den Vorstoß der Bürger zu reden. Einer der Gäste, einer der bleiben will, meinte, dass der Friede im Ort gestört sei und einige Anwohner offenbar ihre Grundstücke günstig an die Mibrag los werden wollten.

Das kam als ein mögliches Motiv auch später in der nichtöffentlichen Debatte zur Sprache - neben anderen. Die Entscheidung fiel einstimmig bei nur einer Stimmenenthaltung. Laut Bürgermeister enthalte der Beschluss drei Kernaussagen: Neukieritzsch bekennt sich zum Abbau von Braunkohle im Rahmen des Braunkohleplanes. Eine Veränderung der im Braunkohleplan festgelegten Abbaugrenzen und damit eine Umsiedelung von Ortsteilen wird abgelehnt. Der Gemeinderat unterstützt weiterhin umfassend die Einwohnervertretung von Lippendorf-Kieritzsch bei ihrem Bemühen, die Belastungen aus dem Tagebau zu minimieren. Die Situation von Kieritzsch sei mit der von Pödelwitz nicht zu vergleichen, das lasse die unterschiedliche Stellung der Orte im Braunkohlenplan nicht zu, sagte Bürgermeister Graichen. Während Pödelwitz auf einer Vorbehaltsfläche für den Braunkohleabbau liege, treffe das für Kieritzsch nicht zu. Auch eine Halbinsel-Lage droht dem Ort nach derzeitigem Stand nicht, nachdem das Oberbergamt 2011 einen Antrag der Mibrag auf Erweiterung des Abbaufeldes abgelehnt hatte. Kieritzsch wird sich ähnlich wie Neukieritzsch am Rand des Tagebaus hinter einem Waldschutzstreifen befinden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2013

Neumann, André

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