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Borna Genial sozial: Schüler im Landkreis Leipzig erwirtschaften Rekordsumme
Region Borna Genial sozial: Schüler im Landkreis Leipzig erwirtschaften Rekordsumme
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09:50 29.08.2018
„Genial sozial - Deine Arbeit gegen Armut" lautet alljährlich das Motto eines ganz besonderen Aktionstages in Sachsen. Auch die Brandiser Oberschule beteiligte sich schon mehrfach daran. Zuletzt wurden Kindereinrichtungen in Südamerika und Asien unterstützt, aber auch die Anschaffung einer Netzschaukel im Diakonissenhaus Borsdorf . Quelle: Thomas Kube
Landkreis Leipzig

Der Jugend wird mitunter nachgesagt, sich wenig um gesellschaftliche Belange zu kümmern. Den Beweis des Gegenteils treten jährlich die Teilnehmer der Aktion „Genial sozial“ an. An einem Tag im Schuljahr tauschen sie das Klassenzimmer gegen einen Job auf Zeit. Nicht Vokabeln pauken steht dann auf dem Stundenplan, sondern Zaun streichen, Hof fegen, Bänke reparieren und ähnliches.

Bei der Vorlage der diesjährigen Bilanz kann die Sächsische Jugendstiftung als Initiator erneut einen Teilnehmerrekord vermelden. „Im Landkreis Leipzig sind die Zahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen“, erklärt Programmleiterin Jana Sehmisch auf Nachfrage. Das diesjährige Ergebnis toppt dabei alle bisherigen Einnahmen.

Wurden vor vier Jahren noch rund 2000 Schüler gezählt, die rund 44 000 Euro erwirtschafteten, ist die Zahl der beteiligten Jugendlichen in diesem Jahr auf einen Rekordwert von 5200 angewachsen. Auch die Summe, die verschiedenste Arbeitgeber für die Tätigkeiten der Schüler überwiesen, war noch nie so hoch. Auf rund 144 000 Euro bringen es die Akteure 2018 im Landkreis Leipzig dank eines arbeitsreichen Dienstags vor den Sommerferien. Zum Vergleich: Im Vorjahr enthielt die Lohntüte der rund 4800 Schüler etwa 120 000 Euro. Besonders in den vergangenen beiden Jahren sei der Zuspruch enorm gewachsen, konstatiert Sehmisch.

„Das Programm der Sächsischen Jugendstiftung ermutigt junge Menschen, lokal und global Verantwortung zu übernehmen“, betonen die Organisatoren. Am jüngsten Aktionstag beteiligten sich sachsenweit fast 35 000 Schüler aus rund 280 Bildungseinrichtungen. Sie gingen in Betriebe, Geschäfte, Vereine, private Haushalte oder öffentliche Einrichtungen, um einen Tag zu arbeiten. Die Palette ist groß: Eis verkaufen, Nachbars Zaun streichen, Büros entrümpeln oder beim Autohaus die Scheiben polieren – all das zählt zu denkbaren Zeitvertreiben. Den im Vorfeld von Schülern und Arbeitgebern vereinbarten Lohn spenden die Jugendlichen dann für soziale Projekte. Engagement ist dabei gegen soziale Not vor der eigenen Klassenzimmertür gefragt, aber vor allem weltweit.

Die Vorhaben bewegen sich laut Jugendstiftung von einer „klassischen“ Spende für soziale Initiativen bis hin zu selbst entwickelten Projektideen, wie der Nachhilfe für jüngere Schüler, Benefizkonzerten mit regionalen Schulbands oder Zuschüssen bei Klassenfahrten für benachteiligte Kinder. „Den Ideen“, so Jana Sehmisch, „sind keine Grenzen gesetzt, solange sie einen sozialen Zweck unterstützen.“

„Wir sind jedes Jahr beeindruckt von den wachsenden Teilnehmerzahlen und freuen uns, dass sich so viele junge Menschen engagieren wollen“, bringt Sehmisch zum Ausdruck. „Unabhängig von den positiven Ergebnissen steht der Aktionstag in besonderer Weise für tausende junge Menschen, die einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leisten.“ Für die Schüler sei es selbstverständlich, soziale Benachteiligung und Armut zu bekämpfen. Das sei ein hoffnungsvolles Zeichen.

Doch nicht nur Schüler, auch Arbeitgeber, Eltern und Lehrkräfte seien entscheidend für das Gelingen des Programms. Für Jana Sehmisch liegt das Erfolgsrezept deshalb auf der Hand: „Sachsens größte Jugendsolidaritätsaktion“, so ihr Fazit, „funktioniert nur Hand in Hand.“ Für die Zukunft sei es wichtig, dass sich weiterhin genügend Arbeitgeber finden. Denn sonst könnten die Verdienstmöglichkeiten mit dem gestiegenen Schüler-Interesse womöglich nicht Schritt halten.

Von Simone Prenzel

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