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Geräuschloser Wechsel in Eula: Vize Telesch rückt an die Spitze

Ortschaftsrat Geräuschloser Wechsel in Eula: Vize Telesch rückt an die Spitze

Ein Brand in der Wiprechtskirche, eine unvergessliche 925-Jahr-Feier und der Wechsel an der Spitze des Ortschaftsrates sind in die Dorfchronik der Eulaer im Jahr 2015 eingegangen. Jetzt übernimmt Ortsvorsteher Hans-Jürgen Telesch die Geschäfte. Mit den Mitgliedern im Ortschaftsrat und den Bewohnern will er Eula attraktiver machen.

Das Gewerbegebiet im Westen von Eula ist Standort für viele mittelständische Unternehmen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna/Eula. Der Wechsel wurde fast geräuschlos vollzogen. Hans Beruf, seit vielen Jahren, Ortsvorsteher von Eula, hat sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Seit Anfang des Jahres ist Hans-Jürgen Telesch, bislang Vize im Ortschaftsrat und Inhaber einer Elektroinstallationsfirma, der neue Chef. „Das war ein turbulentes Jahr“, blickt Telesch zurück. 2015 habe mit seinen Ereignissen die Dorfgemeinschaft zusammengeschweißt.

Von einem nächtlichen Einsatz der Feuerwehr waren die Eulaer Anfang 2016 aus ihrem geschäftigen Alltag gerissen worden. Ein Brandstifter hatte die Sakristei der Wiprechtskirche angezündet. Die Kameraden konnten gerade noch verhindern, dass die Flammen auf das Kirchenschiff übergriffen. Aber die Eulaer, die in jenem Jahr die Kirche als Beginn ihrer Siedlung feiern wollten, ließen sich nicht beirren. Seit Monaten liefen zu diesem Zeitpunkt bereits die Vorbereitungen auf die 925-Jahr-Feier, steckten rund 30 Dorfbewohner in Arbeitsgruppen tief in der Planung. Ihr Engagement übertrug sich auf Handwerker und Restauratoren. Die Kirche konnte während eines Festgottesdienstes zur größten Dorfparty, die es laut Telesch in der Geschichte des Ortes gegeben hat, wieder eröffnen. „Die 925-Jahr-Feier ist auch heute noch im Gespräch“, so der Ortsvorsteher. Noch nie habe Eula so viel Gäste gesehen. Das habe an der Kreativität, aber auch an der Professionalität der Mitstreiter gelegen. „Wir sind fast mit einer schwarzen Null aus dem Jubiläum herausgekommen“, so Telesch. Ein winziges Loch klaffe noch, aber der Verkauf von Restposten des Heimatkalenders, bedruckter Tassen und Plaketten würden den Rest noch einspielen.

Trotz des Jubiläums haben die Eulaer ihre Alltagsaufgaben nicht vernachlässigt. „Als Ortschaftsrat haben wir uns in die Gremien der Stadt Borna eingebracht“, stellte Telesch fest. Die positive Entwicklung von Eula mit seinen Ortsteilen sei der Lohn für das Engagement vieler. Der knapp 1000 Einwohner zählende Ort ist als Wohnort auch bei ehemaligen Leipzigern beliebt. Wenige Baugrundstücke sind nur noch am Ortsausgang Richtung Brauswig vorhanden. Mit vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen im Gewerbegebiet Eula-West spinnt der Ort einen guten Faden. Ihr Know-how und Spenden haben unter anderem das Dorfjubiläum aufgewertet.

An diese Entwicklung will der parteilose Ortsvorsteher zusammen mit dem Ortschaftsrat und den Einwohnern anknüpfen. So sollen die Brücken am Eulaer Wehr und über den Goldenen Born instand gesetzt werden. Wenn der Abriss des Transformatorenhäuschens am Dorfanger realisiert worden ist, soll hier ein grüner Teffpunkt mit Bäumen und Bänken entstehen. „Wir wollen die Einwohner integrieren und ihre Vorschläge zur Gestaltung aufgreifen“, so Telesch. Außerdem sind Planer aus dem Ort beauftragt, der Verwaltung Projekte zur Förderung in europäischen Strukturfonds zuzuarbeiten. „Ein großes Anliegen ist, die Zusammenarbeit mit der Verwaltung in Borna zu verbessern“, so der 59-Jährige.

Und gefeiert wird in diesem Jahr auch. „Die Feuerwehr hatte bereits die Narrenkappe auf“, sagte Telesch verschmitzt. In Eula sei es Tradition, dass die Vereine die Feierlichkeiten übers Jahr verteilt organisieren. Zur Kirmes soll dann noch einmal die 925-Jahr-Feier aufleben. Ein Rückblick mit großer Fotoschau ist geplant.

Von Birgit Schöppenthau

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