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Borna Gerhard Brand: Neukieritzscher Weihnachtsmann kommt seit 1973
Region Borna Gerhard Brand: Neukieritzscher Weihnachtsmann kommt seit 1973
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11:19 11.01.2016
Der Weihnachtsmann heißt seit 1989 Volkmar Schmidt. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch

Weihnachten ist vorüber, der Weihnachtsmann macht Urlaub. Eine Frage aber blieb unbeantwortet: Wie lange reicht die Tradition zurück, dass in Neukieritzsch am Nachmittag des Heiligabends der Weihnachtsmann in aller Öffentlichkeit die Kinder beschenkt. Nicht einmal der Weihnachtsmann selbst konnte es genau sagen.

Seit das Heiligabend in der LVZ stand, ließ den 87 Jahre alten Neukieritzscher Gerhard Brand diese Frage nicht los, sie beschäftigte ihn noch über den Jahreswechsel. Und der Mann, der Mitglied der Neukieritzscher Geschichtswerkstatt ist und derzeit seine eigenen Erinnerungen an die zurückliegenden Jahre aufschreibt, hat das Rätsel gelöst. Da macht es auch gar nichts, dass „in dem Alter alles nicht mehr so schnell geht“, wie der Senior sagt, der akribisch recherchiert hat und auf 42 Jahre gekommen ist. So lange, nämlich seit dem 24. Dezember 1973, gibt es in Neukieritzsch den öffentlichen Weihnachtsmann.

Der Ausgangspunkt dafür liegt sogar noch weiter zurück: 1966 ließ Dietmar Tornow das Blasorchester der freiwilligen Feuerwehr erstmals am Heiligabend ein Weihnachtsblasen auf dem Balkon des Ledigenwohnheims veranstalten. Was übrigens, hat Brand herausgefunden, bis 1983 an verschiedenen Stellen stattfand.

1973 leitete Tornow auch das neu gegründete Pionierblasorchester. Das gab am 24. Dezember ein Konzert vor der Oberschule, die damals noch „Otto Grotewohl“ hieß. Damals überraschte der Weihnachtsmann die Musikanten und Gäste und dies war die Geburtsstunde der bis heute anhaltenden Tradition.

In den ersten Jahren steckte Dieter Mehlhorn im roten Mantel des Weihnachtsmannes. „Er fuhr mit einem Schlitten vor, den der Bauer Landgraf aus Breunsdorf zur Verfügung stellte“, schreibt Gerhard Brand. Kleine Geschenke und Naschereien erhielten nur die Kinder, die ein Gedicht aufsagten oder ein Lied vortrugen, erinnert sich Brand.

Erst später sei für die Rolle des Weihnachtsmannes ein Schauspieler des Landestheaters Altenburg gewonnen worden. Das war, hat Gerhard Brand herausgefunden, meist ein Rentner, „der aber diese Rolle höchst professionell aufführte“. Die aufwendige Kleidung und die tiefe Stimme des Profis sorgten für die Aura eines wirklichen Weihnachtsmannes. Die Stimmung wurde noch gesteigert, als der Altenburger Weihnachtsmann nach ein paar Jahren „mit einem bezaubernden Christkindel“ erschien.

Schneemangel habe bald dazu geführt, dass der Schlitten gegen die Kutsche von Rosemarie Hertel getauscht werden musste, die den Weihnachtsmann viele, viele Jahre pünktlich zur Bescherung erst zur Schule und nach der Wende auf den Marktplatz brachte. Die letzten beiden Male kam der Weißbärtige mit einem Trike angefahren. Gerhard Brand freut sich, dass diese „kleine, aber schöne Tradition“ bis heute fortgesetzt wird. Und gewiss sehen das viele, viele Neukieritzscher mit ihm genauso.

Von André Neumann

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