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Borna Chaotischer Prozessbeginn um Cannabisplantage in Borna
Region Borna Chaotischer Prozessbeginn um Cannabisplantage in Borna
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11:16 26.07.2018
Mehr als 3000 erntereife Cannabispflanzen wurden Ende Januar in Borna sichergestellt. Am Mittwoch begann der Prozess gegen einen der Angeklagten. Quelle: LKA Sachsen
Leipzig/Borna

Mehr als 3000 Marihuanapflanzen soll ein 46-Jähriger mit anderen in einer Lagerhalle in Borna angepflanzt und gepflegt haben – am Mittwoch wurde vor dem Landgericht Leipzig der Prozess gegen ihn eröffnet. Bis es losgehen konnte, dauerte es allerdings eine Weile.

Debatte um Verteidigung

Auf neun Uhr war die Verhandlung angesetzt, eine Stunde später wurde noch immer diskutiert. Der Angeklagte wolle seine Pflichtverteidigerin entpflichten und einen anderen Anwalt der Kanzlei Simoncic einsetzen, hieß es von Seiten der Kanzlei. Der Antrag sei nicht formgerecht eingegangen, sagte dagegen das Gericht.

Der Angeklagte (hinten) mit Justizvollzugsbeamten beim Prozessauftakt am Mittwoch, rechts neben ihm seine Pflichtverteidigerin. Quelle: Sophie Aschenbrenner

Um kurz nach zehn wurde der Prozess dann doch eröffnet, der Angeklagte, ein polnischer Bürger, verständigte sich über einen Dolmetscher. Zusätzlich zur Pflichtverteidigerin wolle er einen Wahlverteidiger, bekräftigte er auf Nachfrage der Richterin. Der anwesende Anwalt, ein Kollege des eigentlichen Wunschanwalts des Angeklagten, nahm neben der Pflichtverteidigerin Platz.

Marktwert von mehreren 100 000 Euro

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, sich Ende 2017 einer Tätergruppe angeschlossen zu haben, die in der Deutzener Straße 73 in Borna in einer Lagerhalle eine professionelle Cannabisplantage betrieben haben soll. Mehr als 3000 erntereife Pflanzen wurden gefunden. Die Plantage wurde wohl durch ein Computersystem gesteuert und überwacht. Laut Landeskriminalamt (LKA) hatte der Ertrag aus einer Ernte ein Volumen von etwa 100 Kilogramm, was einem Marktwert von mehreren 100 000 Euro entspricht.

Verhandlung wird Mitte August fortgesetzt

Am 25. oder 26. Januar dieses Jahres hätte die Plantage nach Angaben der Staatsanwältin wohl abgeerntet werden sollen, am 25. Januar um kurz vor acht Uhr morgens schlug die Polizei zu. Im Vorfeld hatte es in Borna große Aufregung und massives Rätselraten um den Hubschrauber des Landeskriminalamtes gegeben, der hauptsächlich über der westlichen Peripherie der Stadt gekreist war.

Am gleichen Tag wurde der 46-Jährige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vorläufig festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft in der JVA Leipzig.

Der Angeklagte äußerte sich am Mittwoch nicht, nach Verlesung der Anklageschrift stellte der Wahlverteidiger noch diverse Anträge, unter anderem auf Entpflichtung der Pflichtverteidigerin sowie darauf, die Hauptverhandlung für drei Wochen zu unterbrechen. Als nächster Verhandlungstag war ohnehin der 13. August angesetzt, das bleibt nun auch so. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verständigungsgespräch angeboten. Ob dieses Angebot angenommen wird, stand am Mittwoch noch nicht fest.

Von Sophie Aschenbrenner

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