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Geschichtsverein Borna kritisiert Umgang der Stadt mit dem Museum

Umzugspläne und Personalmangel Geschichtsverein Borna kritisiert Umgang der Stadt mit dem Museum

Der Geschichtsverein Borna kritisiert die Stadt für deren Umgang mit dem Museum. Die Mitglieder rügen sowohl die Idee eines möglichen Umzugs des Museums in das Bürgerhaus Goldener Stern als auch den Personalmangel. Ihr Vorschlag: Aus- und Umbau der ehemaligen Bergbrauerei.

Museumsmitarbeiter Thomas Bergner zeigt das Grubentelefon, das ein anonymer Spender zur Verfügung gestellt hat.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Die Idee eines möglichen Umzugs des Bornaer Museums in das Bürgerhaus Goldener Stern stößt beim Geschichtsverein der Stadt auf Kritik. Nicht die Tatsache, dass eine räumliche Erweiterung dringend notwendig ist, vielmehr ist es der Ort, der dem Verein Kopfschmerzen bereitet. „Das Platzangebot im Goldenen Stern ist begrenzt, selbst wenn die Räume des Restaurants möglicherweise mitgenutzt werden könnten“, sagt Vereinsvorsitzender Thomas Brandenburg. Zudem seien die klimatischen Bedingungen in dem Gebäude alles andere als günstig für die Museumsgegenstände.

Brandenburg schlägt stattdessen eine andere Variante vor: den Aus- und Umbau der ehemaligen Bergbrauerei. Die stehe das ganze Jahr über mehr oder weniger leer, werde bisher lediglich für die Veranstaltung Kino unter Tage genutzt und biete nicht nur ausreichend Platz, sondern auch gute Bedingungen zur Lagerung der Objekte, die derzeit im Depot untergebracht seien.

Doch gleichzeitig mit einem Umzug das Reichstor aufzugeben, käme für den Geschichtsverein nicht in Frage. Das aber wäre erforderlich, wenn denn die Pläne von Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), das Standesamt ins Reichstor umziehen zu lassen, in die Tat umgesetzt werden. Diese Idee hält Brandenburg auch nicht für wirklich sinnvoll. „Das Reichstor ist nicht behindertengerecht, hier wären umfangreiche Umbauten erforderlich“, begründet er.

Seit Jahrzehnten bereits unterstützt der Geschichtsverein die Arbeit des Museums, jüngstes Beispiel ist die gemeinsame Ausstellung „Kohlespuren“, die noch bis zum 20. Mai zu sehen ist. Die Hilfe ist laut Brigitta Ast, Mitglied im Verein und bis vor kurzem Stadträtin, auch dringend nötig, denn von Seiten der Stadt werde das Museum zunehmend stiefmütterlich behandelt. Zwar sei jährlich für das Schwimmbad ein Zuschuss in Höhe von fast einer halben Million Euro gewährleistet, das Museum aber werde vernachlässigt. „Die Stadt lässt das Museum ganz schön hängen, da ist es schwer, vernünftige Arbeit zu machen“, sagt auch Brandenburg.

Für Ast ist die Vernachlässigung des Museums auch daran erkennbar, dass eine im vergangenen Jahr freigewordene Stelle bisher nicht wieder besetzt worden sei. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke begründet das damit, dass sie erst einmal die Ausrichtung des Museums abwarten wolle – gerade im Zusammenhang mit der Arbeit des Fördervereins zum Aufbau des Dokumentationszentrums IndustrieKulturlandschaft Mitteldeutschland (kurz DokMitt).

Wie berichtet, plant der Verein ein Kontaktbüro in der großen Kreisstadt, genutzt werden soll es unter anderem für Zeitzeugengespräche zum Thema Bergbau. „Wir müssen abwarten, ob und wie DokMitt und Museum zusammenarbeiten werden, dann können wir gucken, wie wir das personell stemmen“, macht Luedtke deutlich. „Aber das Museum lasse ich nicht im Stich.“

Das wäre für Ast und Brandenburg auch fatal, denn es gibt im Museum durchaus viel zu tun, allein die Fotothek muss in den kommenden Monaten digitalisiert werden. Und mit jedem neuen Schriftstück, jedem neuen Objekt, das im Museum ankommt, geht die Arbeit wieder von vorne los.

Vor der gleichen Herausforderung steht der Geschichtsverein selbst. Er hat das virtuelle Projekt „digitale Wissensbasis“ angestoßen. Ziel laut Brandenburg sei es, alle vorhandenen Quellen und Gegenstände, die über ganz Deutschland in Museen und Archiven verstreut sind, zentral und digital zu bündeln. „So findet man jederzeit das, was man sucht“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Ergebnis sei sozusagen ein „Findbuch der Findbücher“.

Im Herbst 2016 haben die 25 Mitglieder des Vereins die Arbeit daran aufgenommen, ein Ende hingegen ist nicht in Sicht, „das ist ein unendliches Projekt, denn irgendwo tauchen ja immer wieder neue und weitere Dinge auf“, begründet er. Auch ein Grund für Brandenburg und seine Mitstreiter, Nachwuchs zu suchen. Der Vereinsvorsitzende hofft, dass sich vielleicht der eine oder andere aus der Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Bornaer Gymnasiums findet, der den Verein – und damit auch das Museum – unterstützen will.

Schau „Kohlespuren“ noch bis Samstag

Bis zum Sonnabend noch ist die Ausstellung „Kohlespuren – Objekte erzählen“ im Bornaer Museum zu sehen. Ungewöhnlich ist die Schau allemal, schließlich sorgen die Bornaer selbst für die Gegenstände, die gezeigt werden. Seit Beginn des „Projektes“, wie es Thomas Bergner vom Museum bezeichnet, sind zahlreiche Dinge zum Thema Kohle und Bergbau zusammengekommen. Waren zu Beginn Bierkrüge, Teller, Uniformen und etliche Fotos zu bestaunen, wurde die Sammlung dann um ein Grubentelefon, ein Signalhorn für Doppelschütter, Abzeichen und auch Filme ergänzt.

Am Sonnabend gibt es zum Abschluss der Ausstellung und anlässlich des Internationalen Museumstages ein Erzählcafé. Ab 14 Uhr sind die Besucher eingeladen, sich die Exponate anzuschauen, die noch eingegangen sind. Zudem wird der Film „Ein zweiter Frühling für Gertrud“ gezeigt. Er thematisiert die Brikettfabrik, die zum Braunkohlewerk Regis gehörte. Eröffnet wird das Erzählcafé diesmal so richtig laut: mit Hilfe des Signalhorns früherer Doppelschütter.

Von Julia Tonne

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