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Borna Geschüttelt und gerührt: Weiberfastnacht in Groitzsch
Region Borna Geschüttelt und gerührt: Weiberfastnacht in Groitzsch
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15:47 04.03.2011
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. Alle Zutaten waren fein aufeinander abgestimmt, flambiert, geschüttelt und gerührt. Das Publikum schwelgte ordentlich in Partylaune, das Haus war voll bis zum Abwinken und die Groitzscher Karnevalisten hielten die Flamme kräftig am Lodern.

Vermutlich hätte zu später Stunde auch Johannes Heesters auf die Bühne treten können und die Weiber hätten „Ausziehen, ausziehen" gerufen. Kein männliches Wesen über 18 litt am Donnerstag unter Aufmerksamkeitsdefizit. Im Gegenteil, für die Minuten ihrer Auftritte durften sie sich fühlen wie sonst nur Robbie Williams und Take That: heiß begehrt und sexy. Zum Beispiel das Männerballett aus Narsdorf. Sieben, auf alt getrimmte, Jünglinge mit Opas hellbraunen Schlabberhosen und Krückstock hinkten zu Udo Jürgens Hit „Mit 66 Jahren" auf die Bühne. Ihr Auftritt wurde umkreischt und umjubelt wie sonstwas und zog noch eine Zugabe nach sich. Aufrecht wie die Stehaufmännchen rockten die Jungs schließlich zu „Highway to hell" aus dem Saal.

Groitzsch. So lecker süß und fruchtig wie eine „Grüne Wiese" mit extra viel Schuss schmeckte am Donnerstagabend die Weiberfastnacht im Kulturhaus Großstolpen. Alle Zutaten waren fein aufeinander abgestimmt, flambiert, geschüttelt und gerührt. Das Publikum schwelgte ordentlich in Partylaune, das Haus war voll bis zum Abwinken und die Groitzscher Karnevalisten hielten die Flamme kräftig am Lodern.

Wie gesagt, Männer hatten leichtes Spiel vorgestern Abend. So auch die beiden „Blues Brothers" aus Markkleeberg. Zwar bauten sie mit dunklen Anzügen und ebensolcher Sonnenbrille eine Art Schutzschild auf, doch Weiber schauen bekanntlich hinter die Fassade und forderten ihre totale Entblätterung. Nun gut: bis zum freien Oberkörper hats gereicht. „Genial", jauchzte Bettina Kleinert aus Kitzen zu ihrer Freundin Astrid und zückte sogleich die Digitalkamera. Da hatte sie noch nicht den Kitzscheraner Karnevalsklub gesehen. Single Günni begab sich nämlich auf Brautschau mit seinem besten Freund Manni. Wie es die Geschichte so will, kam das rettende Engelchen Amor vorbei und schoss die Bande komplett in Liebeslaune. Ein sehenswerter Auftritt, der zweimal gezeigt werden musste.

Das Publikum tat seinen Teil fürs Auge: Wunderschöne und unendlich phantasievolle Kostüme waren zu bestaunen. Kleopatra und Schlumpfine, Teufelinnen und Engelchen, Cowgirls und Balletttänzerinnen – die gesamte Show- und Märchenwelt war bestens vertreten. „Ich hole mir keine Null-acht-fuffzehn Kostüme aus dem Supermarkt", berichtet Angela Steinhardt. „Zum Glück habe ich noch nähen gelernt." Ihre Verkleidung war eine Mischung aus Meerjungfrau und Kasperle. „Raffiniert, was", lachte die 53-Jährige und fand sich selber schick.

Apropos schick. Tina Mähler vom Groitzscher Carnevalsclub, alias Sex-Bomb Blödra, ließ bei ihrem Auftritt wieder kein Auge trocken. Beim Besuch eines Fitnessstudios, das gezielte Übungen gegen den Winterspeck anbietet, muss die Singlefrau den zehnfachen Eintritt bezahlen. „Ist ja auch der Winterspeck von 1986 bis 96." Das Einzige, was bei ihr danach abgenommen hat, war die Sehstärke. Dabei will Miss Blödra doch nur, „dass mich jemand in den Arm nimmt. Wenn er rumkommt."

Bettina Kürbis und Angela Neundorf führten gewohnt frivol durch das Programm und hielten die Meute bei Laune, wie auch der Profistripper mit seiner Kunst der Häutung. Die letzten Weiber wurden gegen 3 Uhr aus dem Saal gekehrt. Heißt es.

Kathrin Haase

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