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Gesetz zur Katzen-Kastration gefordert

Gesetz zur Katzen-Kastration gefordert

Es sind einfach zu viele. Jeden Herbst und jedes Frühjahr steht das Tierheim Oelzschau vor den gleichen Problemen. Zu viele Katzenbabies werden anonym in Kartons oder Eimern am Tor abgestellt, über den Zaun geworfen oder Tierfreunde bringen kleine Katzenjunge vorbei, die sie am Feldrand oder an der Straße gefunden haben.

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Rund um die Uhr im Einsatz: Tierpfleger René Reuwand (32) mit einigen der vielen Kätzchen.

Quelle: Ulrike Wolf

Oelzschau. Pro Saison sind es 40 bis 50 Tiere, die im Heim aufgefangen, notversorgt und aufgepäppelt werden. "Wir sind ratlos und jedes Mal an der Belastungsgrenze", sagt Elvira Henkel, Vorsitzende des Tierschutzvereins Leipziger Land, zu dem das Tierheim Oelzschau gehört.

Normalerweise sind es zehn bis zwölf Katzen, die die Mitarbeiter versorgen. In Notzeiten steigt die Zahl auf bis zu 60 Tiere an. Mit diesen Sorgen ist der Verein nicht alleine. "Es ist ein Problem, das alle Tierschutzvereine betrifft", sagt Henkel. Manche Kätzchen, die in Oelzschau landen, seien gerade mal eine Woche alt. Mit den Schicksalen und Geschichten, die Tierfreunde berichten, geht es Elvira Henkel und dem Team sowie den zahlreichen Helfern nicht gut. "Uns brachte jemand Katzenkinder, die aus einem Zug geworfen wurden, es ist grausam", sagt die 61-Jährige.

Es gebe nicht nur ein Platzproblem, auch die Kosten für die tierärztlichen Behandlungen, für Katzenersatzmilch und Futter seien nur schwer zu bewältigen. Seit mehr als zehn Jahren gibt es für die engagierte Tierschützerin nur eine Lösung. Sie nimmt viele Katzenkinder mit zu sich nach Hause. "Das ist kräftemäßig sehr anstrengend, aller zwei Stunden, auch nachts, müssen die Kleinen gefüttert werden", berichtet sie. Ihr Mann Holger (62) hilft mit, wenn die Tiere aller paar Stunden mit zwei bis drei Millilitern Milch aufgepäppelt werden.

Das Gästezimmer in ihrem Wohnhaus ist längst zur Katzenbaby-Auffangstation umgerüstet worden. In Körbchen mit Wärmflasche können sich die Tiere von den ersten Strapazen ihres Lebens erholen. Elvira Henkel ist froh, dass sie sich auch in so anstrengenden Zeiten auf die Mitarbeiter des Tierheims verlassen kann, denn auch die anderen Tiere müssen versorgt werden. Insgesamt vier Tierpfleger, einen Hausmeister und eine Hilfskraft gibt es. "Mein Dank geht aber auch an unsere ehrenamtlichen Helfer", so die Vereinsvorsitzende.

Mit frühestens acht Wochen können die Katzenkinder dann an Tierfreunde abgegeben werden. "Die Vermittungen klappen gut, die Nachfrage ist da, nur das eigentliche Problem, die vielen freilaufenden nichtkastrierten Katzen, ist nicht gelöst", sagt Henkel.

Nach einem Bericht der Tierschutzorganisation Tasso leben in Deutschland etwa zwei Millionen Streunerkatzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen. Nach Baden-Württemberg hat Hessen mit einer Gesetzesregelung zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Hauskatzen mit Freigang ein Zeichen gesetzt. "Das muss auch in Sachsen so werden", fordert Henkel.

Doch nicht nur Katzenelend gibt es. Die Tierfreunde in Oelzschau mussten schon so einiges Leid mit ansehen. Beispielsweise wurden vor einiger Zeit auch Hasenbabies im Schraubglas am Tierheimtor abgestellt. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2014

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