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Getreide: Bauern stehen in den Startlöchern

Getreide: Bauern stehen in den Startlöchern

Die Landwirte der Region stehen in den Startlöchern. Sobald es das Wetter erlaubt, rollen die ersten Mähdrescher zur diesjährigen Getreideernte aufs Feld. Das kann schon morgen oder am Wochenende sein.

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Die Wintergerste - hier nahe der Zwölfbogenbrücke bei Zedtlitz - ist reif.

Quelle: Jens Paul Taubert

Rötha. "In einigen Betrieben ist die Wintergerste reif", sagte gestern Dietmar Mühlberg von der Röthaer Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Hätte in den letzten Tage nicht kühles und regnerisches Wetter dazwischen gefunkt, wäre wohl das erste Korn bereits unter Dach und Fach. Wie in jedem Jahr machen die Landwirte, deren Getreide auf leichten Standorten, also auf sandigen Lehmböden, heranwächst, den Anfang. Dazu zählen die Agrargenossenschaften Neukirchen, Borna und Kahnsdorf. Diese Böden haben einen schlechteren Wasserhaushalt, so dass das Korn meist schneller heranreift.

Die Landwirte der Region erwarten laut Pflanzenexperte Mühlberg "im Wesentlichen eine gute Getreideernte". Bei der Wintergerste stehen etwa 75 bis 80 Dezitonnen je Hektar auf dem Halm, beim Winterweizen sind es je nach Standort 60 bis 90 Dezitonnen je Hektar. Allerdings benötigt der Weizen, dessen Drusch in ungefähr vier Wochen beginnt, noch Wasser, weiß Mühlberg. An einigen Stellen seien schon Trockenschäden zu beobachten.

Im Durchschnitt werde mit einem leicht höheren Ertrag als im vorigen Jahr gerechnet, sagte Mühlberg, das Getreide habe dieses Mal auch eine bessere Qualität. 2013 hatte die Getreideernte nach einem langen Winter und dem Hochwasser-Regen erst nach dem 10. Juli begonnen.

2014 rücken die Mähdrescher nach einem milden Winter und einem Wachstumsbeginn bereits Ende Februar etwas früher aus als im Schnitt der anderen Jahre. Probleme habe es zunächst mit Pilzkrankheiten gegeben, so Mühlberg. Die fehlende Kälte habe zum Beispiel beim Weizen und der Triticale die Ausbreitung von Gelbrost begünstigt. Die Landwirte setzten aber rechtzeitig Fungizide ein, auch das recht trockene Frühjahr trug dazu bei, dass sich die Pilze nicht weiter vermehrten.

Die Hauptkultur auf hiesigen Feldern ist nach wie vor der Winterweizen. Er wächst im Röthaer Amtsbereich, zu dem der Landkreis Leipzig und die landwirtschaftlichen Flächen der Messestadt gehören, auf 32 372 Hektar heran. Das entspricht etwa einem Drittel der gesamten Ackerfläche. Der qualitativ gute Weizen wird nach Italien, wo er die Grundlage für Spaghetti und Makkaroni bildet, oder als klassisches Brotgetreide verkauft. Wintergerste, zumeist Futtergetreide fürs Vieh, haben die hiesigen Landwirte auf 13 803 Hektar angebaut. Mit großem Abstand folgen Winterroggen (2118 Hektar), Winter-Triticale (1839 Hektar) und Sommergerste (873 Hektar", die an die Brauhäuser geliefert wird.

Die Bauern blicken in diesen Tagen nicht nur zum Himmel, sondern auch auf die Handelsplätze. Der Getreidepreis habe derzeit "eine fallende Tendenz", sagt Mühlberg. Der Weizen werde im Moment mit etwa 18 Euro je Dezitonne gehandelt, die Gerste liege bei knapp 16 Euro. Das ist weniger als 2013 und deutlich weniger als 2012. Die Preise unterlägen ständigen Schwankungen und seien vom Weltmarkt abhängig. Der Konflikt in der Ukraine könne sich durchaus auswirken, meint der Fachmann. Insofern müssen die Landwirte beim Abschluss ihrer Verträge stets Fingerspitzengefühl an den Tag legen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2014
Prenzel, Frank

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