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Borna Gewachsen mit Selbstironie
Region Borna Gewachsen mit Selbstironie
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16:32 31.05.2011
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. Seither sitzt die Linke im Rathaus – und wo sie mit Amtskollegen zusammentrifft, senkt sie in der Regel den Altersdurchschnitt. Das dürfte so bleiben, auch wenn die Oberbürgermeisterin morgen ihren 40. Geburtstag feiert.Es war nicht auf den ersten Blick auszumachen, was seinerzeit überwog, als am Abend des 22. Juni 2008 das überraschende Wahlergebnis bekannt wurde. Die Linken-Kandidatin hatte mehr als 60 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang eingefahren – damals, als Amtsinhaber Bernd Schröter (Bürger für Borna) in den Augen vieler Bornaer in der Kreissitzfrage unnötigerweise die Seiten zu wechseln schien. Wer die Momente im Linken-Büro am Markt seinerzeit miterlebt hat, sah ein großes Stutzen, als das Wahlergebnis feststand. Und wer näher dran war, berichtet von einer Bürde, die die neue Amtsinhaberin zu Beginn ihrer Amtszeit durchaus verspürt haben muss, als sie sich im Rathaus zurechtfinden musste.

Was auch daran liegt, dass jemand wie Simone Luedtke allein schon parteibuchhalber die Pfeile auf sich zieht. Und sicher auch daran, dass jemand, der neu im Amt ist, natürlich erst einmal zu lernen hat. Mittlerweile aber müssen selbst Kritiker einräumen, dass die Frau mit Geburtsort München, die in Bonn großgeworden ist und einstmals wegen Gregor Gysi zur vormaligen PDS, den heutigen Linken, kam, an Statur gewonnen hat. Die Oberbürgermeisterin ist sicher noch nicht die vollendete Entertainerin, wenn sie eine öffentliche Bühne betritt. Sie lässt aber keinen Zweifel daran, dass sie etwas zu sagen hat und macht das auch. Bisweilen mit Humor und einem Schuss Selbstironie, wenn sie etwa beim letzten Neujahrsempfang darauf abhebt, dass sie diesmal, entgegen ihrer sonstigen Art, sehr viel geredet hat. Das lässt sich dann auch mit einer gewissen Souveränität beschreiben.

Was nicht heißt, dass vieles, was die erste Frau der Stadt macht, unumstritten ist. Sicher auch unvermeidlich, „und da muss ich vieles runterschlucken". Weil sie für „vieles verantwortlich gemacht wird, wofür ich gar nichts kann". Und es ärgert sie, „wenn andere bestimmte Dinge nicht verstehen wollen".

Dass sie seit ihrem Amtsantritt zu einer öffentlichen Person geworden ist, das weiß sie. „Ich kann damit umgehen." Mehr noch, sagt sie. „Ich bin froh, wenn ich auf Probleme angesprochen werde." Nur so könnten Probleme gelöst werden. Für ihre Familie, speziell ihre beiden Töchter, sei dass nicht immer so einfach. Die seien zwar stolz auf die Mutter im Rathaus, „aber manchmal ist es auch schwierig".

Ein typischer Tag der Oberbürgermeisterin beginnt kurz nach sieben, wenn sie das Haus verlässt. Und er endet nicht selten erst gegen 20, 21 Uhr. „Ich versuche aber immer, wenigstens eine halbe Stunde für die Kinder zu reservieren." Wobei das Verlassen des Rathauses keineswegs bedeutet, das Simone Luedtke abschalten kann. „Das geht auch zu Hause nicht." Auch nicht beim Lesen, aber vielleicht wenn sie untertaucht, was ganz wörtlich zu nehmen ist, seit die einstige Fußballspielerin einen Tauchkurs absolviert hat.

Der Posten an der Spitze sei für sie ein Traumjob. Weil sich etwas bewegen lässt, wie sie sagt, auch „wenn ich nicht alles allein machen kann". Weshalb bereits klar ist, das Simone Luedtke eine Verlängerung ihres Arbeitsvertrages anstrebt – im Jahr 2015, wenn die nächsten Wahlen anstehen.

Nikos Natsidis

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