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Borna Gewerbeverein Pegau löst sich bis März auf – Neuanfang mit Groitzsch
Region Borna Gewerbeverein Pegau löst sich bis März auf – Neuanfang mit Groitzsch
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17:57 02.12.2016
Im November 2013 ist dieser neue Vorstand des Gewerbevereins Pegau gewählt worden: Carsten Iwan, Ute Krüger, Walter Zink, Vorsitzender Albrecht Landgraf, Wolf-Dieter Schwidop, Jens und Dietmar Ende.   Quelle: Kathrin Haase
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Pegau/Groitzsch

 Mehr als 23 Jahre nach seiner Gründung hat der Gewerbeverein Pegau am Donnerstag seine Auflösung beschlossen. Die rechtliche Abwicklung erfolgt bis zum 31. März 2017, der Vorsitzende Albrecht Landgraf und sein Stellvertreter Walter Zink wurden als Liquidatoren bestimmt. Allen 37 Mitgliedern sowie weiteren Interessenten soll nun ein Wechsel in den Gewerbeverein Groitzsch empfohlen werden. Das Vereinskapital – zum 31. Dezember 2015 waren das laut Kassenverwalter Dietmar Ende 3045,21 Euro – geht satzungsgemäß an die Stadt Pegau über und wird dann für die Gewerbetreibenden eingesetzt.

Eine Reihe von Faktoren habe zu diesem Schritt geführt, stellte Landgraf kritisch fest. Er sprach von einer „allgemeinen Schwäche des Gewerbes, von einer Spaltung der Stadt und einem schlechten Klima des Miteinanders“. Ferner hätte zur Jahreshauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden müssen – doch es fehlten die Bewerber dafür. Rückblickend streute er sich selbst Asche aufs Haupt: „Wir wissen, dass in den vergangenen Jahren nicht viel los war im Verein, abgesehen von den Neujahrsempfängen. Wir haben gemerkt, dass wir so nicht weitermachen können.“

Auch Carsten Iwan, Bausachverständiger aus Kitzen, sparte nicht mit Kritik und erklärte damit zugleich seinen eigenen Vereinsaustritt zum Jahresende. „Uns ist es nicht gelungen, in Pegau richtig Fuß zu fassen.“ Der Schwerpunkt liege eher in den Ortsteilen. Es sei auch nicht gelungen, der Wirtschaftsförderung in Pegau einen größeren Stellenwert einzuräumen. Er selbst habe mehrere Gewerbetreibende in Pegau und Kitzen für den Verein geworben, doch vieles scheiterte an einfachsten organisatorischen Dingen.

Darüber hinaus will Iwan ein gewisses „Feind- und Frustbild gegenüber Groitzsch“ ausgemacht haben und erwähnte den geplanten Umzug des Rewe-Marktes von Pegau nach Groitzsch. „Der Wind dreht sich und ich glaube, dass ein Verschmelzen des kleinen Gewerbevereins Pegau mit dem großen Gewerbeverein Groitzsch nicht überall gut ankommt.“ Sein Vorschlag ziele daher weniger auf einen kommunalen, vielmehr auf einen regionalen Verbund, der näher an Leipzig rückt. „Ich könnte mir einen Gewerbeverbund zwischen Zwenkau, Pegau und Groitzsch vorstellen.“

„So eine Gemeinschaft wie in Pegau kann man nicht einfach den Bach runtergehen lassen“, findet auch der Groitzscher Vereinsvorsitzende Dieter Hager. Er wisse um die „verhärteten Fronten“, aber jetzt müsse man positiv die Zukunft gestalten. „Daran führt kein Weg vorbei, denn unsere Innenstädte haben ein Problem: Kleine Geschäfte schließen, Handwerksbetriebe suchen Nachfolger. Wir können das nur gemeinsam anpacken.“ Sein Stellvertreter Steven Stötzner sieht in dem gemeinsamen Gewerbeverband Groitzsch-Pegau einen ersten Schritt in die richtige Richtung. „Man kann daraus nur Gewinne für die Wirtschaftskraft und in der Außendarstellung erzielen.“

Von den 37 Mitgliedern des Gewerbevereins Pegau haben knapp 15 signalisiert, im Groitzscher Verein weitermachen zu wollen. Voraussichtlich im April soll die Namensänderung in Gewerbeverein Groitzsch-Pegau beschlossen werden.

Von Kathrin Haase

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