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Borna Gewerbeverein will Bornaer Fußgängerzone für Autos öffnen
Region Borna Gewerbeverein will Bornaer Fußgängerzone für Autos öffnen
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10:49 26.03.2018
Nach den Vorstellungen des Bornaer Gewerbevereins soll die Reichsstraße auch für Autos geöffnet werden. Quelle: Saskia Bartel
Borna

Es ist ein nahezu revolutionärer Gedanke: Durch die Bornaer Reichsstraße rollt der Verkehr. Nicht nur zur Anlieferung, wie bisweilen auch jetzt schon. Was dem stellvertretenden Vorsitzenden des Gewerbevereins Thoralf Lang vorschwebt, ist mehr. „Durch die Straße sollten auch wieder Autos fahren dürfen.“ Zudem brauche die Stadt ein neues Verkehrskonzept.

Verkehr wird um die Innenstadt herumgelenkt

„Wir lenken den Verkehr gezielt an der Innenstadt vorbei.“ Und in der Tat hat, wer über die Leipziger Straße nach Borna kommt und dann wie das Gros aller Kraftfahrer nach rechts in die Sachsenallee abbiegt, erst nach vier Straßen die Möglichkeit, links ins Stadtzentrum zu fahren. Es sei denn, er verfügt über genügend Ortskenntnis, um über die Grimmaer Straße Richtung Markt zu rollen.

Ein Unding, findet der umtriebige Gewerbevereinsvize, der darin nicht das einzige Problem sieht, unter dem die Innenstadthändler leiden. Wer etwa mit dem Fahrrad auf einer Tour durch den Südraum von Norden via Lobstädt nach Borna kommt, ende oftmals bei Supermärkten wie Lidl. Weiter in die Stadt, wohin Borna-Besucher ja in der Regel kommen sollten, fahre kaum jemand.

Öffnung der Wettinstraße zur Sachsenallee

Dabei, so Lang, lasse sich das Problem lösen – durch die Öffnung der Wettinstraße zur Sachsenallee hin. Eine Idee, die freilich nicht neu ist und gegen die es immer wieder starken Widerstand gab, weil dadurch das Gefährdungspotenzial für die Bewohner der Wohnstätte für Behinderte steigen würde. Für Lang ist eine ergebnisoffene Debatte über diese Frage dennoch sinnvoll.

Zu möglichen Veränderungen gehöre auch der Zugang zum Parkhaus in der Mühlgasse, das mittlerweile den Städtischen Werken Borna (SWB) gehört. Hier möchte Lang gern die Ausfahrt „drehen“ - und zwar so, dass die Fahrzeuge das Gebäude künftig von der Wassergasse aus erreichen beziehungsweise dort wieder verlassen können. Vorteil für die innerstädtischen Händler und Gewerbetreibenden, als deren Anwalt sich der Gewerbeverein seit 1860 versteht: Besucher der Innenstadt sind schneller und direkter im Zentrum.

Händler könnten sich an Parkgebühr beteiligen

Dabei sollten die Händler durchaus auch einen konkreten Beitrag leisten. Lang: „In den Geschäften würde Besuchern dann die Parkgebühr erstattet“, bei Parkkosten von 80 Cent pro Stunde im Parkhaus in der Mühlgasse ein überschaubarer Beitrag zur Bornaer Willkommenskultur für potenzielle Kunden in den Geschäften rund um den Markt.

Generell müsse in Sachen Verkehr umgedacht werden, fordert Thoralf Lang. „Wir können uns nicht mit Leipzig vergleichen.“ Wohl aber sei es möglich, die Leute wieder in die Innenstadt zurückzuholen. Es gehe um Dienstleistungen und eine attraktive Innenstadt, zu der auch die Möglichkeit gehöre, mit dem Auto durch die Reichsstraße zu fahren, langsam und quasi im Schritttempo, wie der stellvertretende Gewerbevereinschef betont. In Bad Lausick sei das wieder möglich. Und im westfälischen Bad Salzuflen gebe es in einer Fußgängerzone sogar 15-Minuten-Parkplätze.

Von Nikos Natsidis

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