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Borna Gey zu Feuerwehrtechnischen Zentren: Verkaufsabsicht ist "Buschfunk"
Region Borna Gey zu Feuerwehrtechnischen Zentren: Verkaufsabsicht ist "Buschfunk"
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14:53 19.05.2015

Nach einem geharnischten offenen Kritik-Brief, den der Kreisfeuerwehrverband im Dezember an die Kreistagsfraktionen schickte, hatte Landrat Gerhard Gey (CDU) am Dienstag zu einem internen Gespräch eingeladen. Die Signale dort: der Wille zu Einigung und Kompromiss.

"Wir dürfen eines nicht vergessen: Es ist das Ehrenamt, über das wir hier reden!" David Zühlke, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes und Leiter der Elstertrebnitzer Feuerwehr, ist ein Mann klarer Worte. Monate habe der Landkreis Leipzig verstreichen lassen, um an einem Konzept für die Feuerwehrtechnischen Zentren Thierbach und Trebsen zu arbeiten. Und beide Einrichtungen, die unverzichtbar seien für Ausbildung und technische Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren, in Gefahr gebracht. So schrieb es der Verband per offenem Brief den Kreistagsfraktionschefs kürzlich ins Stammbuch.

Am Dienstag wurde von Angesicht zu Angesicht gesprochen. Landrat Gey hatte neben Zühlke den Beigeordneten Wolfgang Klinger, Carola Schneider als Leiterin des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz sowie den Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen (CDU) für den Städte- und Gemeindetag im Landkreis an den Tisch geholt. "Die Probleme wurden offen benannt. Wir sind zu einem Konsens gekommen", sagt David Zühlke gestern. Die Sache sei endlich im Fluss, der offene Brief deshalb wichtig gewesen.

"Inhaltlich liegen wir gar nicht weit auseinander. Alle sind der Auffassung, dass beide Zentren erhalten bleiben", bestätigt Gerhard Gey. Angebliche Privatisierungs- und Verkaufsabsichten nennt er "Buschfunk". Das vom Kreisfeuerwehrverband vehement geforderte Konzept für die Zentren liege in Teilen vor. Es werde nächste Woche in der Arbeitsgruppe Brandschutz des Kreistages besprochen. Eingeladen dazu sind die Fraktionschefs und der Verband. In den nächsten Monaten werde der Kreistag das Dokument beschließen und damit die geforderten Weichenstellungen vornehmen.

"Wir wollen erreichen, dass die beiden Zentren effizienter laufen und dass damit eine neue Gebührensatzung möglich ist", so Gey. Eine, die "moderate Gebühren" beinhalte: "Damit werden die Dienstleistungen von den Kommunen wieder besser angenommen." Hoffnungsvoll schon jetzt: Die Anmeldezahlen zu Lehrgängen stiegen im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich an. Bestimmte Leistungen werde man in Trebsen konzentrieren, so der Landrat. Atemschutz und Schlauchpflege etwa. Durch eine Kooperation mit einem Dritten werde man die Brandübungsanlage in Thierbach besser auslasten. All das habe Gebühren zum Ziel, die aus Sicht der Kommunen akzeptabel seien.

"Eine kreis-einheitliche Ausbildung wäre ganz im Sinne der Kameraden", sagt Henry Graichen, Vorsitzender des Kreisverbandes des Städte- und Gemeindetags. Andererseits müsse man akzeptieren, wenn Kommunen eigene Wege gingen und zum Beispiel bei der Ausbildung untereinander kooperierten: "Das kann man niemandem vorwerfen." Beide Zentren müssten vielmehr in die Lage versetzt werden, "sich in einem Wettbewerb zu behaupten". Die Konzept-Grundzüge habe die Bürgermeisterrunde bereits im November diskutiert. Sie werde sich im Februar erneut und intensiver damit befassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.01.2014
Ekkehard Schulreich

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