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Gipfelbuch auf der Halde Trages erzählt von Besuchern in 228 Metern Höhe

Thierbach Gipfelbuch auf der Halde Trages erzählt von Besuchern in 228 Metern Höhe

Auf der Halde Trages steht seit dem vorigen Jahr ein Gipfelkreuz mit einem Gipfelbuch. Zum Jahreswechsel hat der Heimatverein Kitzscher das Buch getauscht und jede Menge netter Einträge darin gefunden – darunter sogar einen Heiratsantrag.

Heimatvereinsvorsitzender Franz Waberzeck mit dem Gipfelbuch auf der Halde Trages.

Quelle: Andreas Döring

Kitzscher/Thierbach. Exakt 228,2 Meter über dem Meeresspiegel öffnet sich der Blick weit über das Leipziger Land. Das heißt, um wirklich etwas sehen zu können, muss man noch den 33 Meter hohen Aussichtsturm besteigen, denn der künstliche Tafelberg ist dicht mit Bäumen bewachsen. Oder man steigt ein paar hundert Meter hinab zum Erzgebirgsblick oder zur Aussichtsstelle am Weg nach Thierbach hinunter, von wo aus man direkt über das alte Kraftwerk hinweg schauen kann.

Für die Aussicht und die dort stehende Informationstafel hat der Heimatverein Kitzscher gesorgt, der sich auch darum kümmert, dass der Wanderweg von dem Kitzscheraner Ortsteil nach oben zum Turm nicht zuwächst. Mindestens einmal im Jahr, immer rechtzeitig vor der 7-Seen-Wanderung, schneiden Vereinsmitglieder ihn frei. Der letzte Coup der Heimatfreunde um den Vereinsvorsitzenden Franz Waberzeck war im vorigen Jahr das Aufstellen eines Gipfelkreuzes aus zwei eisernen Achsen eines alten Leiterwagens neben dem Turm, an dem später noch eine Kassette mit einem Gipfelbuch in Form eines Kalenders angebracht wurde. Wobei die Frage, ob bei einer Halde, die oben flach ist, von einem Gipfel gesprochen werden kann, getrost übergangen werden darf.

Die Idee fand jedenfalls großen Anklang, wie Waberzeck erfreut feststellte, als er in der Silvesternacht das Buch tauschte. Seit dem 10. September, an dem Tag hatte der Kitzscheraner selbst den ersten Eintrag vorgenommen und das Buch eingelegt, verging kein Wochenende, an dem nicht mehrere Halden-Wanderer sich eingetragen und die Schönheit des Ortes gepriesen hätten. Und nicht nur an den Wochenenden. Die Zahl derer, die die Halde erklommen haben, dürfte weit höher sein, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt.

Die Ausflügler kamen vorzugsweise aus der näheren Umgebung, aus Frohburg, Bad Lausick, Markleeberg, Rochlitz, Brandis, viele aus Leipzig. Eine Radlertruppe aus dem Erzgebirge verewigte sich genauso in dem Buch wie ein Motorradclub namens Samurei, ebenfalls aus dem Erzgebirge. Am 21. September ist hier oben sogar ein Heiratsantrag gemacht worden, als Michi und Madlen mit Familie und Freunden von den Feuerwehren Mölbis und Espenhain die Halde bezwungen hatten. Und auch weit gereiste Besucher hatte die Halde: „Marco und Nico aus Österreich waren hier“, steht auf einer der Kalenderseiten.

Neben Turm und Gipfelkreuz weist dieser Findling auf der Trageser Halde auf die Höhe des künstlichen Berges hin

Neben Turm und Gipfelkreuz weist dieser Findling auf der Trageser Halde auf die Höhe des künstlichen Berges hin.

Quelle: Andreas Döring

Etliche Besucher steigen regelmäßig auf den Abraumberg, so wie Scarlett und Solveig, die sich am 23. September eintrugen, und wie offenbar jene, die die Trageser Halde als Pilzrevier schätzen. Und manchmal eben auch enttäuscht werden, wie dieser Eintrag vom 11. Oktober deutlich zum Ausdruck bringt: „Keine Pilze, verdammte Schweine“. Den ein Witzbold und oder Tierfreund sogleich mit dem Spruch „Keine Schweine, verdammte Pilze“ gekontert hat.

Mit den Wildschweinen hadert in diesem Jahr auch Franz Waberzeck. Nicht, weil die sich an den Pilzen gütlich getan haben, sondern weil sie mit ihren Rüsseln kurz vor dem Ziel auf der Halde ein gutes Stück des Weges ordentlich aufgewühlt haben.

Es gibt aber nicht nur lustige Sprüche und anerkennende Ausrufe im Gipfelbuch, auch Hinweise und Wünsche finden sich darin. So wie der nach freier Sicht aus der hölzernen Wanderhütte, die unterhalb des Turmes steht. Einige der Wanderer erinnern sich offenbar noch an die Zeit, als die Hütte neu und die Bäume rundherum noch klein waren.

In der Silvesternacht, als Franz Waberzeck ein neues Kalenderbuch in die Kassette setzte, waren übrigens insgesamt 32 Leute auf der Halde, die von hier aus einen fantastischen Blick auf all die Feuerwerke im Leipziger Südraum genossen.

Von André Neumann

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