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Borna Glasnost und eine gewisse Souveränität
Region Borna Glasnost und eine gewisse Souveränität
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22:22 31.01.2012
Blumen für Oberbürgermeisterin Simone Luedtke von Handballvereinschef Jörg Semper bei der Eröffnung der Dreifelderhalle. Quelle: Günther Hunger
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Borna

Am 1. August 2008 zog sie ins Chefzimmer am Marktplatz. Heute ist Halbzeit ihrer Amtszeit.

Kleine Fehler passieren ihr immer noch. Oder das, was hungrige Besucher (LVZ-Redakteure eingeschlossen) dafür halten: Dass die 40-Jährige als Gastgeberin beim Neujahrsempfang vor zehn Tagen vergisst, das Buffet zu eröffnen. Zuvor allerdings hat sie 40 Minuten geredet. Nicht gerade wie eine Volkstribunin, aber längst mit einer gewissen Souveränität, die es ihr erlaubt, ihre rhetorischen Fähigkeiten selbstironisch auf die Schippe zu nehmen. Aus der scheuen Anfängerin, die in ihren ersten anderthalb, zwei Amtsjahren auch nach Meinung wohlwollender Beobachter viele Angelegenheiten erst durch ihren Umgang damit zu echten Problemen zu machen schien, ist eine Frau geworden, die gelernt hat, dass der offene Umgang mit Schwierigkeiten im Zweifelsfall der bessere Weg ist.

Das Theater um den Abriss des Witznitzer Sportobjekts würde es heute vielleicht nicht geben. Die Probleme mit der Dreifelderhalle, die bekanntlich eine Million Euro mehr kostet als geplant, würde die Oberbürgermeisterin heute womöglich von sich aus öffentlich machen. Die leitende Angestellte der Stadt Borna scheint mittlerweile klug genug, um zu wissen, dass sich bestimmte Dinge nicht oder nur schwer unter dem Teppich halten lassen und dass auch künftig Dinge schiefgehen werden. Deshalb setzt sie auf Glasnost. Dem dienen auch Foren und Gesprächsrunden, und so fällt es auch Leuten, die mit der Frau im Rathaus schon wegen ihrer Parteizugehörigkeit Schwierigkeiten haben, zusehends schwerer, so etwas wie Generalkritik zu üben.

Längst scheint die Erinnerung daran zu verblassen, dass Luedtke im Ergebnis einer anormalen Oberbürgermeisterwahl im Juni 2008 ins Rathaus einzog. Und schien ihre Abwahl im Jahr 2015 oder ihr vorzeitiges Ende in den Augen vieler Kritiker nicht nur in den ersten Monaten nahezu zwangsläufig zu sein, ist es jetzt schwer, auch nur jemanden zu vermuten, der sich ernsthaft mit dem Gedanken trägt, in dreieinhalb Jahren gegen die Amtsinhaberin anzutreten. Dann dürften die Großprojekte von der Dreifelderhalle über Nordschule bis zur Schwimmhalle längst fertig sein und die Erinnerung an die Kostensteigerung bei der Dreifelderhalle verblasst sein. Sollte dann sogar noch das Freibad An der Wyhraaue wieder in Betrieb sein, scheint es aktuell nicht unwahrscheinlich, dass der/die Bewohner(in) des Chefzimmers im Rathaus erstmals seit dem Jahr 1990 seinen/ihren Arbeitsvertrag über eine Legislaturperiode hinaus verlängern kann.

Welche Halbzeitbilanz Oppositionsführer Roland Wübbeke, Chef der CDU-Fraktion im Bornaer Stadtrat, zieht, lesen Sie in der LVZ-Ausgabe Borna/Geithain am 1. Februar.

Nikos Natsidis

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