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Borna Gondwanaland in Borna – Stahl-Konstruktion soll Volksplatz überdachen
Region Borna Gondwanaland in Borna – Stahl-Konstruktion soll Volksplatz überdachen
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05:00 20.10.2017
Bleibt ohne Überdachung – der Volksplatz in Borna. Quelle: Thomas Kube
Borna

Die Idee ist nicht ganz neu und hat auch ihren Charme: die Überdachung großer Teile des Volksplatzes, durch die die Freiluftveranstaltungen tendenziell weniger abhängig von der Witterung wären. „Das ist schon vor 30 Jahren diskutiert worden“, erinnert sich Klaus Sachse, SPD-Stadtrat und seinerzeit in der Bauaufsicht der Kreisverwaltung. Damals scheiterte die Umsetzung dieser Idee an den mehr und mehr begrenzten Möglichkeiten in der Endzeit der DDR. Heutzutage hält sich die Begeisterung für ein Dach über den Traversen des Riesenareals bei den Verantwortlichen in Grenzen.

Der damalige Bornaer SED-Bürgermeister Rudolf Urban sei dafür gewesen, den Volksplatz zu überdachen, erinnert sich Sachse. Immerhin kamen seinerzeit weit mehr als die heutzutage ausweislich des Borna-Lexikons „Von Abtei bis Zwiebelhaus“ offiziell als maximale Zuschauerzahl angegebenen 6000 Besucher zu Großveranstaltungen wie den Sommerfilmtagen. Und es gab namhafte Verbündete für die Umsetzung der Dachidee – die damalige Bauhochschule Leipzig. Von dort stammte der Entwurf einer Stahlkonstruktion mit einer beweglichen Plane, ein bisschen so wie es, selbstredend moderner, heutzutage in der Gelsenkirchener Veltins-Arena von Schalke 04 zu finden ist.

Beim Volksplatzverein lassen sich mit der Vision einer zumindest teilweisen Überdachung der Sitzplätze dennoch keine offenen Türen einrennen. „Diese Überlegungen waren immer mal da“, sagt Vereinschef Falk Opelt. Für Veranstaltungen, wie sie der Verein in der Regel auf de Beine stellt, würde sich eine Überdachung kaum lohnen. Bei einer Open-Air-Disco seien die Kosten überschaubar und eventuelle wetterbedingte finanzielle Verluste überschaubar und damit noch aushaltbar für den Verein. Und Veranstaltungen mit Besucherzahlen, wie sie etwa bei den Konzerten von Matthias Reim, der bereits mehrfach auf der Volksplatzbühne stand, möglich sind, seien längst eher eine Ausnahme. Opelt: „Die Agenturen gehen dafür lieber in die großen Hallen in den großen Städten“ - und machen einen Bogen um den Volksplatz. Auch eine Überdachung des Platzes würde daran wohl kaum etwas ändern.

Sich mit einer Überdachung gegen Wetterunbilden wappnen zu können, steht deshalb keineswegs ganz oben auf dem Wunschzettel des Volksplatzvereins. Der würde sich eher eine stärkere Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit seiner Mitglieder wünschen. Und eine brauchbare Alternative bei Regenwetter für Veranstaltungen mit 500 oder 600 Besuchern. „Dafür wäre die Reithalle ideal gewesen“, sagt Vereinschef Opelt, die es allerdings bekanntlich schon lange nicht mehr gibt. Das Stadtkulturhaus eigne sich dafür nicht. Zum einen sei es zu klein; andererseits seien die Besucher etwa bei Rockkonzerten eher weniger gewillt brav auf ihren Stühlen zu sitzen, wenn vorn die Post abgeht.

Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) erteilt der Vorstellung, der Volksplatz könne in absehbarer Zeit überdacht werden, schon aus finanziellen Gründen eine Absage. „Das wäre kaum machbar.“ Außerdem ginge damit der besondere Charakter des Volksplatzes verloren.

Von Nikos Natsidis

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