Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Greenpeace protestiert gegen Kohle
Region Borna Greenpeace protestiert gegen Kohle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:28 01.06.2011
Anzeige

. Dieses Aktionsbild hatten Greenpeace-Aktivisten auf dem Dorfplatz in Kieritzsch aufgestellt. Etwa 40 Bürger waren der Einladung von Greenpeace gefolgt, die auf ihrer „Antibraunkohletour in Kieritzsch Station machte.

„Wir starteten in März unsere Aktion, die durch fünf Städte gehen soll", sagte Rico Lucas von Greenpeace. So gab es die Aktion in Halle, Magdeburg, Potsdam und Dresden. „Als wir von den Plänen der Mibrag erfuhren, dass der Ort Kieritzsch am Rande des Tagebaus Schleenhain bedroht ist, entschlossen wir uns, unser Aktionsbild ,Bagger bedroht Dorf‘ aufzubauen und ein Theaterstück aufzuführen", so Lucas. Während das Modelldorf in Hamburg entstand, baute Daniel Stagge aus Wernigerode den Bagger nach. „Wir haben uns 2010 bei einem Treffen Gedanken gemacht, wie wir eine Aktion gegen die Braunkohle starten können", erinnerte sich der Greenpeace-Aktivist. In 240 Stunden fertigte der Maschinenbaustudent den Bagger an.

„Ich finde die Aktion gut", meinte Monika Schuck, die seit 17 Jahren in Kieritzsch wohnt. „Ich möchte nicht, dass unser Dorf vom Tagebau eingekreist wird und wir im Dreck ersticken", meinte sie. Die 77-jährige Edith Mertens, die seit den 50er Jahren in Kieritzsch wohnt, sah die Aktion eher skeptisch. „Ich habe mein Haus nach der Wende saniert und bin endlich fertig und wollte meinen Lebensabend in Ruhe in Kieritzsch verbringen", sagte sie. „Wenn die Mibrag die Kohle braucht, wird sie sich von einer Greenpeace-Aktion nicht davon abhalten lassen", meinte sie. Janett Schwarz zeigte sich dagegen optimistischer: „Wir brauchen solche Aktionen. Durch Greenpeace wird bundesweit auf unser Schicksal aufmerksam gemacht". Sie vertrat die gleiche Auffassung, die die Aktivisten mit ihrem Theaterstück rüberbringen wollten: „Wir brauchen keine neuen Tagebaue und keine neuen Kohlekraftwerke". Vielmehr plädierte sie wie Rico Lucas von Greenpeace dafür, dass bis zum Jahr 2050 der Strom zu 100 Prozent mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugt werden sollte. Sie gehörte zu den Bürgern, die ihre Unterschrift auf eine Liste setzten, in der Greenpeace aufruft, zu Ökostrom zu wechseln.

Sonja Paul verteufelte dagegen die Braunkohleförderung nicht. „Gegenwärtig wird sie gebraucht. Es müssen Kompromisse her. Durch das Unglück in Japan ist die Situation in der Energieerzeugung verschärft wurden", sagte sie. Allerdings sprach sie sich dagegen aus, den Tagebau Vereinigtes Schleenhain um das Abbaufeld Kieritzsch zu erweitern.

Begeistert von der Greenpeace-Aktion zeigte sich Ina Miehe, Vorstandssprecherin Bündnis 90/Die Grüne Landkreis Leipzig: „Ich unterstütze die Aktion von Greenpeace „Deutschland ist erneuerbar – Keine neuen Tagebaue.

Cornelia Braun

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Mittwoch in der Ortschaft Kieritzsch demonstriert. Unter dem Motto „Deutschland ist erneuerbar - keine neuen Tagebaue“ forderten sie den Ausstieg aus der Nutzung der Braunkohle bis spätestens 2030. Bei der Aktion in Kieritzsch bedrohte symbolisch ein Braunkohlebagger ein Dorf und einen Windpark.

01.06.2011

Ein Großbrand im Pegauer Ortsteil Weideroda vernichtete am Dienstag eine Scheune eines Bauernhofes. Darin wurde Holz gelagert. Wie die Polizei mitteilte, griff das Feuer auf ein angrenzendes Gebäude über, wo mehrere Wohnanhänger und Wohnmobile sowie ein Boot standen.

31.05.2011

Borna. Mit der Privatheit war es mit einem Schlag vorbei. Damals, an einem Sonntagabend im Juni 2008, als Simone Luedtke – für die meisten überraschend – die Oberbürgermeisterwahlen gewann.

31.05.2011
Anzeige