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Grimmaer Wachleute brauchen eine gute Beobachtungsgabe

Rambos unerwünscht Grimmaer Wachleute brauchen eine gute Beobachtungsgabe

Nein, Rambos braucht Andreas Petzsche nicht. Dafür Leute, auf die Verlass ist. Schließlich müssen seine Mitarbeiter für Sicherheit und Ordnung sorgen. Petzsche ist Inhaber der A&P Bewachungsdienst und Service GmbH in Grimma.

Andreas Petzsche ist Inhaber und Geschäftsführer der A. P. Bewachungsdienst und Service GmbH & Co. KG in Grimma. Die Firma betreibt deutschlandweit Objektschutz sowie Revier- und Streifendienste und hat eine Hundestaffel.

Quelle: Thomas Kube

Landkreis Leipzig. Nein, Rambos braucht Andreas Petzsche nicht. Dafür Leute, auf die Verlass ist. Schließlich müssen seine Mitarbeiter für Sicherheit und Ordnung sorgen. Petzsche ist Inhaber und Geschäftsführer der A. P. Bewachungsdienst & Service GmbH & Co. KG in Grimma. Das Unternehmen, das etwa 80 Leute beschäftigt, ist die einzige Sicherheitsfirma mit Sitz im Landkreis Leipzig, die Mitglied im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft ist.

Dass der 61-jährige Firmenchef sein Büro in Grimma hat, sagt allerdings nichts über die Einsatzorte seiner Leute. Zwar übernahmen Petzsches Mitarbeiter im vergangenen Jahr an einer Pipeline in Thierbach (Stadt Kitzscher) den Wachdienst, aber das ist eher die Ausnahme. Wenn es um Aufträge in absehbarer Nähe des Firmensitzes Grimma geht, hat Petzsche meist nicht die Nase vorn. Eine Folge des durchaus scharfen Preiskampfes innerhalb der Branche. Die Haupteinsatzgebiete seiner Leute, zu denen auch fünf Frauen gehören, liegen im Rhein-Main-Gebiet und in Stuttgart.

Es begann vor Jahren mit Aufträgen für die Frankfurter Messe. „Vorher hatten wir hin und wieder ein Dorffest“, erinnert sich der Mann, der auf Erfahrungen sowohl bei der Nationalen Volksarmee (NVA) als auch bei der Volkspolizei zurückblicken kann, die er heute noch nutzt. Es waren die Anfangsjahre des Unternehmens, das es seit 2003 gibt. Damals übernahm A. P. auch Türsteherdienste bei Diskotheken in Köln und Bonn. Mittlerweile stehen die „Grimmaer“ Sicherheitsleute an 16 einstigen US-Kasernen in Frankfurt, Darmstadt und Hanau. Die früheren Standorte der GIs sind zwar leergeräumt, wecken aber dennoch Begehrlichkeiten. Etwa die von Kabeldieben. Buntmetall lässt sich bekanntlich gut zu Geld machen.

Allerdings besteht der Job eines guten Wachmannes keineswegs darin, Dieben und Randalierern selbst das Handwerk zu legen. Der heldenhafte Einsatz eines wachenden Mitarbeiters einer Schließfirma gehört eher zu den Legenden aus der sonntäglichen „Tatort“-Unterhaltung. Wer für A. P. im Dienst ist, steht auf Beobachtungsstation. Die Wachleute müssen mitbekommen, ob irgendwo ein Fenster zu Bruch geht oder ein Zaun aufgeschlitzt ist. Was eben ausdrücklich nicht bedeutet, einen Einbrecher dingfest zu machen. Petzsche: „Dann wird die Polizei alarmiert.“ Auch die Wachhunde, die mit in den Schichtdienst gehen, sind nicht dazu da, wie einst Film-Polizeihund Muchtar den Eindringling zu überwältigen. „Die Tiere haben wir für den Eigenschutz unserer Leute“, so Petzsche. Bei den Schäferhunden handelt es sich oft außer Polizeidienst gestellte Vierbeiner. Oder um Hunde aus dem Tierheim, die das Unternehmen ausbilden lässt.

Die Mitarbeiter, sowohl zwischen 20 und 35 als auch zwischen 45 und 60 und oftmals mit Erfahrungen bei der NVA oder der Bundeswehr, stammen zum großen Teil aus der Region. Petzsche: „Wir haben Leute aus Bad Lausick, Frohburg und Altenburg.“ Weil ein tagtäglicher Shuttle von Grimma zu den Einsatzorten in Hessen und Baden-Württemberg keine Option ist, sind die Wachleute immer zwei Wochen im Einsatz, um dann anderthalb Wochen zu Hause zu sein. Der Job, für den die Mitarbeiter eine Personenschutzausbildung durchlaufen, sei durchaus erträglich und nicht allzu schwer, glaubt Petzsche. Natürlich sollte ein Wachmann körperlich fit sein, sodass er ein oder zwei Kilometer lange Runden um ein Objekt wie eine ehemalige Ami-Kaserne ohne ernsthafte Erschöpfungszustände zurücklegen kann. „Er muss aber kein Leistungssportler sein.“

Bleibt die Frage, ob es sich als Wachmann gefährlich lebt. Eher nicht, sagt Petzsche, auch wenn seine Mitarbeiter bisweilen schon einmal etwas „auf die Glocke“ bekommen haben. Allerdings nicht bei normalen Wachdiensten, sondern im Umfeld von Fußballvereinen wie den Offenbacher Kickers und Eintracht Frankfurt. In aller Regel geht alles gut. Auch bei den Einsätzen in den Regionalbahnen in und um Frankfurt/Main. Dort kontrollieren die A.-P.-Wachleute sogar die Fahrkarten. Falls es Probleme gibt, rufen sie die Polizei.

Von Nikos Natsidis

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