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Borna Grippe-Epidemie in Borna - Helfer proben den Ernstfall
Region Borna Grippe-Epidemie in Borna - Helfer proben den Ernstfall
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13:26 31.10.2016
Rettungsübung in Borna. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Katastrophenalarm in Borna: Weil die Sana Klinik wegen einer schweren Grippe-Epidemie keine weiteren Patienten aufnehmen kann, müssen 23 erkrankte Sportler, die an Erbrechen und Durchfall leiden, in Eula am Feuerwehrtechnischen Zentrum in einem Behelfslager versorgt werden. Rund 200 Einsatzkräfte sind vor Ort, um der Lage Herr zu werden und die infektiösen Sportler zu retten. Erst nach einiger Zeit hat die Klinik Platzkapazitäten geschaffen, um die hoch ansteckenden Verletzten aufnehmen zu können.

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Eine Grippe-Epedemie haben Hunderte Helfer in Borna simuliert.

Eben dieses Szenario hat sich am Sonnabend sowohl in Eula als auch in der Sana Klinik abgespielt. Hintergrund war die Landeskatastrophenschutzübung "Akut 2016", die zeitgleich in drei Regionen Sachsens durchgeführt wurde, um das Zusammenspiel aller Beteiligten zu proben, um dadurch für solche Katastrophen gerüstet zu sein.

Während in Eula der Aufbau des Behandlungsplatzes 50 (er fasst bis zu 50 Patienten) geübt wird, laufen zeitgleich in der Klinik die Vorbereitungen, um die Kranken im ambulanten Operationsbereich versorgen zu können. Rund 250 Beteiligte sind allein an diesen beiden Standorten unterwegs, koordinieren, versorgen die hoch ansteckenden "Sportler", die  - fiktiv gedacht - mit dem Bus aus Chemnitz gekommen sind, medizinisch, teilen sie nach Schweregrad der Erkrankung ein und versuchen zu retten, was zu retten ist. Mehrere Patienten sind bewusstlos, andere wiederum können den Bus aus eigenen Kräften verlassen, um sich in den Zelten versorgen zu lassen. Die Zelte sind unterteilt in rote, gelbe und grüne Fälle. Während rot höchste Alarmstufe und damit Lebensgefahr bedeutet, sind die "gelben" Fälle etwas besser dran, müssen jedoch auch schnellstens behandelt werden. Den grünen Patienten geht es den Umständen entsprechend gut.

Unter Leitung der Landesdirektion Sachsen haben Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzbehörden der Stadt Chemnitz, der Landkreise Zwickau und Leipzig die Übung durchgeführt. Das Szenario der Übung geht von einer starken Grippewelle aus, die ganz Sachsen erfasst hat. Dabei ist die Rate der schwer und stationär zu behandelnden Verläufe außergewöhnlich hoch. Die Krankenhäuser sind deshalb ausgelastet und arbeiten am Limit. In dieser Situation tritt während einer Sportveranstaltung in Chemnitz eine Magen-Darm-Erkrankung massenhaft auf. Die Teams aus den beiden Landkreisen reisen daher ab, weil sich aber die Verläufe gravierend verschlechtern, bleibt nichts anderes übrig, als die Sportler unterwegs zu behandeln.

Um 14 Uhr am Sonnabend sind schließlich alle Patienten gerettet, Landrat Henry Graichen vom Landkreis Leipzig ist mit den Abläufen und der Koordinierung zufrieden. Eine Auswertung auf Landesebene steht noch aus.

Julia Tonne

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