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Borna Groitzsch: Bands Hayden und Backdoor feiern runden Geburtstag in Audigast
Region Borna Groitzsch: Bands Hayden und Backdoor feiern runden Geburtstag in Audigast
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07:00 20.02.2017
Sven Vogel, Thomas Kirmes, Büffel und Keyboarder Holger Schmidt – mal an der akustischen Gitarre – bei einem Song von Gerhard Gundermann. Quelle: Daniela Salzmann
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Groitzsch/Audigast

Die Gründung der Bands Hayden/Backdoor jährte sich am 6. Februar zum 30. Mal. Die Zeit bietet Stoff genug, um ein Buch zu füllen: Büffel (Sänger Mario Linke) und Keyboarder Holger Schmidt sowie Gitarrist Sven Vogel träumen 1987 in einem kleinen Proberaum in Groitzsch von ihrer eigenen Gruppe. Es gesellen sich Martin Scheer (Higgen) und Jan Rudolph, dann Andreas Ertel (Ergeee) dazu, und der Traum wird wahr.

Fünf Leute an fünf verschiedenen Instrumenten finden die richtigen Töne miteinander. Sie nehmen sich unter anderem die amerikanische Kultband The Doors zur Vorlage und interpretieren zunächst deren Songs. Die Band wird bei einem Gastspiel im Kulturhaus Rötha als sogenannte Mittelklasse der DDR eingestuft. Wenig später inspizieren Mitarbeiter der Stasi den Proberaum in Altengroitzsch. Größere Konsequenzen hat dies – auch dank der Wende – nicht.

Beim ersten Open-Air in Audigast 1989 ist Backdoor mit von der Partie. Seit dieser Zeit nehmen sie auch eigene Deutschrock-Songs im Musikprojekt Hayden auf, aus dem später Band Nummer zwei mit vier Tonträgern wird. Ab 1993 wirken sie für zwei Jahre am Theaterhaus in Jena mit. Die Aufführung „Die wahre Geschichte des Ah. Q.“ von Christoph Hein glänzt mit hohen Zuschauerzahlen. Bei dem vom Verein Alternative Naundorf organisierten Open-Air im Altenburger Land spielt Backdoor 1995 mit Vicky Vomit, Supercharge und Rammstein auf der grünen Wiese. 1996 sind sie zu Gast beim ersten Flower-Power-Open-Air in Freiberg/Sachsen, 1999 zum ersten Honky Tonk in Leipzig. In der überfüllten Music Hall Altenburg begehen die Musiker ihre zehnjährige Geburtstagsparty.

Hatte ihr Weg sie schon über alle bekannten Säle und Open-Airs Mitteldeutschlands geführt, kommen sie nun nach Paris. Auf dem Père Lachaise-Friedhof werden sie vom MDR im Rahmen einer Reportage zum 30. Todestag von Jim Morrison in Szene gesetzt. 2002: Hayden und Backdoor feiern 15 Jahre Musikerleben im Deutschen Haus in Lucka. Für kleinere Turbulenzen sorgen nun immer wieder die Wechsel an den Instrumenten, vor allem am Schlagzeug. 2003, als Gründungsmitglied Higgens aussteigt, übernimmt der damals 24-jährige Marcel Bräutigam aus Meuselwitz. Auch Bassist Ergeee verlässt nach 18 Jahren 2005 die Band, Justus Liebig wird sein Nachfolger. 2007: Backdoor und Hayden feiern ihren 20. Geburtstag mit einer rauschenden Party im Elstertrebnitzer Saal mit dem irgendwie passenden Namen Bollwerk. Stefan Fischer aus Rötha bedient von 2002 bis 2004, Albrecht Bibas 2008 die Trommeln, beim Open Air in Audigast am 23. Mai 2009 sitzt Marcel jedoch erneut an den Drums. 2010: Marcel und Justus verlassen die Band, im Sommer 2011 kommen Bassist Kevin Panitz und Schlagzeuger Klaus Goritz dazu, Klaus bleibt nur bis 2013, so dass heute der gelernte Goldschmied Marcel wieder trommelt.

Hauptdarsteller und andere Mitwirkende dieser ereignisreichen Geschichte kamen am Samstag auf dem Audigaster Saal zusammen, um den Faden weiterzuspinnen. Mit Songs von Hayden wurde der Abend eingeleitet. „Scheißspiel“ und „Hass mich, lieb mich“ und natürlich „Überlebenstour“ begeisterten die Gäste. Lothar Eisert aus Altenburg liebt diese „kleinen, familiären Veranstaltungen, bei denen man auch mit den Musikern ins Gespräch kommt.“ Zu Großkonzerten zieht es den 64-Jährigen, der seit 1970 mit seiner Frau Birgit zu Livemusik geht, „überhaupt nicht“. Thomas Winkler findet: „Es ist ein genialer Abend.“ Der 35-Jährige, der in Meuselwitz arbeitet und in Ramsdorf wohnt, reiste mit seinen Kumpels mit dem Auto an, um „Hayden zu sehen und Leute zu treffen“. Auch letzteres fiel nicht schwer im gut gefüllten Gasthof zur Goldenen Aue, indem man bei den später angestimmten Doors-Liedern die Luft „schneiden“ konnte.

Veranstalter René Fischer war zufrieden, die verlässliche Rock-Formation ist natürlich wieder bei seinem Open-Air am dritten Maiwochenende dabei. Insgesamt zwölf Musiker standen auf der Bühne und Massen davor, als einer der letzten Songs erklang. Mit den Hayden-Worten „Hoch die Tassen, wir sehen uns nicht wieder, denn einmal ist alles vorbei“ verabschiedeten sich nicht nur die Band, sondern auch die Gastmusiker: Thomas Kirmse aus Leipzig am Saxofon, André Taube aus Lucka an der Tuba, Hendrik Taube aus Markneukirchen an der Trompete sowie Gitarrist Kevin Eisert aus Altenburg.

Von Daniela Salzmann

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