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Borna Groitzsch: Letzter Blick in die Wundertüte Volkshaus vor dem großen Umbau
Region Borna Groitzsch: Letzter Blick in die Wundertüte Volkshaus vor dem großen Umbau
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00:21 09.11.2017
Blick in den Saal des Groitzscher Volkshauses, der zuletzt ganz in Schwarz gehalten war. Quelle: Andreas Döring
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Groitzsch

Das Volkshaus am Groitzscher Schützenplatz hält einen kleinen Rekord in der Stadt: Es ist die Veranstaltungsstätte mit den häufigsten Namenswechseln. Errichtet in den 1920er Jahren als Volkshaus, wurde es später in Schützenhaus umbenannt, hieß nach der Wende „Eastside“, „Tattoo“, „Tanztempel“ und aktuell wieder Volkshaus. Steht jetzt eine weitere Umbenennung an?

Fotografischer Streifzug durch das Groitzscher Volkshaus.Seit annähernd sechs Jahren liegt das dreigeschossige Gebäude im Tiefschlaf und soll nun wieder flottgemacht werden. Die Stadt will das Haus bis 2020 sanieren und dann als Veranstaltungsstätte nutzen.

Seit annähernd sechs Jahren liegt das dreigeschossige Gebäude im Tiefschlaf und soll nun wieder flottgemacht werden. Wie berichtet kaufte die Stadt von der Eigentümerin Karla Spalholz beide Flurstücke am Schützenplatz und in der Zeitzer Straße mit einer Gesamtgröße von 1731 Quadratmetern. „Es ist die letzte Chance, dort etwas zu machen, sonst ist der Zug abgefahren“, sagte Bürgermeister Maik Kunze (CDU) über das ehrgeizige Projekt.

Die Sanierung wird ersten Schätzungen zufolge mit 2,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Doch damit legt die Stadt keine Eile an den Tag, rechnet vielmehr mit einer Realisierung bis etwa 2020. Finanziert werden der Kauf und die Sanierung mit Fördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ (SOP) – ohne Kreditaufnahme oder Neuverschuldung. „Das Gebäude ist teilweise unterkellert, ziemlich verbaut und wir wissen noch gar nicht, was alles auf uns zukommt“, gibt Dirk Schmidt, Sachgebietsleiter Bauverwaltung, zu bedenken und gewährt der LVZ einen letzten Blick in die Wundertüte Volkshaus.

Allerhand Nebenräume, Nischen, Stufen, Podeste und Anbauten könnten während der Sanierung durchaus für Überraschungen sorgen, findet er und vermutet damit steigende Kosten. Hoffnung mache jedoch ein Holzgutachten, das dem Dachtragwerk und den Säulen im großen Saal einen sehr guten Zustand bescheinigte.

Noch in diesem Jahr soll die Entrümpelung und Entkernung des Hauses über die Bühne gehen – ein ordentliches Stück Arbeit, das sich über mehrere Etagen erstreckt. Dazu will der Stadtrat auf seiner Sitzung am 9. November den Auftrag vergeben. Im ehemaligen Lager, der Küche und in den vielen Nebenräumen sind bis heute die Hinterlassenschaften der einstigen Partyhochburg zu finden: kaputte Tische und Stühle, Küchenutensilien, Geschirr, Gläser und Besteck bis hin zu Trinkröhrchen und Cocktailschirmchen. Auch diverse Sitzecken, Tresen und Raumteiler haben ihren Dienst längst getan und müssen raus.

Danach kann der eigentliche Umbau beginnen. Ähnlich wie das Volkshaus in Pegau wird die Groitzscher Kulturstätte einen Saal mit Galerie bekommen, in dem mehrere hundert Personen Platz finden. Denkbar seien hier verschiedene Festlichkeiten, Weihnachts- und Seniorenfeiern, Schulaufführungen, Karneval, Konzerte, Theater oder Kabarett – damit zieht die Schusterstadt saaltechnisch mit anderen Orten wie Borna, Neukieritzsch oder Böhlen gleich. Bisher finden diese Veranstaltungen beispielsweise im Kulturhaus Großstolpen, im Bürgerhaus-Kino oder in den Landgasthöfen Großpriesligk und Michelwitz statt.

Von Kathrin Haase

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