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Borna Groitzsch: Rewe-Projekt etwas kleiner geplant
Region Borna Groitzsch: Rewe-Projekt etwas kleiner geplant
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11:12 27.10.2018
Groitzsch wartet auf einen neuen Lebensmittelmarkt. Quelle: Volkmar Heinz
Groitzsch

Maik Kunze ist guten Mutes, dass der Rewe-Markt und die Drogerie doch in Groitzsch gebaut werden dürfen. Nach einigen Debatten und Hinweisen wurde das Projekt etwas verkleinert, sagt der Bürgermeister (CDU). Dazu soll der Stadtrat am 8. November seine Zustimmung geben. Der Technische Ausschuss mit einem Drittel der Abgeordneten akzeptierte die Änderung des entsprechenden Bebauungsplans „Gewerbegebiet Süd, an der B 176“ am Donnerstagabend. Nach der öffentlichen Auslegung soll das Dokument zur Genehmigung eingereicht werden.

Nachbar Pegau ist sauer

Bereits im Mai hatte der Stadtrat eine B-Plan-Änderung beschlossen. Danach gab es nicht nur Streit mit Nachbar Pegau, der sich massiv gegen die Ansiedlung eines größeren Lebensmittel-Vollsortimenters in der Schusterstadt wehrt. Es fanden auch zwei Beratungen in der Landesdirektion statt, woraufhin ein Gutachten zur Situation des Einzelhandels in beiden Kommunen erstellt wurde, sagt Kunze. „Dessen Vorgaben hat das Planungsbüro Knoblich nun umgesetzt. Die Verkaufsfläche für den Rewe-Markt sowie die insgesamt bebaubare Fläche werden begrenzt. Damit folgen wir den Zielen der Regionalplanung, heißt es im Fazit des Gutachtens.“

Einkaufsmarkt soll modern gestaltet werden

Konkret bedeutet das: Der eigentliche Supermarkt, bisher mit 1600 Quadratmeter geführt, soll nun eine Größe von 1500 Quadratmeter erhalten, wobei der anfangs zusätzliche Backshop (150 Quadratmeter) jetzt einbezogen ist. „Damit ist der Unterschied zum Pegauer Rewe-Markt, der demnächst schließt, nicht mehr so groß.“ In der Vergangenheit war dort mal von 900, mal von 1000 Quadratmeter die Rede gewesen. Der Neubau in Groitzsch sei ja nur eine Verlagerung des vorhandenen Angebots, etwas vergrößert für eine modernere Gestaltung, wie flachere Regale und breitere Gänge. Das Abrücken vom ursprünglichen Projektumfang bedeute eine Ausrichtung auf ausschließlich Groitzscher Belange, einschließlich der Dörfer. „Wobei dann natürlich auch andere hier einkaufen können“, schmunzelt Kunze.

Unstrittig sei hingegen die Größe der Drogerie „Rossmann“ mit 700 Quadratmeter. „Die hatten wir und der Investor zunächst Pegau angeboten, als Ersatz für das dortige Rewe-Aus. Doch das hat Pegau abgelehnt.“ Deshalb wolle der Immobilienunternehmer nun beides an einem Ort errichten. „Eigentlich sollte nach seinem Wunsch sogar noch ein größerer Getränkemarkt dazukommen“, so der Bürgermeister. „Doch das wird von Groitzsch und dem Gutachten abgelehnt. Da sind wir gut versorgt.“

Bau entsteht auf der grünen Wiese

Die schraffierte Fläche umfasst das Gebiet, das die mögliche Ansiedlung von Rewe und eines Drogeriemarktes vorgesehen ist. Quelle: Stadt Groitzsch

Zum Argument des Bauens auf der grünen Wiese merkt Kunze an: „Wir hätten den Markt auch gern in der Innenstadt gehabt.“ Wobei das natürlich mehr Verkehr bringe. „Aber wir haben da einfach keine Brache in entsprechender Größe. Sollen wir also dafür bestraft werden, dass wir in der Vergangenheit städtebaulich viel getan haben?“ Und dann werde Rewe etwa von der Emil-Jahn-Straße im südlichen Wohngebiet von Groitzsch kaum weiter entfernt sein als der Penny-Markt, für die Großpriesligker werde der Neubau fast vor der Haustür sein. Aus anderen Bereichen der Stadt könne er künftig mit dem Stadtbus Groitzsch/Pegau erreicht werden, der andererseits die Groitzscher auch zum Zug in die Elsterstadt bringen soll.

Bürgermeister Kunze rechnet mit einem Ja des Stadtrats zum Bebauungsplan. Dann könnte das Dokument im Dezember/Januar zur öffentlichen Einsichtnahme ausliegen. Behörden, Einrichtungen und Organisationen geben dann Stellungnahmen ab – sicherlich auch wieder Pegau.

Von Olaf Krenz

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