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Groitzsch: Saasdorfer Teich ist fast verschwunden – früher war es dort so schön

Schlämmung nötig Groitzsch: Saasdorfer Teich ist fast verschwunden – früher war es dort so schön

Für Heinz Kricke gehört zum Dorf ein Teich. In seinem Heimatort Saasdorf allerdings trifft eine solche Bezeichnung nicht wirklich zu. Schon seit Jahren gibt es Probleme, ist das Gewässer total verschlammt. Vom letzten November an war es sogar über mehrere Monate trocken. Derzeit ist das Ganze eher ein zugewachsener Tümpel.

Eigentlich ein idyllisches Fleckchen. Doch der Teich am Rande des Groitzscher Ortsteiles Saasdorf ist mehr als ein halbes Jahr trocken gewesen. Er müsste entschlammt werden, wünscht sich Anwohner Heinz Kricke.

Quelle: Olaf Krenz

Groitzsch/Saasdorf. Für Heinz Kricke ist das ein Muss: „Zum Dorf gehört ein Teich.“ In seinem Heimatort Saasdorf allerdings trifft eine solche Bezeichnung nicht wirklich zu. Schon seit Jahren gibt es Probleme, ist das Gewässer total verschlammt. Vom letzten November an allerdings war es erstmals, seit Anwohner Kricke denken kann, und der ist 88 Jahre alt, über mehrere Monate trocken. Derzeit ist das Ganze eher ein zugewachsener Tümpel.

„Das war einst der Löschteich für die Feuerwehr Gatzen-Auligk, wir hatten in Saasdorf ja keine eigene Truppe“, sagt der Senior. „Wir haben hier manch feucht-fröhliches Fest gefeiert.“ Idyllisch ist das Umfeld des Teiches an der westlichen Seite des Dorfes in der Elsteraue immer noch. Am Rande ist es schattig. Es lässt sich verweilen, wozu eine Bank einlädt. Einmal im Jahr trifft sich das Dorf am Ufer weiterhin zum Fest. Aber das Gewässer selbst... „Es wäre schön, wenn sich jemand kümmern würde“, meint Kricke. Wobei er Richtung Groitzscher Rathaus schielt – ohne so weit gucken zu können. Er habe bereits beim Bürgermeister vorgesprochen, sei aber vertröstet worden.

Das ist die tiefste Stelle der Umgebung, so der Rentner. Da ziehe sich das gesamte Oberflächen- und Drainagewasser zusammen. Sogar von Altengroitzsch, Nöthnitz und Gatzen. Doch ein Dreivierteljahr gab es nur wenig Regen, von Schneeschmelze könne auch keine Rede gewesen sein. Deshalb ist der Teich, in dem nun bestimmt anderthalb Meter Schlamm sind, trocken geworden, sagt Kricke. Inzwischen sind wohl wieder etwa zehn Zentimeter Wasser drin. „Früher war die Wassertiefe in der Mitte sicherlich reichlich zwei Meter.“

Früher verdiente der Saasdorfer Teich seine Bezeichnung

Früher verdiente der Saasdorfer Teich seine Bezeichnung. Beim Abfischen musste tief im Wasser gewatet werden.

Quelle: privat
Eine ganz Menge Fisch, darunter durchaus kapitale Burschen, wurde damals herausgeholt

Eine ganz Menge Fisch, darunter durchaus kapitale Burschen, wurde damals herausgeholt

Quelle: privat

Als das Wasser sauber war, schwammen Fische darin, Karpfen, auch Goldfische. Damals wurde der Teich sogar bewirtschaftet, eine Zeit lang von Kricke selbst. „Wir haben ganz ordentlich rausgeholt“, meint er schmunzelnd und zeigt Fotos vom Abfischen und von den Fangerfolgen. Doch in den letzten Jahren sei der Teich aufgrund der krassen Wärme, von Schlamm und Bewuchs beim niedrigen Wasserstand zweimal umgekippt. Sauerstoff fehlte, die Fische starben.

Zwischen 1945 und 1990 sei hier zweimal geschlämmt worden. „Von der Feuerwehr. Beim ersten Mal haben dann die Bauern den Schlamm auf ihre Wiesen gefahren. Beim zweiten Mal haben wir ihn mit einer Lore rausgekarrt und in der Nähe eine zwei Meter hohe Kippe gebaut sowie Dellen aufgefüllt.“ Heutzutage gehe das ja nicht mehr so einfach, da werde erst alles chemisch untersucht, und dann müsse es entsorgt werden. Dennoch wünscht er sich eine dritte Aktion. Schließlich: „Was haben wir hier für schöne Stunden verbracht!“, schwärmt Heinz Kricke.

„Was haben wir hier für schöne Stunden verbracht“

„Was haben wir hier für schöne Stunden verbracht!“

Quelle: privat
Früher verdiente der Saasdorfer Teich seine Bezeichnung

Früher verdiente der Saasdorfer Teich seine Bezeichnung.

Quelle: privat

Bürgermeister Maik Kunze (CDU) gönnt ihm und den anderen Saasdorfern eine Auffrischung der Erinnerung. „Doch es ist tatsächlich nicht einfach getan.“ Die Arbeit am Teich funktioniere nur im Komplex mit der Sanierung der Staatsstraße 65 durch den Ort. Und da reden die Untere Wasserbehörde und die Untere Naturschutzbehörde mit. Damit das Niederschlagswasser in die Vorflut gelangen kann, müsse eventuell ein früherer Graben reaktiviert werden. Dazu solle eine Fläche gekauft werden, deren auswärtig wohnender Eigentümer sich jedoch quer stelle. „Herr Kricke weiß ja, wie schwierig der ist.“ Insgesamt sei alles mit hohen Kosten und den Genehmigungen der beiden Ämter verbunden. Die Stadt habe aber bereits einen sechsstelligen Betrag in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen. „Er war schon mal drin, aber wegen der Probleme kamen wir nicht weiter“, so Kunze. „Erst dann hat auch eine Schlämmung des Teiches Sinn.“ Die Verwaltung wird das Vorhaben nicht aus den Augen verlieren, verspricht er.

Von Olaf Krenz

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