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Groitzsch: Schulen und Kindergartennach Granatenfund evakuiert

Groitzsch: Schulen und Kindergartennach Granatenfund evakuiert

Große Aufregung und vorzeitiges Unterrichtsende gestern Vormittag in Groitzsch. Statt "Hitzefrei" war allerdings ein Bombenfund der Auslöser. Bei Schachtarbeiten auf dem Hof der Oberschule in der Südstraße war eine Granate gefunden worden.

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Bei Baggerarbeiten auf dem Schulhof ist gestern eine Granateaufgetaucht.

Quelle: Thomas Kube

Groitzsch. Die Polizei evakuierte diese Bildungseinrichtung und die Grundschule mit insgesamt rund 250 Schülern, den evangelischen Kindergarten "Schilfkörbchen" mit 52 Mädchen und Jungen, die Bibliothek und einige Unternehmen im Sebastians Hof. Die Sperrung wurde aber schon gegen 12.30 Uhr aufgehoben, nachdem der Kampfmittelbeseitigungsdienst den gefährlichen Fund abtransportiert hatte. Dann legte sich die Aufregung wieder.

Nach der Sanierung des mittlerweile 112-jährigen Schulhauses soll nun der letzte Teil des Außengeländes mit neuem Pflaster und Begrünung aufgehübscht werden. Mitte Juni hatte der Technische Ausschuss des Groitzscher Stadtrates den Auftrag vergeben. Zwei Minibagger, mit Löffel und Planierschild, hatten den Boden aufgewühlt, wobei die Arbeiter einen metallenen Gegenstand fanden - eine Granate. Nach der Alarmierung der Polizei gegen 10.45 Uhr waren drei Motorradbeamte aus Leipzig als Erste zur Stelle, dann drei Funkwagen mit sechs Kollegen vom Revier Borna. Sofort wurden die Einrichtungen im Umfeld informiert und geräumt.

"Wir waren gerade beim Mittagessen", sagte Ulrike Weidemann vom "Schilfkörbchen". "Klar waren die Kinder aufgeregt, einige hatten Angst. Viele hatten Fragen, die wir nicht beantworten konnten", so die Leiterin. Einige Eltern holten ihren Nachwuchs noch schnell ab. Mit den anderen Schützlingen zogen die Erzieherinnen zum Pfarrhaus um. "Vor allem mit den zwölf Krippenkindern war das nicht einfach, die werden ja nach dem Essen müde. Andere benötigten unbedingt ihr Kuscheltier." Mit den Krippenwagen, teils auch auf dem Arm, wurden die Jüngsten dann transportiert. "Im Pfarrgarten waren die Kinder dann auf vertrautem Terrain. Und als wir dort unter der großen Buche Siesta gehalten und eine Geschichte erzählt haben, war es fast wie ein normaler Ausflug." Gegen 13 Uhr ging es dann zurück in den Kindergarten, wo verspätet der Mittagsschlaf begonnen wurde. "Den Schokopudding, den wir beim Essen nicht mehr geschafft haben, gibt es zum Vesper", sagte Weidemann. "Wenn im Radio und im Fernsehen von einem Bombenfund die Rede war, habe ich immer gedacht: Lasst den Kelch an uns vorübergehen. Nun hatten wir das auch. Zum Glück ist nichts passiert."

In der Oberschule war weniger Betrieb gewesen als üblich. "Einige Klassen sind auf Abschlussfahrt", erklärte Reiner Gräber. "Mit den anderen hat die Evakuierung reibungslos geklappt." Die Schüler aus der Stadt wurden nach Hause geschickt, die aus den Ortsteilen warteten jedoch an der Haltestelle auf den Bus - unmittelbar neben der Schule. "Wenn es gefährlich geworden wäre, hätte die Polizei die Absperrung sicherlich weiter gefasst", meinte Gräber.

Aus der Grundschule auf der gegenüberliegenden Straßenseite holten die Erzieherinnen um Hortleiterin Siegrun Jentsch die etwa 200 Kinder ab. Gemeinsam ging es zum Waldspielplatz hinter dem Schützenplatz. Dorthin wurde auch das Mittagessen gebracht. Für die Mädchen und Jungen war das eher Spiel und Abenteuer, als dass sie sich gefürchtet hätten. Der zuvor geplante Flohmarkt einer Gruppe wurde auf einer Decke improvisiert. Andere Kinder kletterten, durchstöberten die Gegend, ruhten sich aus. "Die Schatzsuche musste ausfallen", so Jentsch, die froh war, dass alles glimpflich ablief. "Der Hof ist doch schon mehrmals umgebaut worden, da ist nie was passiert", wunderte sie sich.

Ernstes passiert ist auch diesmal nichts. Obwohl das Flakgeschoss deutscher Herkunft aus dem 2. Weltkrieg laut Kampfmittelbeseitigungdienst noch scharf war. Die Dresdener Experten aber, nach einem Einsatz in Leipzig schnell vor Ort, machten die Granate mit 47 Zentimeter Länge und neun Zentimeter Durchmesser transportfertig und nahmen sie mit in den Zerlegungsbetrieb Zeithain. Mit weiteren Funden wird offensichtlich nicht gerechnet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2014
Olaf Krenz

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